Conan – der Barbar

20th Century Fox, 1982


Regie: John Milius
Drehbuch: John Milius & Oliver Stone (genau, der)

Darsteller:
Arnold Schwarzenegger – Conan
James Earl Jones – Thulsa Doom
Max von Sydow – König Osric
Sandahl Bergmann – Valeria
Gerry Lopez – Subotai
Mako – Akiro / Erzähler

Nach der kurzen Einführung geht der FANTASY-Monat jetzt richtig los mit der ersten Filmkritik. In diesem Sinne werde ich auf die eigentlich erwarteten homoerotischen Anspielungen verzichten. Also schauen wir dann mal, wie ein eingeölter Muskelmann im Lendenschurz mit seinem Schwert spielt. (Mist verdammter. Ok, das mit den Anspielungen gilt ab jetzt.)

FunFacts:
„Conan – der Barbar“ hatte ein Budget von 20 Millionen Dollar.
Wegen der damals unklaren Rechtslage dauerte es sieben Jahre, bis das Projekt gestartet werden konnte. Als Grundlage dienten nicht die Geschichten von Howard, sondern die Marvel Comics. Um eine visuelle Unterstützung bei der Präsentation zu haben, fertigte der Produktionsdesigner Ron Cobb und andere Künstler unzählige Zeichnungen und Skizzen von Szenen und Charakteren an.
Der Prozess der Besetzung war sehr ungewöhnlich. Arnold Schwarzenegger war der Ausgangspunkt, denn die Produzenten suchten nach einer passenden Rolle für den ehemaligen Bodybuilder. Der Regisseur John Milius entdeckte die Tänzerin Sandahl Bergmann bei einer Aufführung und war direkt angetan. Die Rolle des „Subotai“ sollte jemand spielen wie sein alter Surf-Kumpan Gerry Lopez. Weil er niemanden fand, besetzte er eben diesen. Für den Part des „König Osric“ war eigentlich Sterling Hayden vorgesehen. Als dieser erkrankte, fand man recht kompetenten Ersatz in Max von Sydow.
Bei den Dreharbeiten lief nicht alles glatt. Das „Rad der Schmerzen“ vom Anfang des Films war so gut konstruiert, dass Arnold es mit einem einfachen Schubser drehen konnte. Deshalb drückte bei den Aufnahmen ein Teil der Crew von der anderen Seite, um es schwerer erscheinen zu lassen.
Es kam auch zu Verletzungen. Schwarzenegger erwischte es gleich am ersten Tag. Als er von den Hunden gejagt wurde, verpasste er die Stufe und zog sich eine Wunde zu, die mit mehreren Stichen genäht werden musste. Sandahl Bergmann erwischte es deutlich schlimmer. Beim Dreh der letzten Kampfszene wurde ihr von einem Extra beinahe der Zeigefinger abgetrennt.
Falls es noch einen Beweis brauchte, wie hart der Gouvernator damals schon war, hier ist er. In der Szene, in der Conan gekreuzigt wird, biss Arnie wirklich in den Hals eines Geiers. Das Tier war zuvor gestorben und er musste nach jedem Take gurgeln, um seinen Mund zu desinfizieren.

Inhalt
Der junge Conan wird nach einem Überfall auf sein Dorf in die Sklaverei gezwungen. Nach Jahren wird er als Gladiator eingesetzt und verdient sich die Freiheit. Er schlägt sich als Dieb durch, doch er vergisst die Mörder seiner Eltern nie. Eine Möglichkeit bietet sich, als der König Osric ihn bittet, seine Tochter aus den Händen des neuen Schlangenkults zu befreien.

