Conan – die Figur in der Literatur und den Comics

Conan, der Cimmerier von Mark Schultz

Bild aus Conan Band 1, Heyne Verlag, 3. Auflage 2008

„Conan, der Cimmerier“, oder wie er besser bekannt ist „Conan, der Barbar“, wurde von dem texanischen Autor Robert E. Howard (geb. 22.01.1906, gest. 11.06.1936) erfunden. Die Kurzgeschichten über den Abenteurer wurden von 1932 bis 1936 im „Weird Tales“ Magazin veröffentlicht.
Howard suchte bereits länger nach einer neuen Figur für den immer größer werdenden Pulp-Markt als Nachfolger für den erfolgreichen „Kull“. Im Oktober 1931 reichte er die Kurzgeschichte „People in the Dark“ ein, in der ein Ich-Erzähler ein früheres Leben als Barbar namens „Conan“ beschreibt.
Im Februar 1932, während eines Urlaubs, arbeitete Howard die Figur „Conan“ weiter aus und schrieb das Gedicht „Cimmerien“. Nach seiner Rückkehr schrieb er die zuvor abgelehnte Kull-Geschichte „By This Axe I Rule!“ (Mai 1929) zu „im Zeichen des Phönix“ um und legte „Ymirs Tochter“ nach. Die erste Geschichte wurde im Dezember 1932 gedruckt, die zweite jedoch abgelehnt.
Die Veröffentlichung brachte Howard dazu, den Essay „Das Hyborische Zeitalter“, in dem Conans Welt deutlicher beschrieben wird, zu schreiben, ebenso die Kurzgeschichte „Der Turm des Elefanten“, in der diese Gedanken aufgegriffen wurden. Der Erfolg und Zuspruch ermutigte ihn, weitere Geschichten zu verfassen. Bis zu seinem Selbstmord hatte er 21 Abenteuer geschrieben, von denen 17 veröffentlicht worden waren.
Nach Howards Tod wanderte das Copyright für die Geschichten durch mehrere Hände. Das Duo L. Sprague de Camp und Lin Carter brachte die ursprünglichen Erzählungen heraus, doch sie wurden umgeschrieben und teilweise extrem verändert. 1977 wurde der Versuch unternommen, die Abenteuer im Original erneut zu veröffentlichen, aber es waren leider die bearbeiteten Fassungen. Während der 1980er und 1990er Jahre gab es einen kompletten Stopp für die Veröffentlichung der Howard Erzählungen. 2000 konnte der Gollancz Science Fiction Verlag in einer zweiteiligen Komplettsammlung die schon verloren geglaubten Geschichten im Rahmen ihrer „Fantasy Masterpieces“ Reihe einer neuen Leserschaft zugänglich machen. 2003 war dann ein Festjahr, denn der Wandering Star Verlag brachte in drei Bänden nicht nur die bekannten Geschichten heraus, sondern veröffentlichte zusätzlich die abgelehnten Geschichten, Originalmanuskripte, Notizen, etc. Die Bücher kann man in Deutschland über den Heyne Verlag beziehen. Es lohnt sich wirklich, denn die Erzählungen sind wahnsinnig spannend und toll geschrieben. Also geht in den nächsten Buchhandel und bestellt euch die Bücher.

So, genug von der Veröffentlichungsgeschichte, reden wir über die Geschichten selbst. Als erstes sollte ich über das „Hyborische Zeitalter“ schreiben, der Welt, in der Conan seine Abenteuer besteht. Zeitlich ordnete Howard dieses zwischen den Untergang von Atlantis und dem ersten Auftreten der antiken Kulturen ein. Um sich eine langatmige Einführung zu sparen, lehnte der Autor seine Welt sehr stark an der uns bekannten an. Er machte es so, dass er das „Hyborische Reich“ einfach über die normale Weltkarte zeichnete und die Ländernamen nur leicht veränderte. Oder wer weiß nicht, was mit „Irakistan“ oder „Afghulien“ gemeint ist?
Conan wurde in Cimmerien geboren, das dem keltischen Gebiet entspricht, und zwar auf dem Schlachtfeld. Sein Vater war Schmied. Bereits mit 15 Jahren war er ein respektierter Krieger.
Er wird immer als groß und muskulös beschrieben (Howard nannte als Maße eine Größe von 188cm und ein gewicht von 92kg), mit blauen Augen, schwarzen Haar und (von der Sonne) bronzefarbene Haut. Er trägt in den Geschichten eist Kleidung, die sowohl seinem Stand als auch der Region, in der er sich befindet, entspricht. Das gilt auch für seine Waffen.
Conan ist ein intelligenter Taktiker und Feldherr, der in jeder Rolle, sei es als Dieb oder Anführer riesiger Armeen, zu überzeugen weiß. Im Kampf ist er mit oder ohne Waffe ein furchterregender Gegner, der über eine große Agilität verfügt, welche im Kontrast zu seinem Körperbau steht. Meistens vergleicht Howard ihn mit Panthern und anderen Raubkatzen.
Conan ist loyal gegenüber seinen Freunden und Verbündeten. Er folgt dabei einem barbarischen Verhaltenskodex, der ihn stark von den „zivilisierten“ Menschen, die meist als verschlagen und hinterhältig porträtiert werden, unterscheidet.
Trotzdem ist Conan kein Held im eigentlichen Sinne. Seine Motive sind immer egoistischer Natur, sei es zu seinem eigenen Vorteil oder um sich selbst zu retten.
Außerdem ist er kein Übermensch. Er ist zwar sehr stark und intelligent, aber er ist nicht unbesiegbar. Er wird mehrmals gefangen genommen und bei einer Gelegenheit geht er ko, weil er betrunken gegen einen Türrahmen rennt.

