Der Kautions-Cop

Columbia Pictures, 2010


Romantische Komödien sind nicht wirklich mein Ding. Sie laufen immer gleich ab, der Humor ist meist aufgesetzt und gezwungen, die Leistungen der Darsteller meistens unterirdisch. Da sind diese Filme gnadenlos und ich kann nicht verstehen, wieso sich Leute das immer wieder anschauen.
Die Story ist jedes Mal gleich. Zwei vollkommen unterschiedliche Menschen, ein Mann und eine Frau (Gott behüte Amerika davor, Homosexualität im Mainstream zu akzeptieren), werden gezwungen, miteinander auszukommen. Der Mann ist dabei das prototypische Machoschwein (mit einem Herzen aus Gold) und die Frau ist sozial inkompetent aber irgendwie niedlich in ihrer Art. Im Laufe der „Handlung“ (ich benutze den Begriff sehr locker), lernen die Beiden, dass sie vieles gemeinsam haben, und verlieben sich ineinander. Doch gegen Ende (so 15 bis 20 Minuten vor dem Abspann) kommt es zu einem Missverständnis und die Hauptfiguren gehen getrennte Wege, bevor sie sich im Finale ihre Gefühle eingestehen. Ich habe schon einmal gesagt, dass man die Plots dieser Streifen in vier einfachen Worten zusammenfassen kann: „Verheiratet in 90 Minuten.“.
Wieso schaue ich mir dann solche Filme an, wenn ich eh nur meckere? Naja, manchmal kommen trotz dieser ausgelutschten Klischees ganz lustige und unterhaltsame Filme raus. „Was Frauen wollen“ ist so ein Beispiel oder der geniale „Besser geht’s nicht“ (wieder mit Helen Hunt), der sogar zwei Oscars in den Kategorien bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin gewinnen konnte.
Andererseits gibt es auch Filme, die durch diese Konventionen vollkommen ruiniert werden. „New York für Anfänger“ fällt mir da ein. Das Tempo und der rüde Humor werden komplett durch die Moral geschwängerte letzte halbe Stunde vernichtet. Es wurde unerträglich langweilig.
Was aber alle Filme gemeinsam hatten und sie dadurch zumindest anschaubar machte, war eine gewisse Chemie zwischen den Darstellern. Sie machte die Dialoge interessant und sorgte so in selbst in den schwachen Streifen für Unterhaltung.
Bei „Der Kautions-Cop“ sucht man so was vergeben. Gerard Butler und Jennifer Aniston sind zwei Fremdkörper, die nicht miteinander, sondern aneinander vorbei, reden. Ich hatte teilweise das Gefühl, dass man sie getrennt aufgenommen und dann mit dem Computer zusammengesetzt hatte. Wir reden hier von Hayden Christensen und Natalie Portman schlecht.
Bei Gerard Butler wundert mich der Mangel an Präsenz schon ein wenig. Der Mann unabstreitbar Charisma und die Rolle des charmanten Bastards ist ihm eigentlich wie auf den Leib geschrieben. Er kann das. Das hat er in „Die nackte Wahrheit“ (was ja auch nicht gerade ein Meisterwerk ist) oder in „Rock’n’Rolla“ bewiesen. Leider kann man hier das „charmant“ streichen. Er wirkt wie ein Vollidiot, den man nicht im Ansatz sympathisch findet.
Jennifer Aniston dagegen ist keine Enttäuschung. Denn an die Frau hatte ich keinerlei Erwartungen. Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen ist, aus ihr eine Hauptdarstellerin zu machen, aber ich hoffe, er oder sie ist mittlerweile arbeitslos.
