Batman (1989) & Batmans Rückkehr (1992)

Was lange währt … Lange hat es gedauert, doch jetzt kommt endlich die groß angekündigte Batman-Retrospektive. Den Anfang machen wir mit den Filmen von Tim Burton, die damals für großes Aufsehen sorgten.

Batman

Warner Bros. 1989

Regie: Tim Burton
Drehbuch: Sam Hamm & Warren Skaaren

Darsteller:

Michael Keaton – Bruce Wayne / Batman
Jack Nicholson – Jack Napier / Joker
Kim Basinger – Vicky Vale
Pat Hingle – Com. James Gordon
Billy Dee Williams – Harvey Dent
Michael Gough – Alfred Pennyworth
Jack Palance – Carl Grissom
Jerry Hall – Alicia Hunt

Als ich damals als kleiner Junge davon hörte, dass es einen Batman Film mit echten Darstellern geben würde, war ich vor Begeisterung kaum zu halten. Ich hatte jede Folge der Serie mit Adam West geschaut, der dunkle Ritter rangierte bei meinen Lieblingssuperhelden ganz oben (und tut dies noch heute), also wurde ein Traum wahr, meinen Helden im Kino zu sehen. Wurde ich enttäuscht? Ganz sicher nicht.

Fun Facts:
Ich beschränke mich hier einfach auf ein paar Punkte. Alleine aufzuzählen, welche Schauspieler für welche Rollen damals im Gespräch waren, würde den Rahmen der Rubrik sprengen.
Das Budget von „Batman“ betrug 35 Millionen Dollar, das weltweite Einspielergebnis lag bei 411 Millionen Dollar.
Jack Nicholson ist schon ein Cleverle. Er einigte sich mit den Produzenten nicht auf eine feste Gage, sondern auf eine Umsatzbeteiligung. Das brachte ihm nicht nur 60 Millionen Dollar ein, sondern auch einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde für die höchste gezahlte Gage.
Der Name des Jokers „Jack Napier“ ist eine Anspielung auf den Schauspieler Alan Napier, der in der berühmten (oder sollte ich „berüchtigten“ schreiben?) Serie mit Adam West die Rolle des „Alfred“ spielte.

Inhalt
Die Verbrecherwelt in Gotham City ist in Aufruhr. Angeblich greift aus der Dunkelheit eine riesige Fledermaus die Gauner an. Als der verrückte Joker droht, die Stadt zu vernichten, tritt der Batman ins Rampenlicht.

Die Pros:
+Die Schauspieler: Es gab ja Zweifel, ob Keaton die Rolle des Batman ausfüllen könne, da er bis dahin hauptsächlich in Komödien aufgetreten war. Mit seiner Leistung brachte er aber die Zweifler zum Verstummen. Er legte Bruce Wayne etwas scheuer und zurückhaltender an, dafür war er als Batman hart und furchteinflößend (ohne die Stimme zu verstellen). Jack Nicholson ist als Joker überragend. Man weiß nie, was er als nächstes macht, sein grausamer Sinn für Humor ist umwerfend.
+Die Stimmung: Tim Burton ist selten im Zuckerfeenland zu Hause und auch „Batman“ kommt sehr düster und dunkel daher. Aber es passt zu der Geschichte und der Figur. Die Entscheidung, Gotham City im Art-Deco Stil zu erschaffen, mit einer Ausstattung, die an die zwanziger oder dreißiger Jahre erinnert, kommt dem Film und dem Look sehr zu gute. Außerdem diente es als Vorlage für die brillante Zeichentrickserie. Wann kommt die endlich auf DVD?

Die Kontras:
-Die Nebenfiguren: Burton konzentriert sich so auf das Duell Batman gegen Joker, dass die anderen Figuren recht stiefmütterlich behandelt werden. Gordon, Alfred, Harvey Dent, etc. sind nur Randerscheinungen, die kaum wahrgenommen werden. Schade eigentlich.

Fazit:
„Batman“ startete einen neuen Kinotrend. Lange Zeit galten Realverfilmungen von Comic Büchern als großes Risiko. Seit den „Superman“ Filmen war das Genre tot und Versuche in die Richtung waren grausam (Alleine Marvels Anstrengungen in den 70ern und 80ern waren mehr als nur brutal. Oder wer kann „Howard the Duck“ vergessen?).
Tim Burton gelang es, nachdem in den drei Jahren zuvor die Comics erwachsen geworden waren, auch die Filme für ein älteres Publikum interessant zu machen.
Der Film ist ein Must See für jeden. Also wieso schaut ihr ihn nicht bereits?

