Serenity

Universal Pictures 2005

Drehbuch/Regie: Joss Whedon

Darsteller:
Nathan Fillion – Malcolm „Mal“ Reynolds
Gina Torres – Zoe Alleyne Washburn
Alan Tudyk – Hoban „Wash“ Washburn
Morena Baccarin – Inara Serra
Adam Baldwin – Jayne Cobb
Jewel Staite – Kaywinnit Lee „Kaylee“ Frye
Sean Maher – Dr. Simon Tam
Summer Glau – River Tam
Ron Glass – Shepherd Derrial Book
Chiwetel Ejifor – Der Operative

Ehrenhafte Erwähnung
David Krumholtz – Mr. Universe (aus „Numbers“)
Tamara Taylor – Lehrerin (aus „Bones“)

Nachdem ich euch letztens etwas über die Serie Firefly erzählt habe, kommt nun die Kritik zum dazugehörigen Kinofilm „Serenity“. Bevor ich loslege, möchte ich eine kleine Geschichte erzählen.
Also, ich kannte die Serie nicht, bevor ich den Film gesehen hatte. Um ehrlich zu sein, wusste ich auch nicht besonders viel über den Film. Ich saß damals im Kino und in der Vorschau kam der Trailer zu diesem Film.

Als ein großer Fan von SciFi war ich sofort interessiert. Da flackerten Bilder von Raumschiffen über die Leinwand, es wurden coole Witze gerissen und die Action war geil. Es war ein großes wirbelndes Etwas. Als Jayne seine Jacke öffnet, die MP5 durchlädt und sagt: „Lasst uns böse sein!“, war mir klar, dass ich den Film sehen musste.
Am nächsten Tag telefonierte ich mit meinem besten Freund Christian und versuchte ihn davon zu überzeugen, „Serenity“ anzusehen. Er war erst recht zurückhaltend, ich schickte ihm den Link zum Trailer und er wollte es sich überlegen (weil er der mit dem Auto ist, muss er auch überzeugt sein).
Am Starttag saßen wir dann im Kino und schauten den Film. Wir waren vollkommen weggeblasen. So begeistert hatten wir schon lange nicht mehr den Kinosaal nach einem SciFi-Film verlassen (ok, ist kein wunder, der letzte davor war „Star Trek IX“). Irgendwie war uns klar, dass die Zeit bis zum DVD-Release eine sehr lange und traurige sein würde.
Deswegen waren wir angenehm überrascht, als wir herausfanden, dass der Film auf einer Serie basierte und diese auch noch auf DVD erschienen war. Nach mehreren Nachfragen in unserer Videothek (wir wollten ausleihen, weil die Box damals knappe 50€ kostete) kriegten wir die Serie und schauten „Firefly“ bis wir die Folgen auswendig kannten.
So, das war die Geschichte, wie ich zu einem „Browncoat“ wurde. Jetzt wollen wir mal sehen, ob ich euch nicht überreden kann, gegen die Allianz anzutreten.

FunFacts
Joss Whedon hatte für seinen Film ein Budget von 39 Millionen Dollar zur Verfügung.
Nachdem die Serie abgesetzt worden war versuchte Whedon, die Filmrechte zu verkaufen. Durch Kontakte konnte er einen Vertrag mit Universal Pictures abschließen. Für das Skript verwendete er Ideen zur nicht gedrehten zweiten Staffel der Serie. Der erste Entwurf hatte 190 Seiten. Das Studio verlangte von ihm Änderungen, um vor allem im Budget zu bleiben.
Als nächsten standen die Dreharbeiten an. Trotz der strengen Sparmaßnahmen (im Allgemeinen hat man bei einem solchen Projekt gute 100 Millionen Dollar zur Verfügung) wollte Whedon nicht im Ausland drehen. Er legte Los Angeles als Drehort fest. Dafür sah er nur 50 statt der üblichen 80 Drehtage vor.
Ein großes Problem war, dass man das Set der Serie nicht verwenden konnte (ok, durfte, weil die Leute bei FOX anscheinend nicht mögen, wenn jemand mehr aus einer wirklich guten Vorlage macht, als sie einfach zu verbraten). Man baute es anhand von Bildern aus der DVD nach. Außerdem wurde der Name geändert, weil FOX auch nicht die Rechte am Namen „Firefly“ rausgeben wollte.