Die Pros:
+Arnold Schwarzenegger und James Earl Jones: Ich will keinen der anderen Darsteller abwerten, aber die beiden stehlen hier eindeutig die Show. Gerade Jones liefert einen tollen Bösewicht ab, aber das wissen wir ja seit Star Wars.
+Die Action: Die Kämpfe sind Mann-Gegen-Mann und werden äußerst brutal geführt. So harte Kämpfe wurden danach lange nicht mehr gezeigt.
+Die Special Effects und die Bauten: Die Effekte waren damals beeindruckend und sind es heute noch, wenn man bedenkt, dass sie alle handgemacht sind. Die Arbeit mit den Modellen, oder die Verwandlung von Thulsa Doom in eine Schlange stechen hervor. Die Sets sind gut und detailverliebt gestaltet. Bitte denkt daran, dass das alles gemacht wurde mit dem Bruchteil des Geldes, das solche Filme heute haben. Und ohne CGI.

Die Kontras:
-Die Längen: Es gibt schon eine Menge Längen in dem Film zwischen den Szenen. Denn dort sieht man meist Conan und seine Kumpane, wie sie laufen, futtern oder fi… ich meine kopulieren. Das hätte man getrost weglassen können.

Fazit:
„Conan“ ist ein Klassiker und prägte das Genre auf Jahre. Unzählige Nachahmer versuchten am Thron zu rütteln, aber Arnies Lendenschurz war mehrere Nummern zu groß und sein Schwert länger und härter als das der Konkurrenz (Fuck, ich habe es wieder gemacht). Selbst heute noch setzen viele Menschen das bild von Schwarzenegger im Kostüm gleich mit dem Begriff Fantasy.
Ich kann den Film jeden ans Herz legen, der sich für Sword and Sorcery interessiert oder auch nur einmal reinschnuppern will. Ich besitze die Special Edition, die als Bonus eine Comic-Galerie, ein Making of und zwei Audiokommentare enthält.

Lest morgen, wie sich Conan im zweiten Teil der Serie schlägt.

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4 Antworten zu Conan – der Barbar

  1. morecomp schreibt:

    Ist auch der Beste Film dieser Art. Oft kopiert und nie erreicht mal sehen wie gut das Remake wird.

  2. christiansfoyer schreibt:

    Lange nicht gesehen, aber natürlich gut in Erinnerung: schönes hartes Fantasykino, das sich vielleicht ein bißchen zu ernst nimmt, aber es trotzdem schafft, dabei nicht lächerlich zu wirken. Vom Remake erwarte ich gar nix, auch wenn Jason Momoa auf ersten Bildern wider Erwarten ’n ganz guten Eindruck macht und vom Erscheinungsbild her schon zur Figur zu passen scheint

    • biglars schreibt:

      Der erste Conan war einer der besten Genre-Filme aller Zeiten. Gerade auf dem europäischen Markt gab es dann viele Nachahmer. Mir ist da der Film „Die Barbaren“ in Erinnerung geblieben, der so schlecht war, dass es schon wieder komisch war. Die Dialoge waren reine Punchlines, die Darsteller spielten in dem Bewußtsein, in einem Mistfilm zu sein, und die Effekte waren unterirdisch. Leider ist der nie auf DVD erschienen.
      Das Remake ist (bis jetzt) nicht wirklich interessant für mich. Außer ein paar Bildern habe ich nichts gesehen und naja, der Schauspieler begeistert mich nicht wirklich. Da hätte ich ernsthaft lieber den Wrestler Triple H gesehen. Der passt sehr von der Physis und gerade mit seinen letzten Ringauftritten machte er sehr einen auf König Conan. Das wäre cool geworden.
      Aus dem Conan-Universum reizt mich dann doch eher das Remake von „Red Sonja“. Ich denke, ich greife nicht vor, wenn ich sage, der erste war erbarmungswürdig mies. Aber mit Robert Rodriguez an Bord, Rose McGowan in der Hauptrolle (und dem Kettenbikini) kann das eigentlich nur gut werden.

  3. morecomp schreibt:

    Hab auch bereits die ersten Bilder vom Remake gesehen und die machen einen wirklich guten Eindruck, bin wirklich gespannt ob das Remake seiner Vorlage ansatzweise das Wasser reichen kann.

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