Sie hatte ihre große Zeit in den 90ern mit der Serie „Friends“. Dabei ist „große Zeit“ auch schon übertrieben. Denn sie war die graue Maus in der Gruppe, spielte die Figur, für die sich niemand interessiert hat. Sie war damals schon die am wenigstens Witzige, die am wenigsten Talentierteste und auch nicht die Schönste. Interessant war Aniston nur, weil Brad Pitt sie heiratete.
Ihr Repertoire bestand damals und auch noch heute nur aus mit-den-Haaren-spielen und räuspern. Das ist bei kleinen Mädchen ganz süß, bei jüngeren Frauen niedlich und bei Frauen in ihrem Alter nervig. Ich habe erst vor kurzen noch einmal ihr Debüt „Leprechaun“ gesehen. Da hat sie auch nicht mehr auf die Reihe gebracht und nervte schon damals. Sie ist das Mensch gewordene Schlafmittel.
So, da wir keine störende Chemie zwischen den Darstellern haben, können wir uns um die restlichen Unzulänglichkeiten dieses „Meisterwerks“ konzentrieren. Fangen wir mit der Handlung an. Butler spielt einen Kopfgeldjäger, der einen besonderen Auftrag bekommt. Er soll seine Exfrau einfangen. Doch die wehrt sich, weil sie als Reporterin eine Geschichte über Mord und Drogenhandel aufklären will.
Also, der erste Teil klingt ja nicht schlecht. Da kommen sicher jedem Menschen ein paar lustige Ideen mit Verfolgungsjagden, spritzigen Dialogen und so weiter. Leider kommt nichts davon vor. Jedem Menschen wäre sicher ein besseres Drehbuch eingefallen. Wo ist die Komödie geblieben (die Romantik konnten wir wegen der mangelnden Chemie schon streichen)? Sicher nicht im zweiten Teil, denn Mord, Drogenhandel und Entführung sind nicht lustig. Ok, ich habe immer meinen Spaß, wenn ich auf die Jagd ge … Ok, das habt ihr jetzt nicht gelesen.
Also vergessen wir jetzt die Haupthandlung. Nehmen wir uns die Nebenhandlungen vor. Dort hat sich sicher der Humor versteckt. Hoffe ich zumindest.
Die erste Nebenhandlung dreht sich um Butler. Er ist spielsüchtig und schuldet einem illegalen Buchmacher (wieso er einen braucht, wenn das „Las Vegas der Ostküste“ Atlantic City schnell erreichbar ist, verstehe ich noch immer nicht) eine Menge Geld. Deswegen hat der Buchmacher seine Schläger auf ihn gehetzt, um ihn umzubringen.
Oh ja, das ist ja soo witzig. Diese Spielsucht und Kriminalität. Ich muss mir den Bauch vor Lachen halten. Hahahahahahaha ueihflhbvLENGÖ ÖEGFNVN LA (Sorry, habe gerade den Kopf auf die Tastatur gehämmert).
Vielleicht ist in dem anderen Handlungsstrang was zu holen, der sich um Aniston dreht. Aber irgendwie bezweifele ich das. Sie hat auf der Weihnachtsfeier mit einem Kollegen rumgemacht und jetzt meint dieser, dass sie eine Beziehung hätten. Er verfolgt sie auf Schritt und Tritt, wird dann mit Butler verwechselt (wie das geht, weiß ich auch nicht) und den Schlägern vom Buchmacher gefoltert.
Wow, ich kann nicht glauben, was ich da gerade geschrieben habe. Wie krank ist der Autor im Kopf, dass er Mord, Drogenhandel, Spielsucht, Gewalt, Stalking und Folter lustig findet? Man sollte den einweisen lassen und wegsperren. Das würde uns wenigstens weitere solcher Filme ersparen.
Bevor ich mich weiter aufrege, kommen wir zum Fazit. „Der Kautions-Cop“ ist eine Verschwendung von Talent (Butlers), Geld (der Produktionsfirma und meines) und Zeit (aller Beteiligten und der Zuschauer). Ernsthaft, schaut lieber Farbe beim Trocknen oder Gras beim Wachsen zu. Das ist unterhaltsamer und man regt sich nicht auf, weil man Geld ausgegeben hat.

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