Surrogates

Touchstone 2009
Regie: Jonathan Mostow
Drehbuch: John Brancato & Michael Ferris (Film) / Robert Venditti (Comic)

Darsteller:
Bruce Willis – Tom Greer
Radha Mitchell – Peters
Rosamund Pike – Maggie
James Cromwell – Canter
Ving Rhames – Der Prophet

Am vergangenen Wochenende hatte ich ein plötzliches Verlangen nach einer Dosis SciFi. Also suchte ich die Videothek meines Vertrauens auf und holte mir unter anderem den letzten Film mit Bruce Willis. Die Grundidee, dass die Menschen uns in die Sicherheit unserer Wohnungen zurückgezogen haben und nur noch durch unsere Gedanken kontrollierte Roboter vor die Tür gehen, fand ich schon sehr faszinierend. Konnte aber der Rest des Films mich ebenfalls fesseln?

FunFacts
Das Budget des Films lag bei 80 Millionen.
Der Film basiert auf der gleichnamigen Comic Miniserie von Robert Venditti aus dem Jahr 2006. Bevor jemand fragt: ein, ich kenne die Hefte nicht, denke aber, dass ich einen Blick reinwerfen werde, sollten sie nach Deutschland kommen.
Im März 2007 kaufte Disney die Filmrechte an dem Comic, den Vertrieb sollte Touchstone machen. Ausgedacht wurde das Projekt von Max Handelman und seiner Frau Elizabeth Banks (genau, die Miri aus „Zack and Miri make a porno“). Sie verpflichteten den Produzenten Todd Lieberman, um die Sache voranzutreiben. Als Regisseur wurde Jonathan Mostow auf die Basis des Skripts von Michael Ferris und John Brancato angeheuert. Im November 2007 gab man bekannt, dass Bruce Willis die Hauptrolle spielen werde.
Der Drehstart war für den Februar 2008 in Lynn, Massachusetts geplant, musste aber auf den 29.04. verschoben werden. Es wurde in mehreren Städten in Massachusetts gefilmt.

Inhalt
Die Welt der Zukunft ist eine blühende. Es gibt keine Krankheiten oder Verbrechen mehr, die Menschheit lebt in Wohlstand. Zu Verdanken haben wir dies dem Forscher Canter, der die Surrogates entwickelte. Es handelt sich dabei um Roboter, die man durch seine Gedanken steuert.
Als der Surrogate von Canters Sohn zerstört wird und dieser dabei stirbt, wird der FBI-Agent Tom Greer auf den Fall angesetzt. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine große und gefährliche Verschwörung.

Die Pros
+Bruce Willis: Der Mann ist zu Recht eine Legende und der letzte große Star der 80er, der noch in der obersten Liga von Hollywood spielt. Er macht jeden Film (Ok, klammern wir mal „Hudson Hawk“ und „Fast Food Nation“ aus) besser. Hier gibt er überragend den vollkommen verzweifelten und niedergeschlagenen Agenten.
+Die Welt: Die Zukunft, wie der Film sie zeigt, ist faszinierend, sehr realistisch und lückenlos durchdacht. Man wird vollständig hineingezogen und man kann sich gut vorstellen, dass dies auch wirklich passieren könnte.
+Make Up Effekte: Es ist zwar selten, dass ich so etwas einmal lobe, aber die Masken sind wirklich gelungen. Vergleicht man die Surrogates mit ihren realen Nutzern, ist man mehr als nur beeindruckt. Bruce Willis kann man hier als Beispiel nehmen.

