The Book of Eli

Wegen der doch etwas knappen Zeit dieser Woche ziehe ich diese Kritik vor.

Summit Entertainment, 2010


Diese Kategorie war bis jetzt eigentlich immer als humoristische Note der Seite gedacht. Jedes Mal, wenn ich einen Film geschaut habe, der einfach zu schlecht für eine normale Kritik war, landete die Besprechung hier. Ich machte mich über den Streifen auf meiner mir eigenen Art und Weise lustig, nörgelte rum und zerriss ihn in kleine Fetzchen. Das war eigentlich immer recht unterhaltend, doch darauf werden wir heute verzichten.
„The Book of Eli“ hat bei mir vor allem eines hinterlassen: Fassungslosigkeit und Wut. Was ich in dem Film gesehen habe, hat mir nur die Sprache verschlagen. Normalerweise witzeln mein Kumpel Christian und ich uns durch solche Gurken hindurch, so dass ich mir den Film noch einmal anschauen muss, um wirklich alles mitzukriegen. Hier war das nicht nötig. Nach 20 Minuten war uns das Lachen über das Geschehen vergangen und wir schauten uns den Rest dieses Massakers schweigend an.
Wir waren einfach nur geschockt von der abstrusen, verdrehten und perversen Message des Films. Der ganze Streifen ist ein einziger feuchter Traum (falls solche Typen welche haben) von der christlichen Rechten.
Ein einsamer Wanderer (Denzel Washington) metzelt in einem postapokalyptischen Amerika reihenweise Menschen im Namen Gottes nieder. Der Auftrag des Herrn ist aber nicht, den armen Menschen zu helfen oder eine Zivilisation zu errichten oder die Bösen zu bestrafen. Nein, Gott will, dass seine Bibel wieder verlegt wird. Was ein egoistischer Bastard. Aber ich habe ja die Pointe nicht erwähnt: Denzel ist blind. Jupp, er kann nicht sehen, aber Gott hilft ihm, die Unmengen an Menschen mit Macheten, Gewehren und anderen Sachen zu töten und beschützt den Krüppel, indem er Kugeln umlenkt. Irgendwie, in der Rückschau auf den Film, denke ich, dass Gabriel Byrne in „End of Days“ recht hatte.
Religiöser Fanatismus und Extremismus sind die größten Übel unserer Zeit, egal aus welcher Ecke sie kommen. Gerade die Gefahr des christlichen Extremismus, der unter anderem von evangelikalen Gruppen (ich verweigere die Bezeichnung „Kirche“ bewusst) ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Diese Menschen sind hasserfüllt, gegen alles und jeden, lehnen die rechtsstaatliche Gewalt ab und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück.
Ihr wollt Beispiele dafür? Ok, da hätten wir zum einen die „Westboro Baptist Church“, deren Mitglieder mit ihren „God Hates …“ Schildern überall auftauchen. So belästigen sie Homosexuelle auf deren Veranstaltungen, die Hinterbliebenen von Soldaten auf den Beerdigungen oder die Besucher der „Comic Con 2010“ in San Diego. Doch die Nerds nahmen das mit Humor und behaupteten auf ihren Schildern, dass Gott auch Kätzchen hasse.
Mehrere dieser Gruppen brüsten sich damit, dass sie nur das Gesetz Gottes anerkenne und den Staat ablehnen. Hier kann man die Familie aus Stuttgart nennen, die in den USA Asyl (ohja, Christen werden in Deutschland verfolgt) kriegten. Sie hatte sich geweigert, ihre Kinder in eine öffentliche Schule zu schicken.
Die Gewaltbereitschaft kann man am besten am Beispiel der „Army of God“ verdeutlichen, die in den USA als terroristische Organisation bezeichnet wird und Abtreibungskliniken in die Luft jagte.
Und jetzt dreht man also einen Werbefilm, der verdeutlicht, wie cool es ist, Ungläubige im Namen des Herrn zu töten. Wow, da gehört schon eine Menge Dreistigkeit dazu. Ich spekuliere einfach mal drauf los, dass wenn die Hauptfigur ein Moslem gewesen wäre, wir diesen Film nie zu Gesicht bekommen hätten. Die Presse hätte den Streifen schon in der Luft zerrissen, bevor auch nur die Dreharbeiten begonnen hätten.
So, nachdem ich jetzt meiner Wut und meinem Entsetzen Luft gemacht habe, spreche ich ein paar andere Punkte an, die mir gestunken haben.
Als erstes ist da die Geschichte mit den Kannibalen. Anscheinend ist jede Person, die nicht in einer festen Siedlung wohnt, zum Menschenfresser geworden. Die Figuren in dem Film erkennen sie an einem Zittern. Es wird aber nicht mit einem Satz erklärt, woher das kommt. Wer nicht in Biologie bewandert ist (oder auf die Serie „Bones“ steht), hat keine Ahnung. Also, die Kannibalen führen sich wie Epileptiker auf einer Lasershow auf, weil sie über das Menschenfleisch Prionen zu sich genommen haben. Das sind Proteine, die in einer schlechten Form unter anderem auch die Creutzfeldt-Jakob Krankheit verursachen.
Als nächstes ist da die Szene mit den beiden Wanderern. Denzel kriegt auf seinem Weg mit, wie eine Gruppe Räuber ein Paar überfällt, die Frau vergewaltigt und beide tötet. Unser Held greift nicht ein, um sich selbst zu schützen, denn die Räuber sind in der Überzahl und besser bewaffnet. Dieses Argument ist ziemlich schwach, da Washington kurz zuvor eine Gruppe Kannibalen mit seiner Machete filetiert hat und später in einer Bar eben diese Räuber tötet, weil sie ihn von der Seite angequatscht haben. Ein Hoch auf den aufrechten Christen, der die Nächstenliebe praktiziert.
Des Weiteren fällt anscheinen niemanden auf, dass Denzel blind ist. Er hat keine getrübten Augen, sieht die Menschen direkt an, betrachtet sich Gegenstände, liest das Display von seinem Ipod ab (auch in der Postapokalypse geht nichts ohne Apple) und kann zielsicher schießen. Er erwähnt zwar immer wieder, dass jemand gut oder schlecht rieche, aber sonst gibt es keine Hinweise. Ist er vielleicht „Dare Devil“? Warum gibt Gott ihm nur die Illusion von funktionierenden Augen und nicht gleich richtige Glupscher?
Da habe ich ja doch noch meinen Biss wiedergefunden. Das ändert jedoch nichts daran, dass „The Book of Eli“ ein Film ist, der von niemand gesehen werden sollte. Die Sets sehen gut aus, die Stimmung der Bilder wirkt auch überzeugend und die Kampfszenen sind sehr gut choreographiert. Wenn der ganze dreckige Rest nicht wäre, würde ich dem Film zumindest eine Ausleihempfehlung geben.

