Top Ten Countdown der besten Actionfilme

Ich wollte schon lange einen Top Ten Countdown der besten Actionfilme machen. Dabei hätte ich zwei Optionen gehabt:
1. Ich mache es mir einfach und baue die Liste aus den kompletten Serien „Stirb langsam“ und „Lethal Weapon“ zusammen, die fehlenden beiden Filme wären die ersten beiden „Terminator“ gewesen.
2. Ich lasse nur immer einen Film eines Franchises zu, sortiere diese und fertig ist die Liste der besten Actionfilme.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich Nummer 2 gewählt habe. Also viel Spaß beim lesen.

10. The Rock – Fels der Entscheidung
Hollywood Pictures 1996
Was wäre eine solche Liste ohne einen Film von Michael „Bumm“ Bay? Das war eine rhetorische Frage, denn die Antwort lautet: Nicht vollständig. Aber ich muss zugeben, dass dieser Film sehr knapp reingerutscht ist, denn ich konnte mich erst nicht zwischen „The Rock“ und „Con Air“ entscheiden. Am Ende gaben zwei Faktoren den Ausschlag.
Der erste ist Michael Bay. Auch wenn das erst sein zweiter Film war, sah man schon seinen Hang zur Gigantomanie. Alles ist übergroß, die Figuren, die Action, das Setting.
Der zweite ist die Besetzung. Auch wenn John Malkovich in „Con Air“ toll aufspielt, verliert er im Vergleich zur Großartigkeit von Sean Connery. Der Mann ist eine Legende und da verliert jeder.
Der Inhalt ist auch kurz erzählt. Eine Gruppe von Soldaten hat eine gefährliche biologische Waffe geklaut und das ehemalige Gefängnis Alcatraz eingenommen. Wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden, drohen sie damit, die Stadt in ein Leichenschauhaus zu verwandeln. Ihnen stehen nur ein Waffenexperte (Cage) und der einzige Mann, der jemals von der Insel geflohen ist, (Connery) gegenüber.

9. Lethal Weapon 3
Warner Bros., 1992
Warum gerade der dritte Teil?
Für mich machte dieser Film die Serie erst interessant und sehenswert. Es war der erste „pure“ Actionfilm der Reihe, befreit davon, einen seriösen und düsteren Ton zu wahren. Man schmiss die Thrillerplots um ehemalige Soldaten, die Drogen schmuggeln, (Teil 1) oder um südafrikanische Diplomaten, die das gleiche machten, auf den Müll und jagte stattdessen Gibson und Glover von einer Actionszene in die nächste. Zwischendurch sorgte Pesci für Lacher und Rene Russo bot nicht nur was fürs Auge, sondern zeigte sich den beiden Helden ebenbürtig.
In meiner Jugend kannte jeder den Film und der Standardspruch „Wir sind zu alt für den Scheiß!“ war ein geflügeltes Wort bei uns. Ja, da ist ein Schuss Nostalgie dabei, aber das ist meine Seite.
Im dritten Teil kriegen es Murtaugh und Ricks mit einem ehemaligen Cop zu tun, der illegale Munition und Waffen auf den Straßen von LA verkauft und so den Bandenkrieg anheizt.

8. Blade
New Line Cinema, 1998
Eine Comicverfilmung musste auf die Liste, also hier ist sie.
Als ich damals im Kino war, kam ich mir irgendwie deplaziert vor. Alle im Publikum, außer mir, sahen aus, als wenn sie beim Herrenausstatter von Rob Zombie kauften. Als der Film dann losging, war mir das egal.
Die gelungene Mischung aus Martial Arts, Horror und Action machten „Blade“ einzigartig und Wesley Snipes (wieder einmal) zum Star. Die Kampfszenen sind toll choreographiert, die Action schnell und hart. Die Special Effects waren damals atemberaubend und sehen heute noch gut aus.
Leider ging der Franchise danach den Bach runter. Der zweite Teil war noch recht ordentlich, aber der dritte Teil ist ein ganz heißer Kandidat für meine Kategorie „Von der Müllhalde“. Und Wesley Snipes ist mittlerweile in der Hölle der Direct-To-DVD-Premieren angekommen, die von Stephen Segal, Jean-Claude van Damme und Dolph Lundgren bewohnt wird.
Die Geschichte ist ziemlich einfach. Es gibt wirklich Vampire, doch statt als Diskokugeln für hormongestörte Teenies zu dienen, wollen diese unser Blut und die Menschheit ausrotten. Der Halbvampir Blade bekämpft sie seit Jahren, muss sich jetzt aber einer Bedrohung stellen, die ihn an seine Grenzen bringt.