Inhalt
Der Film spielt acht Monate nach den Ereignissen der Serie.
Die Allianz versucht noch immer verzweifelt, River wiederzukriegen. Deswegen haben sie ihren besten Agenten, den „Operative“ ausgesandt, um Jagd auf sie (und damit auch auf Mal und seine Crew) machen. Es geht dabei jedoch nicht darum, die junge Frau weiter als Waffe zu nutzen, sondern eine Verschwörung zu vertuschen, die falls aufgedeckt, das Ende der Allianz bedeuten könnte.

Die Pro’s:
-Die Dialoge. Alles kommt einem natürlich und nicht aufgesetzt vor, man verzichtet auf das sonst übliche Techno-Gebrabbel. Außerdem werden einige der komischsten und zu am besten zu zitierenden Sätze aller Zeiten in einem SciFi Film gesagt.
-Die optische Gestaltung. Die Effekte mögen ihren Ursprung im TV gehabt haben (und wirkten dadurch nicht ganz so spektakulär auf der Leinwand), aber hier wurde bahnbrechendes für die zukünftige Gestaltung von Filmen getan. Die Zoom-Ins und verwackelten Einstellung, die man bei „Star Trek“ bewundern konnte oder der Serie „Kampfstern Galactica“ kommen hier her. Es ist aber nicht alles CGI, weil man wegen des strengen Budgets viele „handgemachte“ Effekte verwendete.
Der wilde Stil-Mix aus typischem SciFi-Look, Wild West Stil und chinesischen Elementen wirkt auf den ersten Blick seltsam, bietet aber ein organisches Gesamtbild, bei dem alles passt.
-Die Action. Auch hier gibt es einiges. Von großen Weltraumschlachten über Schießereien bis hin zu super choreographierten Kampfszenen (man merkt, dass Summer Glau früher Ballerina war) kriegt man alles zu sehen, was das Herz begehrt.

Die Kontra’s:
Wo bleibt das Sequel? „Serenity“ und „Firefly“ haben eine loyale Fanbasis, der Franchise ist selbst nach fünf Jahren noch immer relevant (in Deutschland kam letzte Woche der Comic-Sammelband heraus, es wird über ein MMO basierend auf dem Franchise nachgedacht) und SciFi ist gerade wieder mächtig im Kommen. Etwas seltsame Twitter-Nachrichten von einer der Schauspielerinnen machen aber Hoffnung.

Das Fazit
„Serenity“ ist kein typischer SciFi-Film. Es gibt keine Aliens, keine Laserwaffen werden in einer hochtechnologischen und futuristischen Welt abgefeuert und auch sonst umgeht man die Konventionen des Genres. Optisch kommt es wie ein Western daher, inhaltlich gibt es einen Verschwörungsthriller, vermischt mit einem großen Schuss Komik. Also nicht gerade das, was einem bei dem Begriff „Science Fiction“ durch den Kopf geht.
Aber gerade das macht den Film aus und besonders. „Serenity“ (ok, mehr die Serie „Firefly“) hat das Genre neu belebt. Der Grundton wurde düsterer und man baute mehr auf ein realistischeres Setting. Serien wie „Battlestar Galactica“ wären vorher nicht möglich gewesen.
Ich empfehle euch, den Film auf jeden Fall anzusehen. Er ist definitiv einen Kauf wert. Greift dabei zu „Limited Edition“, weil die Extras wirklich gelungen sind. Das Q&A mit Whedon ist der Brüller.

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