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17 Antworten zu The Book of Eli

  1. Da hast du es dem fundamentalchristlichen Blinden mit seiner Buchpredigt auf göttlichen Druck hin zur biblischen Drucksache aber ordentlich gegeben😉
    Ich teile jeden deiner gesellschafts- bzw. eher glaubensgemeinschaftskritischen Standpunkte, aber es scheint mir besser gelungen zu sein, das postapokalyptische Szenario aus dem Hintergrund einer absolut haarsträubenden Geschichte in den Vordergrund zu stellen und sich daran satt zu sehen. Danke für deine weit über den Film hinausreichenden Hintergrundinfos!

    • biglars schreibt:

      Ich habe mich schon immer eher kritisch mit Religion auseinandergesetzt und finde es immer wieder erschreckend, wie einfach es ist, Menschen zu haarsträubenden Taten zu bewegen, indem man den religiösen Hammer schwingt. Mir blieb echt die Spucke weg, wie hier das militante Christentum beworben wurde.
      Ich kann dem Szenario der Postapokalypse eigentlich immer was positives abgewinnen. Ich zocke leidenschaftlich Fallout (war heute auf der „Gamescom“ und habe New Vegas gesehen), kann mich sogar für „Waterworld begeistern und auch LIteratur aus dem Genre finde ich gut. Aber ernsthaft, das konnte mich nicht von dem Unterton und der Message des Films ablenken. Ich frage mich, wer auf die Idee kam und meinte, das sei ein Stoff, den man unbedingt verfilmen muss.

