Willow

MGM, 1988


Regie: Ron Howard
Drehbuch: Bob Dolman
Geschichte: George Lucas

Darsteller:
Warwick Davis – Willow Ufgood
Val Kilmer – Madmartigan
Jeanne Whalley – Sorsha
Jean Marsh – Königin Bavmorda
Patricia Hayes – Fin Raziel

Ehrenhafte Erwähnung:
Kevin Pollak – Rool

Von der guten alten Stop-Motion kommen wir jetzt zu dem Film, der einen Durchbruch in der Tricktechnik lieferte. Wie schon in „Star Wars“ revolutionierte George Lucas das Filmgeschäft durch die praktische Anwendung von CGI. Es war der eigens für diesen Film geschaffene Morphingeffekt, der die Zuschauer in Staunen versetzte.

FunFacts:
„Willow“ hatte ein Budget von 35 Millionen Dollar.
Die Idee zu dem Film hatte Lucas bereits 1972, doch er wartete, bis die Technik weit genug war, um seine Vorstellungen umzusetzen.
1982 sprach er während der Dreharbeiten zu „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ Warwick Davis an, ob er die Hauptrolle spielen wolle. Den Regisseur Ron Howard verpflichtete er, als dieser während der Nachproduktion von „Cocoon“ bei ILM war.
Die Finanzierung stellt sich als sehr problematisch heraus. Viele Studios fürchteten einen teueren Flop, da Fantasy Kassengift war. MGM nahm dann an, da Lucas einen guten Draht zum Boss Alan Ladd, jr. hatte. Der gute Mann hatte bereits als Chef von 20th Century Fox ein kleines Projekt namens „Star Wars“ zugestimmt.
Trotzdem zahlte MGM nur die Hälfte der Produktionskosten, im Gegenzug kriegten sie die Kinoeinnahmen. Lucas stemmte die andere Hälfte und durfte die Einnahmen aus dem Heimkino und Pay-TV behalten. Irgendwie denke ich, dass er das bessere Geschäft gemacht hat.
Wie Morphing funktioniert, brauche ich sicher nicht zu erklären. Heute ist das ein alltäglicher Effekt, aber damals war es eine Sensation.

Inhalt
Als Willow, ein Nelwyn (eine Art Zwerg), am Flussufer ein menschliches Baby findet, ahnt er noch nicht, dass dies der Beginn eines unglaublichen Abenteuers ist. Dieses Kind soll laut einer Prophezeiung den Untergang der grausamen Königin Bavmorda bedeuten. Deshalb wird es von den Mächten des Bösen gejagt.
Auf seiner Reise findet Willow in dem runtergekommenen Kämpfer Madmartigan und der in ein Tier verwandelte Zauberin Fin Raziel wertvolle Verbündete.

Die Pros:
+Madmartigan: George Lucas hat ein unglaubliches Talent dafür, draufgängerische Figuren zu schreiben, die einem in Erinnerung bleiben. Die werden zwar meistens von Harrison Ford gespielt, aber hier zeigt sich, dass es auch ohne ihn geht. Kilmer gibt am Anfang den großmäuligen Taugenichts, der behauptet, ein großartiger Kämpfer zu sein. Doch kaum hat er dann ein Schwert in der Hand, lässt er seinen Worten Taten folgen. Er nimmt es nicht nur alleine mit einem Drachen auf, sondern setzt auch den Truppen Bavmordas ordentlich zu.
+Special Effects: Es mag zwar heute recht altbacken wirken, aber ich kann mich jetzt noch für die Stop-Motion Monster und natürlich die Morphingsequenz begeistern. Diese sieht noch immer so gut aus, dass ich mir wünsche, Ang Lee hätte sich für „Hulk“ daran ein Beispiel genommen.
+Die Geschichte: Mich hat die Geschichte als Kind begeistert und sie tut es noch immer. Der Grundton ist zwar recht düster, aber die liebevoll gezeichneten Charaktere fangen das immer wieder auf. Irgendwie fühle ich mich an alte Märchen erinnert, wenn ich den Film schaue.

Die Kontras:
-Die Brownies: Lucas hat wirklich ein Händchen dafür, nervende Nebencharaktere zu erschaffen. Diese Wichte sind nervtötende Comic-Reliefs, die mit ihrem dauernden Gewusel und den hohen Stimmen in den Wahnsinn treiben. Ich bete irgendwie jedes Mal, dass einer der größeren auf sie tritt.

Fazit:
„Willow“ ist ein toller und fantasiereicher Film, der in der Tradition von Lucas Topfilmen steht. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, die Geschichte spannend und die Action toll. Er ist ein modernes Märchen, das mit seinen düsteren Bildern zu überzeugen weiß.
Ich spreche eine Kaufempfehlung für alle aus, die auf fantastische Filme und den alten George Lucas stehen. Alle anderen sollten sofort in die Videothek rennen, um den Film auszuleihen.

Morgen lest ihr, was dabei rauskommt, wenn Ridley Scott einen Märchenfilm dreht und dafür Tom Cruise als Hauptdarsteller besetzt.

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2 Antworten zu Willow

  1. morecomp schreibt:

    Na jaaa, soo doll ist der auch nicht.

    • biglars schreibt:

      Ich finde, dass Willow ein sehr gut gemachter und gut erzählter Film ist. Die Figuren wecken die Emotionen, die sie sollen und gerade Val Kilmer räumt als Madmartigan ordentlich ab.

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