Batman Begins (2005) & The Dark Knight (2008)

Nachdem Joel Schumacher mit seinem letzten Machwerk die Filmkarriere von Batman eigentlich beendet hatte, war die Überraschung groß, als es erneut versucht wurde. Christopher Nolan gelang es, nicht nur die Franchise wiederzubeleben, er machte den dunklen Ritter wieder zu der Ikone, die er einst war.

Batman Begins

Warner Bros. 2005

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan & David S. Goyer

Darsteller:
Christian Bale – Bruce Wayne / Batman
Michael Caine – Alfred Pennyworth
Liam Neeson – Henri Ducard
Katie Holmes – Rachel Dawes
Morgan Freeman – Lucius Fox
Gary Oldman – Jim Gordon
Cillian Murphy – Dr. Jonathan Crane / Scarecrow
Ken Watanabe – Ra’s Al Ghul

Ich war schwer begeistert, als ich hörte, dass es einen neuen Film über einen meiner liebsten Comichelden geben sollte. Mit Christopher Nolan („Memento“ und „Prestige“) saß ein sehr guter Regisseur auf dem Stuhl, als Hauptdarsteller war Christian Bale auserkoren, den ich seit „American Psycho“ mehr als nur verehrte. Schauen wir mal, wie sehr der Film meine Erwartungen übertraf.

Fun Facts
Wie bei recht neuen Filmen üblich, fand ich nicht besonders viel raus. Also: Das Budget betrug 150 Millionen Dollar, die Einnahmen lagen bei 372 Millionen Dollar.

Inhalt
Nachdem er den Tod seiner Eltern mitansehen musste, ist der junge Bruce Wayne schwer verstört. Er verlässt seine Heimat Gotham City, um unter Verbrechern zu leben und die zu studieren. Nach Jahren kehrt er zurück, um sein Erbe anzutreten und als maskierter Rächer das organisierte Verbrechen zu bekämpfen. Doch bald stellt sich heraus, dass es noch eine größere Bedrohung für Gotham City gibt als ein paar Mafiosi.

Die Pros:
+Die Besetzung: Die erneute Aufzählung erspar ich uns, aber ein Blick auf die Namen weckt große Erwartungen, die auch erfüllt werden. Die Schauspieler liefern tolle Leistungen ab, auch wenn Einer (siehe unten) etwas kurz kommt.
+Die Story: Zum ersten Mal wurde die Entstehung Batmans auf die große Leinwand gebracht. Nolan zeigt die Entwicklung des verängstigten Jungen zum von Rache besessenen und vom System enttäuschten Mannes sehr eindringlich und glaubhaft. Sein Training, um der furchteinflößende Kämpfer für das Gute zu werden, wird ebenfalls sehr schön gezeigt.

Die Kontras:
-Scarecrow: Einen kleinen Grund zum Meckern habe ich dann doch. Die Figur des Scarecrow wird sehr wenig eingesetzt. Außerdem wird er als bloßer Handlanger von Ra’s Al Ghul stark herabgesetzt. Murphy hätte einen größeren Part verdient gehabt.

Fazit
Batmans Rückkehr auf die Leinwand war triumphal. Der Zuschauer bekam zum ersten Mal einen wirklich tiefen Einblick in die Psyche des Charakters, lernte sein Handeln (von der Rache abgesehen) verstehen und wurde auch mit seiner menschlichen Seite (Beziehung zu Alfred, Rachel und Lucius) vertraut gemacht.
Das realistischere Setting kam dem Ganzen sehr zu gute. Kaum ein anderer Superheld eignet sich so gut dafür wie der dunkle Ritter, der keine übernatürlichen Fähigkeiten besitzt, sondern nur ein normaler Mann ist. Auch sind seine Gegner (von ein paar Ausnahmen abgesehen) normale Menschen ohne Superkräfte.
Ich kann „Batman Begins“ uneingeschränkt empfehlen. Kauft ihn, leiht ihn aus, schaut ihn online. Jeder wird seinen Spaß an diesem Film haben.

The Dark Knight

Warner Bros. 2008

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan, David S. Goyer

Darsteller:
Christian Bale – Bruce Wayne / Batman
Heath Ledger – Joker
Aaron Eckhart – Harvey Dent / Two-Face
Michael Caine – Alfred Pennyworth
Maggie Gyllenhaal – Rachel Dawes
Gary Oldman – James Gordon
Morgan Freeman – Lucius Fox
Eric Roberts – Maroni

Ehrenwerte Erwähnung:
Cillian Murphy – Scarecrow
Michael Jai White – Gambol

Nachdem Nolan mit seinem ersten Film gewaltig vorgelegt hatte, waren alle gespannt, wie er eine Fortsetzung drehen könnte, ohne alle Zuschauer abzuschrecken. Im Vorfeld wurde die Besetzung von Heath Ledger, der bis dahin als Darsteller in romantischen Komödien aufgefallen war, als Joker kritisiert. Doch selbst diese Kritiker verstummten schnell nach seinem Auftritt.