Batmans Rückkehr

Warner Bros. 1992

Regie: Tim Burton
Drehbuch: Daniel Waters & Sam Hamm

Darsteller:
Michael Keaton – Bruce Wayne / Batman
Danny DeVito – Oswald Cobblepot / Pinguin
Michelle Pfeiffer – Selina Kyle / Catwoman
Christopher Walken – Max Shreck
Michael Gough – Alfred Pennyworth
Pat Hingle – Com. James Gordon

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Films war es nur eine Frage der Zeit, bis das Studio mit einem Nachfolger kommen würde. Der Sequel-Logik folgend wurde Alles größer (zwei Schurken, aufwendigere Sets, etc.). Aber hieß das auch gleich besser?

Fun Facts
Das Budget von „Batmans Rückkehr“ betrug 80 Millionen Dollar und der Film spielte an den Kinokassen 283 Millionen Dollar ein.
Er war der erste Film, der in Dolby Digital gedreht wurde.
Michelle Pfeiffer verbrauchte während der Dreharbeiten 60 Anzüge, die jeweils 1000 Dollar kosteten. Außerdem wurde sie in die Outfits eingeschweißt (wie Tiefkühlware), weshalb sie immer nur kurz drehen konnte. Ein weiteres Problem war, dass sie im Kostüm kaum etwas hören konnte. Man musste ihr öfters klarmachen, dass sie ihren Dialog nicht zu schreien brauchte.
McDonald’s musste in den USA die Werbung für den Film mit ihren Happy Meals einstellen, nachdem sich Eltern beschwert hatten, dass der Streifen nichts für Kinder sei. Ach, die 90er, als Eltern nicht auf ihre Kinder aufpassen brauchten, sondern sich einfach wegen jedem Scheiß beschwerten und damit Erfolg hatten. Herrlich.

Inhalt
Es ist Weihnachten und alles ist friedlich. Wenn man von der Bande krimineller Freaks unter Führung des Pinguins, den schmutzigen Machenschaften des Geschäftsmanns Max Shreck und der maskierten Catwoman, die auf beiden Seiten spielt, absieht. Also muss Batman die Rute auspacken.

Die Pros:
+Die Stimmung: Tim Burton gelingt es erneut, einen sehr stimmungsvollen und atmosphärischen dichten Film zu erschaffen. Gotham City wirkt wie eine Stadt vor dem Zusammenbruch, alles wirkt bedrückend. Die Sets strahlen eine wirklich niederdrückende Stimmung aus.
+Die Darsteller: Man muss nur einen Blick auf die Besetzungsliste werfen. Dort sind nur große Namen zu finden und es werden große Leistungen geboten. Gerade DeVito muss man loben. Der kleine Komiker liefert eine wahnsinnige Vorstellung als Pinguin und zeigt ihn als facettenreichen Charakter.
+Catwoman:

MIAU!!!!!

Die Kontras:
-Zu wenig Batman: Der Film heißt „Batmans Rückkehr“ und der dunkle Ritter kommt kaum darin vor. Tim Burton fokussiert sich so auf die Schurken, dass er keinen Platz mehr für den Helden lässt. Irgendwie wirkt Batman dann in einigen Szenen fehl am Platz, wenn er denn mal auftaucht.
-Sex Witze: Als Kind fiel mir das nicht so auf, aber jetzt sticht es hervor. Fast jeder Dialog, der zwischen männlichen und weiblichen (besonders wenn es Catwoman ist) Figuren stattfindet, ist gespickt mit Anspielungen auf den horizontalen Tango. Ja, ich weiß, dass die Katzendame das Sexsymbol bei DC ist, aber ein bisschen weniger platt wäre nett gewesen.

Fazit
Die Meinungen gehen bezüglich dieses Films ziemlich auseinander. Die Einen preisen ihn für die düstere Atmosphäre und die bizarren Charaktere, die Anderen verdammen ihn deshalb.
Ich fand „Batmans Rückkehr“ sehr gut, aber nicht ganz so toll wie den Vorgänger. Die wirklich starke Leistung von Danny DeVito, gepaart mit den interessanten Figuren machte den Streifen für mich zu einem tollen Erlebnis. Das besser gewesen wäre, denn der Titelheld mehr mitgespielt hätte.
Ich empfehle den Film wirklich jeden, der sich für Batman interessiert oder Filme von Tim Burton mag.

Lest das nächste Mal, wie sich Joel Schumacher auf dem Regiestuhl schlug.

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