Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Universal Studios 2010


Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Edgar Wright & Michael Bacall

Darsteller:
Michael Cera – Scott Pilgrim
Ellen Wong – Knives Chau
Kieran Culkin – Wallace Wells
Mary Elizabeth Winstead – Ramona Flowers
Satya Bhabha – Matthew Patel
Chris Evans – Lucas Lee
Brandon Routh – Todd Ingram
Mae Whitman – Roxanne „Roxy“ Richter
Shota & Keita Saito – Kyle & Ken Katayanagi
Jason Schwartzman – Gideon Gordon Graves

Ehrenhafte Erwähnungen:
Thomas Jane – Veganer Polizei
Clifton Collins, jr. – Veganer Polizei

Der bisher letzte Film von Regisseur Edgar Wright („Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“) wurde von den Kritikern sehr gelobt und floppte gleichzeitig brutal an den Kinokassen. Hier in der Gegend schaffte es der Film, eine Woche in den Sälen zu überleben. Wurde der Film nun vom Publikum nicht verstanden oder interpretierten die Kritiker zu viel in ihn hinein? Als Fan seiner ersten beiden Filme musste ich es selbst herausfinden.

FunFacts:
Der Film hatte ein Budget von 90 Millionen Dollar, doch durch Steuerrückerstattungen wurde die Summe auf 60 Millionen reduziert. In den USA spielte „Scott Pilgrim“ 31 Millionen Dollar ein und im U.K. waren es 5 Millionen Pfund.
Der Film basiert auf den Comics von Brian Lee O’Malley. Die Produktion begann, noch bevor der letzte Band der Reihe erschienen war (ähnlich wie bei „Kick-Ass“).
Im ursprünglichen Ende des Films wurden Knives und Scott ein Paar, doch dies wurde geändert, nachdem im letzten Band Ramona und Scott zusammenkamen.

Inhalt:
Scott Pilgrim ist ein typischer Versager: ohne Job, ohne Ahnung und ohne wirklichen Antrieb. Er datet ein Mädchen von der High-School und träumt davon, mit seiner Band erfolgreich zu werden.
Dann lernt er Ramona Flowers kennen und verliebt sich in sie. Doch um mit ihr zusammen zu sein, muss er erst ihre sieben bösen Exfreunde besiegen. Außerdem nimmt er mit seiner Band an einem Wettbewerb teil, dessen Gewinner ein Plattenvertrag winkt.

Die Pros:
+Kieran Culkin: Macaulys Bruder spielt den Part des schwulen Mitbewohners Wallace genial. Er ist der einzig interessante Charakter in dem Film, hat viele (zumindest Ansatzweise) lustige Zeilen und man wünscht sich mehr von ihm. Leider kriegt man das nicht.

Die Kontras:
-Die andauernden Videospielanspielungen: Ich sehe mich selbst als Gamer, der mit dem NES, dem Game Boy, usw. aufwuchs. Deswegen kriege ich die ganzen Anspielungen mit. Es ist fast schon so, als wolle der Film auf der Nostalgieschiene Sympathien gewinnen. Frei nach dem Motto: „He, guck mal, ich kenne die ganzen alten Spiele, wie Zelda oder Street Fighter. Komm los, du magst das doch. Sei jetzt mein Freund.“
-Die Charaktere: Fast alle Figuren (Ausnahme oben) sind vollkommen flach und unterentwickelt. Wenn ich sie „zweidimensional“ nennen würde, wäre das eine Dimension zu viel. Irgendwie fühlt man sich mit niemand verbunden. Besonders schlimm sind die beiden Hauptfiguren Scott und Ramona. Er ist ein egoistisches, weinerliches Kleinkind und sie hat keinerlei Charakteristika außer der ständig wechselnden Haarfarbe.
-Die Kampfszenen: Ich mag Kampfszenen. Ich finde es sogar sehr gut, dass hier ab und an in die Totale gewechselt wird, statt nur mit Wackelkamera und Special Effects zu arbeiten. Aber warum muss das Ganze so schlecht rüberkommen? Man sieht, wenn die Darsteller in Nahaufnahme kämpfen, dass es in Zeitlupe aufgenommen wurde. Man sieht, wenn in die Totale gewechselt wird, dass dort Doubles am Werk sind. Und dazwischen hat man dann doch wieder diesen nervenden Mist mit wackelnder Kamera und flackerndem Licht, dass einem schlecht wird und sich epileptische Anfälle ankündigen.
-Da es noch viel mehr gibt, über das ich meckern könnte, mache ich eine kurze Aufzählung. Der Film hat eine flache Story, schlechte Darsteller (Michael Cera muss an erster Stelle genannt werden), kaum witzige Dialoge und ist verzweifelt auf „hip“ getrimmt.

Fazit
Ich verstehe die Leute nicht, die „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ toll finden. Es ist einfach nichts da, dass für mich einen guten oder wenigstens unterhaltsamen Film ausmacht.
Die Schauspieler sind schlecht, die Story dünn (Ja, ich verstehe, dass es um die Vergangenheit des Partners geht. Aber wenn jemanden das beschäftigt, dann agiert man auf Pocher Niveau), die Kämpfe ein Special Effect Gewitter, das nicht wirklich zu beeindrucken weiß. Als Videospieler fühle ich mich beleidigt, dass „Scott Pilgrim“ mich oder meine Generation repräsentieren soll.
Am Ende wirkt alles wie eine Ansammlung aus 90er Jahre Klischees. Es passt, da ja dieses verlorene Jahrzehnt gerade wieder ein Revival feiert.
Ein Rat noch Edgar Wright: Ruf Simon Pegg und Nick Frost, die beiden Hauptdarsteller aus deinen guten Filmen, an und überrede sie, wieder etwas mit dir zu machen. Denn ohne den Charme und den Witz der beiden Männer scheint etwas zu fehlen.

P.S.: Die Kritiken zu Schumacher und Nolan sind fertig. Ich werde morgen den letzten fehlenden Film „Batmans Rückkehr“ bekommen und wahrscheinlich um Ostern alles online stellen.

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