Fun Facts
Das Budget betrug 185 Millionen Dollar und das Einspielergebnis betrug 1,001 Milliarden (!!!) Dollar.

Inhalt
Gotham City ist eine Stadt im Wandel. Batman und der neue Staatsanwalt Harvey Dent setzen dem organisierten Verbrechen schwer zu. Doch dann erscheint ein neuer, gefährlicherer Gangster auf der Bildfläche: der rätselhafte Joker.

Die Pros:
+Die Story: Die Geschichte des Filme ist sehr komplex und tiefgründig. Hauptthema ist der Kampf zwischen Gut und Böse. Da haben wir den Kampf zwischen Batman und dem Joker, der aber nur exemplarisch für den Konflikt in den Menschen steht, zwischen dem Drang nach Anarchie und dem Verlangen nach Kontrolle. Ein weiteres Thema ist Hoffnung. Sie ist es, die die Menschen antritt und sie zu ihren Handlungen bewegt.
+Die Darsteller: Die Schauspieler sind unglaublich. Ich muss einfach jeden einzelnen Schauspieler loben. Christian Bale ist, wie bereits im ersten Teil, an Intensität kaum zu überbieten. Wichtig ist das Wort „kaum“, denn Heath Ledger stiehlt jedem die Schau. Seine leider letzte vollständige Performance ist vielleicht die Beste seiner Karriere. Er spielt den Psychopathen im Clownskostüm derart überragend, dass es seine Schande ist, dass er nur den Oscar als besten Nebendarsteller erhielt. Ernsthaft, es hätte der Große sein müssen. Aaron Eckhart stellt Harvey Dent als aufrechten und überzeugten Kämpfer für Recht und Ordnung dar, der offensiv agiert. Damit ist er praktisch das Spiegelbild von Batman, wodurch sein Fall noch schlimmer wird. Über die Qualitäten von Caine und Oldman brauche ich hoffentlich nichts zu schreiben, oder?
+Die Aufnahmen: Die Aufnahmen sind wunderbar. Nolan setzte meistens IMAX-Kameras ein, um ein wirklich grandioses Bild zu kriegen. Es hat sich gelohnt. In den action-Szenen kann man kaum glauben, was man da sieht. Denn Nolan setzt statt auf CGI auf praktische Effekte. Also ja, es überschlägt sich wirklich ein Laster und das Krankenhaus wurde echt gesprengt. Ich habe selten einen so gut gemachten Film gesehen.

Die Kontras:
FLAMESHIELD AN! Ist es jetzt sicher? Kann ich loslegen? Also gut.
Ich habe bereits oben geschrieben, dass ich den realistischen Anstrich von Batman sehr gut finde. Es passt einfach zu der Figur, die sich meist mit psychopathischen Gangstern herumschlagen muss.
Aber man kann auch alles übertreiben. Ich hatte während „The Dark Knight“ das leichte Gefühl, nicht mehr eine Comicverfilmung zu sehen, sondern ein beliebigen Thriller. Es fehlte das Element des Fantastischen, das normalerweise dazugehört. Dem Ganzen fehlte der Glamour. Man hätte Batman gegen James Bond und den Joker gegen einen irren Superschurken austauschen können und niemand hätte den Unterschied bemerkt.

Fazit
„The Dark Knight“ ist, trotz der leichten Kritik, die wohl beste Comicverfilmung, die es bis jetzt gegeben hat. Der Film ist der Wahnsinn und ich kann nicht genug Superlative aufbringen, um meine Gefühle zu beschreiben. Man muss ihn im gleichen Atemzug wie die großen Klassiker (z.B. „Der Pate“) nennen, so gut ist er. Also anschauen.

Im nächsten Artikel werde ich die besten Schauspieler aus den sechs Filmen bewerten. Lest, wer der beste Batman ist und der der beste Alfred.

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2 Antworten zu Batman Begins (2005) & The Dark Knight (2008)

  1. Dirk schreibt:

    Versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin begeistert von Nolans Batman, aber der Mythos Batman hat bei mir etwas gelitten. War Burtons Batman noch ein Fantasie- Comic wird aus Nolans Batman ein Mann mit verstellter Stimme, Kostüm und Antenne im Ohr. Der im Panzerspähwagen durch die Nacht fährt. Trotzdem kriegt Nolan von mir immer und überall volle Punktzahl!🙂

    • biglars schreibt:

      Ich hatte ja auch geschrieben, dass mir gerade „Dark Knight“ das Gefühl gab einen beliebigen Thriller oder meinetwegen auch James Bond zu sehen. Ich bin mit den Comics vor „Das erste Jahr“, etc groß geworden und habe als Kind immer die Adam West Serie geschaut. Die neuen Filme sind gut gemacht, aber es fehlt irgendwie das Besondere.

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