Machen wir noch einen sehr kurzen Ausflug zu den Marvel Comics. Das Haus, das Stan Lee gebaut hat, brachte zwischen 1970 und 1996 mehrere Serien mit Conan als Hauptfigur heraus. Es wurden zunächst eigene Geschichten erzählt, die sich aber sehr nah an die Vorlage hielten. Später adaptierte man die Howard Geschichten und jene von anderen Autoren.
Conan wurde hier im Lendenschurz mit einem Breitschwert bewaffnet gezeigt. Eine Besonderheit war das Fehlen von Gedankenblasen bei Conan und auch das fehlen von Geräuscheffekten (sehr zum Missfallen von „The Man“).
Die Comics brachten der Figur große Aufmerksamkeit und machten sie zur Popkulturikone. Ein sehr bekannter Fan und Sammler ist der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama.

Lest nächstes Mal, wie sich Arnold Schwarzenegger in der Rolle des Barbaren macht.

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3 Antworten zu Conan – die Figur in der Literatur und den Comics

  1. morecomp schreibt:

    Interessant. Das Conan keine Eintagsfliege war, dass war mir schon bewusst aber ich habe mir noch nie die Mühe gemacht um das genauer zu recherchieren. Wie gesagt, sehr interessant.

  2. grieche schreibt:

    Sehr viele interassante Sachen sind hier dabei , leider hat der Autor vergessen zuschreiben das in Deutschland 1970 im Heyne-Verlag die erste Conan Serie erschienen ist. Diese wird als alte (11 Taschenbücher) genannt. Ab 1980 kam dann in Deutschland die gelbe Serie heraus( 29 Taschenbücher). Die schwarze Serie (54 Taschenbücher) kam dann ab 1990 auf den Markt.
    Im gleichen Jahr wie der Heyne-Verlag in Deutschland die Conan Taschenbücher heraus gab, kam auch eine Comic Serie in Deutschland vom Marvel- Verlag (49 Taschenbücher)heraus.
    1982 -1983 wird Conan der Barbar (Comic) in mehr als 13 Länder heraus gegeben.
    Zur Zeit ist der Panini-Verlag noch dabei die Conan Volume Serie von Dark Horse Comic in Deutschland zu Drucken.

    • biglars schreibt:

      Danke für die Info.
      Ich beziehe mich in meinem Artikel ausschließlich auf die von Howard geschriebenen Geschichten, deren Anzahl aufgrund seines Suizids leider stark limitiert sind. Natürlich kamen danach auch weiter Bücher mit der Figur heraus (ähnlich wie es Jason Bourne schafft, neue Abenteuer zu erleben, obwohl sein Schöpfer Robert Ludlum bereits 2001 verstarb). Aber in der Beziehung bin ich halt Purist.😉
      Die Comics habe ich etwas stiefmütterlich behandelt, obwohl sie ja die Inspiration zu den Filmen waren, ich weiß. Aber es gab insgesamt 13 Serien zu Conan von Marvel, die dann einfach den Rahmen gesprengt hätten. Ich versuche mich immer recht kurz zu halten. Die Dark Horse Comics, die ja derzeit in den Läden stehen, habe ich bewußt nicht erwähnt, da sie keinen Bezug zu denen Filmen haben.
      Ich wollte nur einen kurzen Überblick zu der Figur geben, da die meisten Menschen Conan entweder nur mit Arnie oder einem Manga assoziieren.

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