Legende

20th Century Fox, 1985/1986


Regie: Ridley Scott
Drehbuch: William Hjortsberg

Darsteller:
Tom Cruise – Jack
Mia Sara – Prinzessin Lily
Tim Curry – Herr der Finsternis
David Bennent – Honeythow Gump

Also, Ridley Scott, der mit „Blade Runner“ und „Alien“ düstere und künstlerisch ansprechende Meisterwerke des SciFi Kinos erschuf, drehte auch einen Märchenfilm. Wie haben wir uns das vorzustellen? Düster, künstlerisch anspruchsvoll und mit dem besten Bösewicht aller Zeiten.

FunFacts
„Legende“ hatte ein Budget von 30 Millionen Dollar.
Ridley Scott brachte Jahre mit der Planung des Films zu. Visuell ließ er sich von den Disney Meisterwerken „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Fantasia“ und „Pinocchio“ inspirieren.
Das Make Up war extrem umfangreich. Tim Curry verbrachte alleine jeden Tag fünfeinhalb Stunden in der Maske zu. Als er einmal beim Abschminken eine Klaustrophonieattacke bekam, riss er sich nicht nur die Maske, sondern auch Teile der Haut ab.
Zehn Drehtage vor Ende brannte das Set in den 007 Studios während einer Mittagspause komplett nieder. Scott änderte den Drehplan so, dass trotz des Umzugs in eine andere Studiohalle nur drei Tage verloren wurden.
Kommen wir jetzt zu dem Teil, der den Film eigentlich in Richtung des Guinness Buch der Rekorde bringen sollte. Die erste Schnittfassung von „Legende“ war 125 min. lang. Scott meinte aber, man könne einige Szenen streichen und er schnitt den Film runter auf 113 min. Diese Version fiel aber bei einer Testvorführung in Orange County durch, da das Publikum nur schwer zu unterhalten war. Der Film wurde ein weiteres Mal umgeschnitten und zwar zu zwei Fassungen. Es gab eine 95minütige für Europa und eine 89minütige für die USA. Scott begründete dies damit, dass die Amis zu flach sind, um einer Handlung zu folgen (er formulierte es etwas diplomatischer, aber es läuft aufs Selbe hinaus).
Die Veröffentlichung verschob sich für die USA um ein gutes Jahr, da der komplette Soundtrack für diese Fassung neu geschrieben und eingespielt wurde.
Ich habe die europäische Fassung auf DVD. Irgendwie kann ich nicht verstehen, dass sonst überall auf der Welt der Director’s Cut zu haben ist, nur nicht bei uns.

Inhalt:
Der Herr der Finsternis will die Weltherrschaft („Of course!“, kleiner Insider), doch dazu müssen die letzten beiden Einhörner sterben. Durch einen Fehler der Prinzessin Lily gelingt es seinen Kobolden, eines zu töten und das andere mit der Prinzessin zusammen gefangen zu nehmen.
Der Herr der Finsternis will sie zu seiner Braut machen. Aber der Waldläufer Jack und seine Freunde wollen das verhindern.

Die Pros:
+Tim Curry: Tim Curry ist der Teufel. Wirklich. Der Herr der Finsternis ist für mich der beeindruckendste Schurke, den es jemals im Fantasy Genre gab. Das Aussehen, der Auftritt, einfach alles wirkt bedrohlich. Was man zum größten Teil Currys Art zuschreiben muss. Bei diesem Teufel würde sich selbst Sauron ins Hemd machen.
+optische Gestaltung: Der Film sieht einfach nur gut aus. Das Spiel von Dunkelheit und Licht, das sich auch in der Geschichte widerspiegelt, ist schön gemacht. Die Sets wurden toll gestaltet (Das Schloss des Herrn der Finsternis) und erinnern wirklich an die oben genannten Disney Filme.

Die Kontras:
-Die Story: Die Geschichte ist schon ziemlich dünn und auch nicht wirklich originell. Da hat man von Scott schon deutlich besseres gesehen.
-Die Leistung einiger Schauspieler: Das wird jetzt etwas länger. Denn da gibt auf der einen Seite Darsteller, die ihr Talent nicht zeigen können. Tom Cruise und David Bennent, der immerhin der Hauptdarsteller in „Die Blechtrommel“ war, sind zu nennen. Bei Bennent wurde der Texte nachsynchronisiert, da man seinen Akzent zu stark hörte.
Mia Sara auf der anderen Seite wirkt überfordert. Ihre Leistung wird besser, als sie dem Bösen verfällt, aber sonst decken wir den Mantel des Schweigens drüber.

Fazit:
Viele Kritiker bezeichnen „Legende“ als Ridley Scotts schlechtesten Film, aber die haben anscheinend noch nie „G.I. Jane“ gesehen. Wenn ihr die frühen Scott Filme mögt und etwas mit Fantasy anfangen könnt, dann solltet ihr euch den Film mal ausleihen. Alle anderen können ihn getrost auslassen.

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2 Antworten zu Legende

  1. Nachdem ich deine Kritik gelesen, dann den Trailer betrachtete, komme ich zu dem Schluss (der keiner ist), dass ich mir noch nicht schlüssig bin, ob ich dieses Scottsche Märchen – sei es gegen Gebühr oder gegen Bankeinzug von Amazon – in die Liste der von mir augenscheinlich beachteten Filme aufnehmen soll. Ich halte mal in der Videothek danach Ausschau, auch wenn ich da eher „schwarz“ (i.S. von Dunkelheit^^) sehe🙂

    • biglars schreibt:

      Es ist echt schwierig, eine eindeutige Kritik zu schreiben.Ich mag den Film, aber gleichzeitig denke ich, dass man ihm nicht wirklich Leuten empfehlen kann. Wer Scott mag, soll einen Blick riskieren, aber sonst nicht. Viele Menschen werden sich an den stilisierten Aufnahmen, den Lichtwechseln und so stören, die den Film etwas surreal wirken lassen. Es ist echt kein Märchenfilm im traditionellen Sinne.

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