Die Kontras
-James Cromwell und Ving Rhames: Nichts gegen die beiden Schauspieler, ich finde beide sehr gut. Aber wieso werden die beiden hier nur so wenig gezeigt? Ja, Cromwell soll der mysteriöse Schattenmann sein, aber Rhames spielt den Propheten, den Anführer der Anti-Surrogates Bewegung („Dreads“). Er ist einer der bekanntesten und prominentesten Menschen. Wieso wird er dann nur so kurz gezeigt?
-Der Plot: Ich gebe jetzt direkt eine SPOILER WARNUNG. Wer den Film noch sehen will, sollte jetzt nicht weiterlesen.
Also, es gibt insgesamt zwei Verschwörungen. Die eine hat den Mord an Canter zum Ziel, die andere stammt von Canter selbst. Denn er steckt hinter den Dreads, der Prophet ist nur einer seiner Surrogates. Und nach dem gescheiterten Mordanschlag auf sich will Canter die Abschaffung beschleunigen und alle Menschen ermorden, die eine seiner Maschinen benutzen.
Das Ganze wirft einige Fragen auf. Wieso sollte die Firma ihn umbringen? Der Mann sitzt im Rollstuhl und ist auf die Roboter angewiesen. Warum nimmt man ihm die Geräte nicht einfach weg oder deaktiviert sie? Oder stellt die Bewegung der Dreads bloß? Der Prophet ist öfters im Fernsehen. Warum nicht einfach zeigen, dass er nur eine Maschine ist. Die Bewegung wäre mit einem Schlag vorbei.
Ein weiteres Problem ist, dass der Prophet ein Surrogate ist. Es wird mehrmals im Film gezeigt, dass man die Roboter aufladen muss, wie ein Handy. Dazu stellt man sie in ein sehr großes Ladegestell. Doch der Prophet wohnt in einem einfachen Wohnwagen, in dem es kein Platz für so etwas gibt. Seine Anhänger sind so militant, dass sie keine Maschinen in ihrem Gebiet dulden und sogar den Surrogate von Bruce Willis (wohlgemerkt ein FBI-Mann) zerstören, als der einen Verdächtigen verfolgt. Dass diese Leute entweder alte Ladestationen unbeschädigt lassen oder zulassen, dass eine neue installiert wird, ist doch sehr, sehr, sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich.

Fazit
„Surrogates“ ist ein solider Thriller, wenn man nicht zu tief unter die Oberfläche schaut. Die Welt ist zwar sehr gut konstruiert, leider hat man sich bei der Story nicht ganz so viel Mühe gegeben.
Man kann sich den Film zwar ausleihen, aber an Größen wie „Blade Runner“ oder „I, Robot“ kommt er nicht heran.

Dieser Beitrag wurde unter Kritiken abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Surrogates

  1. christiansfoyer schreibt:

    Puh, wenn ich die Namen Brancato und Ferris lese hört’s bei mir eigentlich schon auf, was die aus dem „Terminator“-Franchise gemacht haben gehört für mich zu den ewigen Unverzeihlichkeiten. Und auch hier scheinen die Herren ja mal wieder nicht durch ein sinnvolles Drehbuch zu glänzen😉

    • biglars schreibt:

      Der Film bricht erst im letzten Teil vollkommen weg. Das Konzept ist geschlossen, am Anfang kriegt man in einem Rückblick die Entwicklung erklärt.
      Aber wenn es um die eigentliche Story geht, ist es so löcherig wie ein Schweizer Käse.

  2. morecomp schreibt:

    Jo, so kann man das sehen, nicht schlecht aber auch nicht der Hammer. Das meiste bringt eben doch der Hauptdarsteller mit und der Rest ist nicht soo wichtig. Aber da gibts schon noch mehr Stars aus den 80er Jahren die immer noch ganz oben mitspielen. Aber langsam wird es halt dünner. Wie wäre es zum Beispiel mit Tom Cruise? Wenn wer nicht gerade Scintology rummacht. Oder Will Smith? Aber das nur am Rand.

    • biglars schreibt:

      Will Smith gehört doch eher in die späten 90er mit „Bad Boys“ oder „Independence Day“. Mit den großen der 80er waren die großen Drei gemeint: Schwarzenegger, Stallone und Willis halt. Der erste hat sich as dem Filmgeschäft zurückgezogen, der zweite ist zwar wieder da (irgendwie) und Willis war nie weg.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s