Verblendung

Yellow Bird, 2009


Regie: Niels Arden Oplev
Drehbuch: Nikolaj Arcel & Rasmus Heisterberg
Roman: Stieg Larsson

Darsteller:
Michael Nyquist – Mikael Blomkvist
Noomi Rapace – Lisbeth Salander
Sven-Bertil Taube – Henrik Vanger
Peter Haber – Martin Vanger

Ich liebe Thriller. In kaum einem anderen Genre taucht man so tief in die dunklen Untiefen der menschlichen Seele ab und ergründet Orte, von denen man eigentlich nichts wissen will. Im Kino lief „Verblendung“ an mir vorbei, doch auf DVD lasse ich mir selten einen solchen Film entgehen. Finden wir heraus, was den schwedischen Happen ausmacht.

FunFacts:
Das Budget betrug 13 Millionen Dollar.
Normalerweise kommt an dieser Stelle ein Haufen lustiger oder interessanter Fakten rund um die Produktion des Films. Doch leider sind meine üblichen Informationsquellen nicht sonderlich ergiebig und mein Schwedisch ist etwas eingerostet (oder besser gesagt nicht existent). Also fassen wir uns kurz (und es wird in den nächsten Einträgen noch kürzer).
Noomi Rapace machte für den Film den Motorradführerschein. In einem TV-Interview sagte sie, dass sie sich sieben Monate auf die Rolle der Lisbeth Salander vorbereitete. Sie hielt eine strenge Diät, nahm Unterricht in Kickboxen und ließ sich die Augenbraue und die Nase piercen (das nenne ich mal Hingabe). Die restlichen Piercings waren ihre eigenen.
Im nächsten Jahr soll das amerikanische Remake in die Kinos kommen. Regie führt David Fincher (sehr gute Wahl), die Hauptrollen werden von Daniel Craig (er kann ja nicht ewig auf den nächsten „Bond“ warten) als Blomkvist und Rooney Mara als Salander gespielt.

Inhalt
Für den Reporter Mikael Blomkvist ist es auch schon besser gelaufen. Er wurde gerade wegen der Verleumdung eines Wirtschaftsbosses zu einer Haftstrafe mitsamt einer hohen Geldstrafe verurteilt. Doch da kriegt er von dem Industriellen Martin Vanger den Auftrag, das Verschwinden seiner Nichte vor über 40 Jahren zu untersuchen.
Bei seinen Recherchen kriegt Blomkvist Hilfe von der Hackerin Lisbeth Salander. Gemeinsam decken sie das dunkle Familiengeheimnis der Vangers auf.

Die Pros:
+Noomi Rapace: Rapace liefert als Lisbeth Salander eine der intensivsten Performances der letzten Jahre ab. Ist sie im Bild, dominiert sie die Szene. Ernsthaft, sie hat mich mitgerissen.
Außerdem sieht sie als Lisbeth topp aus. Eine kleine Anregung an meine weiblichen Leser: Wenn ihr ähnlich ausseht, dann meldet euch. Ich bin Single. Ich werde wirklich jede Mail beantworten.
+Atmosphäre: Ich habe schon lange nicht mehr einen so atmosphärisch dichten Thriller gesehen. Der düstere Ton, in dem alles gehalten ist, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Man taucht in eine Welt voller menschlicher Abgründe ein, die an keiner Stelle kitschig wirkt.
+Handlung: Die Geschichte ist unglaublich spannend, Die Schnitzeljagd durch die Vergangenheit der Vanger Familie ist gut in Szene gesetzt. Aber, …

Die Kontras:
-Handlung: … wie bei den meisten Literatur-Verfilmungen hat man das Gefühl, hier und da wurde gekürzt und wichtige Punkte wurden nicht genannt. Was genau weggefallen ist, kann ich leider nicht sagen, denn ich habe mir den Roman erst am Freitag gekauft und noch nicht mit dem Lesen angefangen. Derzeit begleitet mich noch Tom Clancys „Der Schattenkrieg“ (Vorlage zu „Das Kartell“).

Fazit:
„Verblendung“ ist einer der besten Thriller der letzten Jahre. Die Handlung ist spannend, die Atmosphäre atemberaubend und die Darsteller agieren auf höchstem Niveau. Beim letzten Punkt muss ich noch ein weiteres Mal Noomi Rapace loben, die mit einer konventionelleren Rolle kombiniert mit dieser Leistung die Tür zu Hollywood aufgestoßen hätte.
Leser, die auf Thriller stehen, können den Film ohne schlechtes Gewissen kaufen, alle anderen sollten auf jeden Fall in der Videothek zugreifen.

Nächste Woche folgen dann die Kritiken zu „Verdammnis“ und „Vergebung“.

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