  2. morecomp schreibt:

    Ich bin mir nicht sicher ob der Film wirklich schlecht oder vielleicht sogar doch gut war. Manche Dinge werden nicht geklärt, da bin ich deiner Meinung aber alle Dinge müssen auch nicht geklärt werden. Die Bibel ist ein mächtiges Buch und das stimmt auch, es gibt viele die nach diesem Machwerk ihr Leben gestalten. Das er der einzige Verteidiger des Glaubens ist, das hat er aber nie behauptet.

    Zum Thema blind hab ich das so interpretiert, dass er einmal blind war oder so ähnlich, jedenfalls meinte ich dass er im Film meiner Meinung nach wieder sehen konnte. The Book of Eli ist eine weitere Comic Verfilmung und somit sind manche Dinge erlaubt, die sonst wirklich keinen Sinn mehr ergeben.

    Ein wenig mehr Hintergrundinfos hätten den Film wahrscheinlich besser gemacht. So bin ich im Augenblick der Meinung 50/50 und wirklich recht verwirrt. Ist der Film nun Bullshit oder doch vielleicht gut? Jedenfalls ist er philosophischer als man das von einer Comicverfilmung erwarten könnte.

    • biglars schreibt:

      Da bist du etwas falsch informiert.
      Es handelt sich bei dem Film um keine Comicbuchverfilmung, sondern es ist ein Originalskript. Der Autor hat zwar auch Comics geschreiben, aber die waren zu der Figur „Death, jr.“.
      Am Ende des Films, wenn Denzel auf Alcatraz ist, kann man sehen, dass er getrübte Augen hat und folglich blind ist.
      Da es sich bei seiner Bibel um die letzte handelt, ist er auch der letzte „Verteidiger des Glaubens“. Ich bleibe dabei, wäre die Hauptfigur ein Moslem, hätte das Projekt nicht einmal den ersten Drehtag erlebt.
      Einen wirklichen philosophischen Ansatz kann ich dahinter auch nicht erkennen. Es werden keine Fragen geklärt, keine wirklich aufgeworfen. Außer warum der Mist grünes Licht bekam. Und was ich geschreiben habe. Gott will seine Bibel wieder verlegt sehen und basta. Bei mir kommen da Erinnerungen an George W. Bush hoch, der sagte, dass Gott ihn als Präsident wolle und auch der Einmarsch in den Irak wurde am Ende so gerechtfertigt.

      • morecomp schreibt:

        Der Vergleich mit Bush ist gut aber die getrübten Augen hab ich nicht gesehen. Dann hat der Film wohl doch mehr Fehler als ich dachte.

      • biglars schreibt:

        Wenn er anfängt, die Bibel aus dem Gedächtnis zu zitieren und gleichzeitig gezeigt wird, dass seine Bibel in Blindenschrift ist, kommt eine Nahaufnahme von seinen Augen, die sie als getrübt grau zeigt.

  3. morecomp schreibt:

    Also das mit dem Bibel zitieren finde ich in der dieser verstrahlten Endzeit schon fast wieder normal. Bücher gibt es keine mehr und wer ein Buch hat ist reich. Und deswegen kann es auch sein das er Blindenschrift lesen kann obwohl er eigentlich nicht blind ist aber ich werde den mir wohl noch mal ansehen und mich dabei noch mehr auf die Details konzentrieren müssen.

    • biglars schreibt:

      Ich denke, dass es vollkommen möglich ist, die >Bibel auswendig zu lernen. Daran hatte und habe ich nichts auszusetzten. Aber man sieht halt, als er damit anfängt, sie zu rezetieren, dass seine Augen getrübt sind.
      Es sollte noch zusätzlich die Message verstärken, dass Gott es so wollte.

  4. Paule schreibt:

    Da hat wohl jemand total die Message des Films verpasst. Es geht darum, das die letzte Kopie der Bibel, die in diesem Film als mächtiges Werkzeug der Macht gezeigt wird, nicht in die falschen Hände kommt. Was hätte der gute Denzel machen solln? Sich von einem Haufen Idioten auffressen lassen?

    Der Streifen ist unheimlich gut gemacht, die Action gehört sich nun mal für einen Actionfilm und alleine die Kamera wäre meiner Meinung einen Oscar wert.

