Stirb langsam

20th Century Fox, 1988
Regie: John McTiernan
Drehbuch: Steven E. de Souza & Jeb Stuart

Darsteller:
Bruce Willis – John McClane
Bonnie Bedelia – Holly Gennaro McClane
Alan Rickman – Hans (Jack) Gruber
Reginald VelJohnson – Sgt. Al Powell
William Atherton – Richard Thornburg

Ehrenhafte Erwähnung:
Robert Davi – Agent Johnson

Nachdem ich die Liste der besten Actionfilme geschrieben hatte und aus Ermangelung an guten Comicverfilmungen (Wer will mich schon seitenlang über „Fantastic Four“ oder „Elektra“ motzen lesen?), schreibe ich jetzt einen kleinen Rückblick auf die „Stirb langsam“-Serie.
Ich bin mit den Abenteuern von John McClane aufgewachsen und schiebe die Filme noch heute in den DVD-Player, wenn nichts im TV läuft (was während der WM der Fall ist). Also legen wir mal los und schauen wie der erste Film sich heute noch macht.

FunFacts:
„Stirb langsam“ hatte ein Budget von 28 Millionen Dollar.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman (im Original „Nothing lasts forever“) von Richard Thorp aus dem Jahr 1979. Es ist eine direkte Fortsetzung des Buches „Hartnäckig“ („The Detektive“) von 1966. Dieser Roman wurde 1968 unter dem Titel „Der Detektiv“ mit Frank Sinatra in der Hauptrolle verfilmt.
Ursprünglich sollte „Stirb langsam“ dann auch eine Fortsetzung zu dem Film sein, aber Frank Sinatra lehnte es ab, seine Rolle erneut zu spielen (Irgendwie kann ich mir auch einen schon deutlich gealterten Frankieboy nicht als Actionheld vorstellen). Danach plante man den Stoff als Fortsetzung des Arnold Schwarzenegger Krachers „Phantom Kommando“ („Commando“, 1985) (einer der geilsten, übertriebendsten und sinnfreiesten Actionfilme aller Zeiten) auf die Leinwand zu bringen. Aber Arnie hatte kein Interesse. Also machte man einen eigenständigen Film aus dem Roman.
Man hielt sich dabei sehr eng an die Vorlage, übernahm alle Hauptperson, wichtige Szenen und sogar große Teile der Dialoge 1:1. Geändert wurden lediglich einige Namen und ein paar Details. Die Hauptfigur wurde jünger, Holly von seiner Tochter zu seiner Frau, die politisch motivierten Terroristen zu einfachen Räubern. Der damals recht unbekannte TV-Darsteller Bruce Willis (ernsthaft, er hatte ein paar Auftritte als Extra, zwei relative Flops im Kino und eine Serie gedreht zu dem Zeitpunkt, also nicht gerade ein Name, der „KASSENMAGNET“ schreit) wurde wegen seiner lockeren und lustigen Art als Hauptdarsteller verpflichtet. Der Einfachheit halber drehte man die Außenaufnahmen vor dem neuen Gebäude der 20th Century Fox, Fox Plaza, Los Angeles.
In der deutschen Fassung änderte man die deutschen Namen der Terroristen in ihr englisches Äquivalent. Anscheinend hatte man damals Angst, die Zuschauer könnten wegen der jüngeren Vergangenheit (Stichwort: RAF) sensibel reagieren. Komisch, dass man es in „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ nicht tat, was mich damals deutlich verwirrte.
Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Kameramann war Jan de Bont, der einige Jahre später als Regisseur mit „Speed“ einen ähnlichen Klassiker des Actionkinos ablieferte.

Inhalt:
Der New Yorker Polizist John McClane hat es nicht leicht. Im Job läuft es nicht besonders und seine Frau hat ihn mit seinen Kindern verlassen, um an der Westküste Karriere zu machen. Jetzt hat er sich trotz Flugangst auf den Weg nach LA gemacht, um wenigstens die Feiertage mit seiner Familie zu verbringen.
Doch kaum ist er auf der Firmenweihnachtsfeier seiner Frau angekommen, stürmen bewaffnete Gangster das Gebäude und nehmen Geiseln. Jetzt steht er alleine gegen eine Gruppe skrupelloser Terroristen.

Die Pros:
+Bruce Willis: Die Rolle des „John McClane“ machte aus dem Nobody eine der größten Actionikonen unserer Zeit. Nie verkörperte jemand den Actionhelden so gut und glaubwürdig. Außerdem, wenn wir ehrlich sind, ist Willis immer am besten, wenn er schwer blutend und nur ein Unterhemd tragend auf böse Buben schießt.
+Die Action: Die Schießereien sind hart und schnell, die Schlägereien brutal und schmerzhaft, die Explosionen spektakulär. Also hat der Film alles, was ein Actionfan braucht und verlangt.
+Alan Rickman: Wenn man Willis lobt, muss man auch Rickman erwähnen. Seine Interpretation des Bösewichts Hans (Jack) Gruber war eine willkommene Abwechselung zu dem damals üblichen irren Soldaten oder durchgeknallten Diktatoren, die das Genre dominierten. Hans war ein charismatischer und eiskalt berechnender Bastard, der sich von nichts wirklich aus der Ruhe bringen ließ und seine Ziele trotz Störungen weiterverfolgte.

Die Kontras:
Fehlanzeige, es gibt nichts zu meckern.

Fazit:
„Stirb langsam“ ist einer der besten Actionfilme aller Zeiten.
John McTiernans Film sorgte nicht nur für eine Wende im Actionkino (weg von den übermaskulinen, muskelbepackten Supersoldaten hin zu den etwas alltäglicheren Helden), sondern legte auch die Grundlage für die folgenden Filme der Reihe- Viele der hier verwendeten Elemente lassen sich in den späteren Einträgen der Serie finden.
Das Hauptthema ist der Kampf der Kleinen gegen die Großen. John McClane ist weder besonders trainiert, noch hat er besondere Fähigkeiten. Er ist ein einfacher Polizist, der sich mit militärisch ausgebildeten und besser ausgestatteten Gegnern anlegt. Er gewinnt am Ende, weil er cleverer ist und seine Unterlegenheit zu seinem Vorteil nutzt. Und man kann das als Allegorie zum Klassenkampf sehen!
Als nächstes wurde Wert auf realistischere Action gelegt. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Held unbeschadet mit dem Kopf voran in die Horden von Gegner stürmte und diese erledigte, ohne selbst getroffen zu werden oder einmal nachzuladen. Noch nie vorher musste ein Held so übel während seiner Heldentaten einstecken und seine Jagd nach Munition und Waffen ist immer präsent.
Zum Schluss bleibt der Kontrast zwischen dem Geschehen und den Feiertagen. Weihnachten steht im Allgemeinen für Frieden und Freude, nicht für Angst, Schrecken und Tod (Es sei denn, man feiert mit meiner Familie. Kleiner Scherz). Diesen Kontrast verstärkt man durch den Soundtrack, der aus Weihnachtsliedern und klassischer Musik besteht.
Ich spreche eine 100%ige Kaufempfehlung aus. Hört jetzt auf zu lesen und bestellt den Film. LOS!!!!!

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