Stirb langsam 4.0

20th Century Fox, 2007
Regie: Len Wiseman
Drehbuch: Mark Bombach

Darsteller:
Bruce Willis – John McClane
Justin Long – Matthew „Matt“ Farrell
Mary Elizabeth Winstead – Lucy Gennaro McClane
Timothy Oliphant – Thomas Gabriel
Maggie Q – Mai Linh
Kevin Smith – Frederick „Warlock“ Kaludis

Kommen wir zum vorläufig letzten Teil der Saga um den Polizisten, der immer zur falschen Zeit am falschen Ort ist. John McClane hat es als Held der ganz alten Schule mit einem Gangster zu tun, der auf einem Gebiet Experte ist, von dem John keine Ahnung hat: den Computern. Wie schlägt sich McClane im Kampf gegen das Internet? Finden wir es heraus.

FunFacts:
„Stirb langsam 4.0“ hatte ein Budget von 110 Millionen Dollar.
Das Drehbuch basiert auf dem Skript „WW3.com“ von David Marconi. Die Idee dazu hatte er von dem Artikel „A Farewell to Arms“ von John Carlin aus dem Wired-Magazin. Nach dem 11.09.2001 wurde das Projekt zunächst auf Eis gelegt und später dann von Doug Richardson und Mark Bombach zu „Stirb langsam 4.0“ umgeschrieben.
So komisch das auch klingen mag, aber der überall viel belächelte Titel „Die Hard 4.0“ war der ursprünglich geplante für den Film. Bruce Willis und andere Mitglieder der Crew nannten ihn immer wieder. Erst zur Veröffentlichung änderte man ihn in den USA zu „Live Free or Die Hard“, um an das Motto des Staates New Hampshire („Live Free or Die“) zu erinnern.
Die Rolle der Lucy war schwer umkämpft. Ursprünglich war Rumer Willis, die Tochter von Bruce Willis, für den Part im Gespräch. Außerdem sprachen Jessica Simpson, Britney Spears (Ich danke dem Herrn und Erlöser, dass diese talentfreien Zonen die Rolle nicht kriegten) und Taylor Fry, die Lucy im ersten Teil gespielt hatte, vor.
Bei den Special Effects versuchte man so gut es ging auf CGI zu verzichten. Man setzte die Computer nur ein, um die Stunts so zu bearbeiten, dass es wie aus einem Stück erscheint. Die besten Beispiele sind drei Szenen: als in dem Tunnel das Auto beinahe auf Willis und Long fällt, wenn Willis den Hubschrauber mit seinem Auto abschießt und natürlich das Finale.

Inhalt:
John McClane hat eigentlich frei und will seine entfremdete Tochter Lucy am College besuchen, als er angefunkt wird, um den Hacker Matt zum FBI zu bringen. Eine Gruppe Cyberterroristen führt einen Angriff auf die Infrastruktur der USA aus und nur ein Mann kann sie stoppen. Und das vollkommen analog.

Die Pros:
+Bruce Willis: Ich weiß, es wird langsam etwas langweilig, aber man kann den Mann nicht genug loben. Auch diesmal holt er alles aus sich und der Figur heraus. Spielte er im dritten Teil noch den gefallenen Helden, ist er jetzt deutlich gewachsen und gereift. Die Figur ist zynischer und pragmatischer geworden. Gerade seine Ansprache über das Heldentum definiert die Figur besser als es die drei vorigen Filme zusammen taten.
+Die Action: Es mag zwar nicht mehr so viel Blut fließen wie in den Vorgängern (die hatten alle ein R-Rating im Gegensatz zum PG-13 hier), aber es kracht gewaltig. Gerade bei der Szene mit dem Auto und dem Helikopter ballt man seine Faust zufrieden und denkt: „Wow, war das genial.“
+Alt gegen Jung: Ich kringele mich jedes Mal, wenn ich die Szenen und Dialoge zwischen Willis, Long und auch Smith anschaue. Denn ich werde dabei an meinen Vater erinnert, der dieser ganzen Computersache und Geek-Kultur ahnungslos und skeptisch gegenübersteht. Viele können sicher bestätigen, dass sie ähnliche Gespräche mit ihren Eltern führten und somit aus dem Leben gegriffen sind.

Die Kontras:
-Timothy Oliphant: Oliphant ist der mit Abstand schlechteste Schurke der gesamten Serie. Er ist weder beeindruckend oder charismatisch, noch wirkt er auf irgendeine Art und Weise furchteinflößend. Er ist einfach soft. Gegen Ende meint man sogar, dass er Angst vor McClane hat. Seine Handlanger Maggie Q, Chris Palermo und Cyril Raffaelli (Den ich seit „Banlieue 13“ verehre) kommen deutlich härter rüber und sind interessanter.
Außerdem scheint er nicht so kompetent zu sein, wie alle sagen. Der Kerl soll NORAD mit einem einfachen Laptop gehackt haben? Aber er braucht mehrere Experten, die die Computer für ihn bedienen? Er versucht nicht einmal, den von Long improvisierten Code zu knacken? Irgendwie erwarte ich da mehr von einem Schurken.
-Der Plot: Ich bin weit davon entfernt, ein Experte im Bereich IT zu sein, aber ich stelle mir vor, dass es schon deutlich mehr Aufwand erfordert, die komplette Infrastruktur der USA zu hacken.

Fazit
„Stirb langsam 4.0“ ist ein würdiger (vorläufiger) Schlusspunkt der Serie. Die Action ist noch immer markant, doch die Figur des John McClane hat sich deutlich weiterentwickelt. Man kann hier ruhig Vergleiche zu „John Rambo“ und „Rocky Balboa“ ziehen, die sich in ihren Abschiedsvorstellungen reifer und gefestigter als in allen Filmen zuvor zeigten. Es ist eine tolle Entwicklung, die den Charakter selbst nach über 20 Jahren noch immer interessant und glaubwürdig macht.
Wer die ersten Filme kennt, wird auch diesen hier lieben. Kauft ihn, ihr werdet es nicht bereuen.

So, das war die „Stirb langsam“-Reihe. Ich verlasse euch jetzt zu den lieblichen Klängen der Band GuyzNite. Viel Spaß.

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