7. Crank
Universal Studios, 2006
„Crank“ ist einer der abgedrehtesten Filme, die ich kenne. Die Story ist abstrus, die Actionszenen (damals) einzigartig und die Aufnahmen durchgestylt. Außerdem hatte man mit Jason Statham die derzeit coolste Sau im Filmgeschäft als Hauptdarsteller.
Ich liebe diesen Film einfach, es ist praktisch ein „Stirb langsam“ auf Crack. Wenn ich mich mal wieder aufmuntern will, schiebe ich den Film in den DVD Player und genieße das Chaos.
Leider hat mich der zweite Film komplett enttäuscht. Es war einfach wie der erste, nur in lauter und dümmer. Seit „Gamer“ weiß ich, dass die beiden Macher nicht mehr draufhaben.
Der Killer Chev Chelios wurde selbst zum Opfer, nur weiß er es. Man hat ihm einen Drogencocktail verabreicht, der die Produktion von Adrenalin hemmt. Jetzt ist er auf einem Rachefeldzug, während er gleichzeitig versucht, sich irgendwie zu pushen.

6. Bad Boys
Columbia Pictures, 1995
Und wieder haben wir Michael Bay hier. Diesmal mit seinem Debütfilm.
Wie sehr wollte ich damals diesen Film sehen, als er rauskam. Die Trailer zeigten einen harten Actionfilm mit Will Smith, der gerade „Der Prinz von Bel-Air“ hinter sich gelassen hatte. Mit diesem Film machte er den ersten Schritt in Richtung Superstar.
Leider scheiterten alle Versuche, an der Jugendfreigabe oder besser gesagt, der fehlenden. Ich war damals erst 14. Am Ende sah ich ihn so oft auf Video, dass das Band nachgab.
Der zweite Teil wird zwar oft niedergemacht, aber ich finde ihn recht gut. Er ist vielleicht zu lang und hat dadurch gegen Ende ziemlich Leerlauf, aber sonst kann ich nichts kritisieren. Den einzigen Film von Bay, bei dem sich mir die Zehennägel aufrollen, ist übrigens „Pearl Harbor“.

5. Timecop
Universal Pictures, 1994
Jean-Claude van Dammes bester Film. Wer dagegen spricht, ist ein Vollidiot.
Die Effekte waren damals vom Feinsten, die Action atemberaubend und man fand mehr als genug Möglichkeiten, die unglaubliche Athletik des Belgiers unter Beweis zu stellen. Die Story war auch nicht 08/15, gerade weil sich alles immer veränderte, wenn in der Vergangenheit etwas passierte.
Die folgenden Filme und die Serie konnten leider nicht mehr überzeugen. Van Dammes Karriere ging danach auf Sinkflut, bis er mit „JCVD“ wieder in den Blickpunkt rückte.
In der Zukunft sind Zeitreisen alltäglich. Um Missbrauch zu verhindern, wurde eigens eine Polizeieinheit geschaffen. Ihr bester Mann ist Max Walker, der in eine Verschwörung stolpert, die auch sein eigenes Leben beeinflusst hat.

4. John Rambo
Lionsgate/The Weinstein Company, 2008
Hier habe ich auch lange überlegt, welchen Film der Reihe ich auswählen sollte. Es standen die einzigen ernstzunehmenden Teile zur Wahl, der erste und halt der letzte Teil.
Am Ende habe ich mich für „John Rambo“ entschieden, weil der erste zu sehr von der Romanvorlage (David Morrell „First Blood“, lest mal ein Buch) abwich. Der Film war zu einseitig, porträtierte Rambo als eine Art Heiligen, während er im Buch stark zur Eskalation der Situation beitrug. Hier wird Rambo als deutlich moralisch ambivalenter gezeigt.
Aber hier geht es um Action, also wie ist die? Brutal, hart und direkt. Soviel Splatter habe ich noch nie außerhalb des Horrorgenres gesehen. Dabei bleibt alles sehr glaubwürdig und auch Stallone macht nichts, was man ihm nicht zutraut.
John Rambo hat sich in den Dschungel von Thailand zurückgezogen. Dort wird er von einer humanitären Hilfsgruppe angesprochen, sie nach Burma zu schmuggeln. Er sagt zu. Als er erfährt, dass die Leute von der Militärregierung gefangen worden, zieht er ein letztes Mal in den Krieg.