    Was wäre, wenn er nicht die Bibel, sondern ein ganz anderes, nicht religiöses Buch mit hat? Irgendwas von Shakespeare oder Goethe oder sonst was, wärst du dann immer noch so gegen diesen Film?

    Du bist genauso blind und ignorant wie all diese gestörten religiösen Fanatiker!

    • biglars schreibt:

      Denzel Washington ist blind (augenscheinlich). Trotzdem gelingt es ihm, Angreifer links und rechts zu erledigen, Kugeln treffen ihn nicht, zumindest nicht, bis er eine Nachfolgerin gefunden hat (der Punisher kann ihn nicht erschießen, obwohl er direkt vor ihm steht) und er selbst kann aus großen Entfernungen mit seiner abgesägten Schrotflinte Leute töten. Und wieso? Weil Gott auf seiner Seite ist.
      Der Film ist und bleibt plumbe Propaganda. Dafür wurde er nicht nur von mir, sondern auch anderen Kritikern abgestraft. Die Ratings auf RottenTomatoes.com und Metacritic.com sind da sehr aussagekräftig.

  5. Florian schreibt:

    Ich weiß, ein sehr später Kommentar. Aber und das hilft den Film aus einer ganz anderen Sichtweise zu sehen und zu verstehen.
    Zu erst zitiere ich mal direkt aus deinem Artikel:
    „…Ich spekuliere einfach mal drauf los, dass wenn die Hauptfigur ein Moslem gewesen wäre, wir diesen Film nie zu Gesicht bekommen hätten. Die Presse hätte den Streifen schon in der Luft zerrissen, bevor auch nur die Dreharbeiten begonnen hätten…“

    In der Schlussszene, Eli liegt tot auf der Bank, Eli wurde in ein weißes Hemd gehüllt, der Körper wurde rasiert und gewaschen. Was sagt uns das, ganz klar Eli war Muslim. Ich habe den Film über ähnlich gedacht. Am Ende setzte sich das Puzzle aber zusammen. Ein wirklich außergewöhnlich guter Film.

    • biglars schreibt:

      Ein Glück, dass nur Moslems Bräuche für Beerdigungen haben und die Christen nicht. Ups, gerade eingefallen, dass es sogar einen Beruf gibt, der sich damit beschäftigt, Tote herzurichten. Man nennt sie „Bestatter“ und sie machen die Toten ansehnlich. Außerdem handelt es sich um dasselbe Hemd, dass er während des Films trug. Daraus zu schließen, er sei Muslim ist dann doch weiter hergeholt als die Geschichte selbst.

      • Florian schreibt:

        Gut, ich will niemanden überreden es genau so zu sehen wie ich. Aber denk doch noch einmal drüber nach wie die Geschichte für dich ausgeht wenn er tatsächlich und ohne es hinein zu interpretieren ein Muslim wäre. Als Atheist bin ich bestimmt kein freund von kirchlicher Propaganda, aber dazu kann ich den Film einfach nicht zählen. Es deutet für mich zu viel darauf hin das er gerade das nicht seien will. Ich sehe Eli als Muslim dafür spricht die Herkunft des Namen, das Totenritual usw. Ich bleib dabei, für mich ist es einer der besten Filme des Genres.

      • biglars schreibt:

        Das „Was wäre wenn“ Spiel ist hier nicht angebracht. Zu schätzen, dass Eli (übrigens ein jüdischer Vorname) ein Muslim sei, weil man ihn aufgebahrt hat, ist recht weit hergeholt. Besonders, weil er während des Films nicht eine diesem Glauben entsprechende Verhaltensweise zeigt, aber ansonsten deutlich dem Christentum folgt.
        Abschließend bleibt zu sagen, dass der Film pure Propaganda ist (von meinem Standpunkt aus). Wer das anders sieht, ok. Jeder hat seine eigene Meinung.

  6. Florian schreibt:

    So einfach ist das nun auch nicht:

    „…Eli ist ein kurdischer (Kirmancki) Vorname und eine mögliche Umschreibung von Ali, dem 1. Imam und 4. Kalif des Islam.