3. Shoot Em Up
New Line Cinema, 2007
Selten hat ein Titel den Inhalt eines Films so exakt wiedergegeben. Eine Schießerei jagt die nächste, es ist, als wenn man einem Videospiel zuschaut. So muss Action sein. Die Story kann man komplett vernachlässigen, Clive Owen ist das Zentrum, um das eine Menge Kugeln kreisen.
Deswegen fällt die Inhaltsangabe sehr knapp aus. Owen rettet Baby und erschießt eine Unmenge von Bösewichtern.

2. Stirb langsam – Jetzt erst recht
20th Century Fox, 1995
Der dritte Teil der Serie brach mit Vielem, was bis dahin Standard war. Die Handlung spielte im Sommer (statt zu Weihnachten), John McLane hatte eine ganze Stadt zum Spielen (Teil 1: Hochhaus, Teil 2: Flughafen) und er bekam in Samuel L. Jackson endlich einen aktiven Partner zur Seite gestellt. Lediglich der Schurke (gespielt von Jeremy Irons) stand in der Tradition, da er sowohl besser ausgerüstet als auch besser ausgebildet war als McLane (in den vorigen Filmen kriegte man immer ein entweder/oder). Zum Schluss lacht aber Willis und sagt: „Yippee-ki-yay Schweinebacke!“.
Der vierte Teil setzt die Thematik der Reihe (der Kampf des kleinen Mannes gegen die Großen) fort. Der Gegner ist Computerspezialist, ein Feld, auf dem sich McLane nicht auskennt. Aus leidvoller eigener Erfahrung (ich nenne den technisch Minderbegabten „Vater“) kann ich mich voll hineinversetzen und genieße, wie Willis selbstironisch mit seinem Mythos umgeht.
Die Stadt New York wird von einem Terroristen bedroht und er will eins: Den Polizisten John McLane. Dieser ist voll verkatert, findet aber mit dem Händler Zeus heraus, dass mehr dahinter steckt, als angenommen.

1. Terminator 2
TriStar Pictures, 1991
Ach kommt schon. Habt ihr echt gedacht, dass ich James Camerons Meisterwerk auslasse? „Terminator 2“ setzte in wirklich allen Bereichen des Films neue Maßstäbe. Die Special Effects waren damals aus einer anderen Welt (und beeindrucken heute noch), die Action ist bombastisch und das Budget war das damals höchste (anscheinend kann Cameron nicht gut mit Geld umgehen).
Mit „Terminator 2“ hätte man der Serie ein würdiges Ende beschert. Der folgende Film beschädigte das Image (er war nicht ganz übel, aber es fehlte das gewisse Etwas) und der letzte … Was ich davon halte, kann man hier lesen.
Der Terminator ist wieder da. Diesmal jedoch nicht, um Sarah Connor und ihren Sohn John zu töten, sondern um sie zu beschützen. Denn auf sie wurde ein neues Model angesetzt, das seine form verändern kann.

Dieser Beitrag wurde unter Top Ten abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Top Ten Countdown der besten Actionfilme

  1. Eine Berechtigung, auf einer solchen Liste aufzutauchen, würde ich folgenden deiner Auswahl zugestehen: The Rock, Crank, Shoot Em Up und Stirb Langsam 2. Der Rest hat mich nie geturnt, angesprochen, begeistert – wie auch immer man es im Action-Genre nennen mag😉

  2. Ich bitte mich korrigieren zu dürfen: Stirb Langsam 3 war gemeint.

    • biglars schreibt:

      Jeder hat seine eigene Meinung. Das ist doch das Schöne. Ich kenne auch Filme,, bei denen Leute immer sagen „Wow, der ist toll.“ und ih finde ihn nur schrecklich. Bestes Beispiel ist „Stanley Kubricks The Shining“.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s