    Zugleich zählt Eli als Umschreibung vom Âli, einem der 99 Namen Allahs, der sich von der altorientalischen Gottheit El ableitet. El ist erstmals in der Steinzeit vorzufinden und wird schon
    seit Jahrtausenden angebetet (siehe dazu Sumerer und Randvölker). Auch die israelitischen Stämme kannten diesen Gottesnamen, meist gebrauchten sie jedoch die Pluralform Elohim. Die Beschreibung ‚Ezra El‘ (Israel), ‚möge El herrschen‘, geht ebenfalls darauf zurück. El-Anhänger lassen sich noch in der heutigen Türkei (Aleviten) und im weiteren Nahen Osten finden.

    Darüber hinaus ist Eli ein hebräisch-jüdischer Vorname…“ (Wiki)

    Darüber hinaus wurde Eli im Film nicht groß aufgebahrt, auch ist mir nicht bekannt das man in unserem „christlich“ geprägtem Kulturkreis die toten soweit herrichtet das die Körperbehaarung entfernt wird.

    Du siehst es gibt für alles ein Für und ein Wieder oder jeweils eine andere Sichtweise. Und gerade weil ich so viel in den Film hinein interpretieren kann, ohne den Anspruch zu haben das jeder meiner Interpretation folgt, ist es ein super Film wo es Spaß macht im Nachhinein sich hin zusetzen und über das gesehene nach zu denken.

    • biglars schreibt:

      Das Zauberwort in deinem Post ist „Hineininterpretieren“. Du interpretierst Sachen in den Film hinein, die einfach nicht da sind.
      Aber ok, folgen wir doch mal deinem Gedankengang, dass Eli ein Muslim sei. Ich sah ihn nie nach Mekka beten, er hat nie Allah erwähnt (sondern Gott) und oh, er schleppt eine Bibel herum, die er als den Ursprung seines Glaubens sieht. Da es noch eine in Blindenschrift geschriebene ist und der gute Eli blind ist, muss man annehmen, dass es sich um seine handelt. Was unter Moslems sehr weit verbreitet ist. Also für mich ist er der wohl schlechteste Muslim der Welt.
      Der Mann ist Christ. Falls es für dich nicht deutlich wird, dann schau den Film noch einmal. Oder beschäftige dich mit Religion. Wikipedia ist nicht die ultimative Form des Wissens.

  7. Munte schreibt:

    Ich habe den Film heute zum ersten und zum letzten mal gesehen. Danach war mir auch sofort klar, das es sich hierbei klar um ein Machwerk christlicher Propaganda handelt. Wenn man der Logik der Geschichte folgt sind also alle Bibeln verbrannt worden, weil viele Menschen der postatomaren Apokalypse (oder dem „Tag des jüngsten Gerichts“ für Christen) ihren Glauben ablegten und für die Apokalypse verantwortlich machten. Die Menschen sind also dabei endlich einen Neuanfang ohne Religionen zu wagen um (wie nach Gene Rodenberry´s Vision der Menschheit in Star Trek nach dem 3. Weltkrieg) in einer wissenschaftlichen Gesellschaft zu münden. Das wäre soziokulturelle Evolution. Aber nein, es erhebt sich ein neuer Jesus, oder besser „PR-Manager“ und führt die Menschheit wieder in die religiöse Blindheit. Naja, zumindest bis zur nächsten Sintflut.

    Der Stadthalter (der „Bösewicht“) möchte die Bibel für sich nutzen als Werkzeug der Massenmanipulation, um zu expandieren und weitere Städte zu gründen. Für mich ist er zwar auf dem falschen Pfad und sollte sich eher um ein Kino für seine Stadt kümmern, aber ansonsten ein stinknormaler machthungriger Politiker. Allerdings stellt er auch eine soziale Infrastruktur mit Zugang zu sauberen Wasser, Warenhandel und Polizeischutz sicher. Dieser „Bösewicht“ hat mehr für die leidenden Menschen erreicht, als die Aristokraten auf Alcatraz. Am Ende wird die Stadt (Sodom und Gomorrah) aufgrund von Anarchie zerstört und schuld war Eli. Wäre er in der Stadt geblieben und hätte das Angebot des „Bösewichts“ angenommen, keiner wäre zu Schaden gekommen. But Eli shot the deputy´s, and he didn´t shoot the Sherrif.

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