300

Warner Bros. Pictures

Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Michael Gordon (alle Film)
Frank Miller, Lynn Varley (Comic)

Darsteller:
Gerard Butler – Leonidas (Kennt wohl mittlerweile jeder)
Lena Heady – Königin Gorgo (Sarah Connor – „Terminator SCC“)
Dominic West – Theron (Jigsaw – „Punisher – War Zone“)
David Wenham – Dilios (Faramir – „Der Herr der Ringe“ 2+3)
Vincent Regan – Kapitän
Michael Fassbender – Stelios (Lt. Archie Hicox – „Inglourious Basterds“)
Tom Wisdom – Astinos (Mark – „Radio Rock Revolution“)
Andrew Pleavin – Daxos
Andrew Tiernan – Ephialtes
Rodrigo Santoro – Xerxes (Paulo – „Lost“)

So, jetzt kommt wie versprochen die Kritik zu „300“.
Zack Snyder hat offensichtlich ein Händchen dafür, seine Filme so zu wählen, dass er immer wieder gegen sich aufbringt und unglaublich polarisiert. Sein erster Film, das Remake von „Dawn of the Dead“, brachte die Horrorfans auf die Barrikaden, weil er erstens das Werk von George A. Romero „entweihte“ und zweitens den Zombies das Laufen beibrachte. Sein dritter Film „Watchmen“ verschaffte ihm den Hass der Comic-Nerds, weil er den Kraken wegließ. Was hier für Aufregung sorgte lest ihr unter Kontroverse.
Eifrigen Lesern wird oben aufgefallen sein, dass ich bei den Credits die Kategorie „Ehrenhafte Erwähnungen“ weggelassen habe. Beim Blick durch die Besetzung konnte ich einfach keine Nebendarsteller finden, die inzwischen ihren Durchbruch geschafft haben, oder ein einfaches Cameo eines bekannten Schauspielers. Also habe ich lieber bei einigen Darstellern die Rollen angegeben, in denen sie euch (vielleicht) bekannter sind. Und ja, ich weiß, die angesprochenen Teile von „Der Herr der Ringe“ heißen „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“. Das war aber, einfach gesagt, zu lang und hätte das Layout gesprengt.

FunFacts
Das Budget betrug 70 Millionen Dollar. In den zwei Monaten Vorbereitung auf den Film wurden hunderte Schilde, Speere und Schwerter hergestellt. Einige wurden aus den Filmen „Troja“ und „Alexander“ recycelt. Man baute außerdem einen animatronischen Wolf und 13 animatronische Pferde. Über 600 Kostüme wurden zusammen mit unzähligen Prothesen und künstlichen Leichen(teilen) angefertigt.
Der Film wurde innerhalb von 60 Tagen in chronologischer Reihenfolge in den mittlerweile stillgelegten „Icestorm Studios“ in Montreal gedreht. Zack Snyder kopierte mit seinen Einstellung den Comic Panel für Panel, ähnlich wie es Robert Rodriguez in seinem Hit „SinCity“ vorgemacht hat (ist es Zufall, dass das wieder ein Comic von Frank Miller ist?).

Kontroverse
Die Geschichte mit der historischen Genauigkeit lasse ich mal außen vor, weil alle diese Kritikpunkte bereits beim Comic angesprochen wurden. Also konzentrieren wir uns auf die anderen beiden großen Streitpunkte.
Viele Kritiker empfanden den film als nationalistisch mit seiner martialischen und idealisierten Darstellung der Spartaner. Auch die optische Gestaltung wurde kritisiert, da sie vermeintlich an die Propagandafilme aus dem dritten Reich erinnerte. Die Porträtierung der Perser wurde als rassistisch kritisiert und als Spiegelbild der (amerikanischen) Politik angesehen.
Ganz ernsthaft, für mich ist das ein Haufen Müll, produziert von politischer Korrektheit. Irgendwelche Gutmenschen meckern hier rum, um ihr soziales Gewissen zu beruhigen. Mich kotzen diese Berufsbetroffenen mit dem dauerhaft erhobenen Zeigefinger einfach nur an.
Der Comic erschien über drei Jahren vor den Anschlägen von New York. Also kann man die politischen Kritikpunkte, die auch die Rassismusvorwürfe motivierten, einfach ausräumen. Die Geschichte wird aus der subjektiven Sichtweise des Dilios, der als überragender Erzähler bekannt ist, erzählt. Er schmückt das Ganze aus, übertreibt an manchen Stellen, um seine Kameraden heldenhafter erscheinen zu lassen. Damit können wir auch den Rest entkräften.
Die Darstellung der Perser sorgte auch für politische Proteste. Der Iran beschwerte sich bei der UNESCO und auch ihre UN-Botschaft legte Protest ein. Außerdem demonstrierten ihre Botschaften in verschiedenen Ländern bei Vorführungen des Films. Die Heftigkeit des Protests beruht darauf, dass zum einen „300“ am Tag des islamischen Neujahrs veröffentlicht wurde und zum anderen weil im Iran die Epoche des achämenidischen Reiches, in die auch die hier gezeigten Ereignisse fallen, als Hochzeit ihrer Kultur.
Ich kann diese Proteste vollkommen nachvollziehen. Wirklich. Wie man oben sehen kann, habe ich keinen wirklichen Bezug zur politischen Korrektheit. Die Schlampe hat gegen mich sogar eine einstweilige Verfügung gegen mich, laut der ich mir ihr nicht auf 100m nähern darf.😉
Aber ich kann verstehen, wenn sich Leute verletzt fühlen, wenn ihre Kultur und ihre Geschichte von anderen, ihrer Meinung nach, nicht geachtet wird. Nehmen wir uns Deutsche zum Beispiel. Bei jedem geschmacklosen Naziwitz aus England herrscht hier öffentliche Empörung. Wenn in Filmen unsere Geschichte nicht vernünftig wiedergegeben wird (wie bei „Operation: Walküre“ oder „Inglourious Basterds“) kommt es zu unzähligen Boykottaufrufen.
Ich kann die Beweggründe der Iraner in diesem Fall vollkommen verstehen, auch wenn die Heftigkeit etwas übertrieben ist (wie eigentlich in allen solchen gelagerten Fällen, auch in Deutschland). Ein Statement von öffentlicher Stelle hätte ausgereicht.

Inhalt
Als der persische König Xerxes auf seinem Eroberungsfeldzug den griechischen Stadtstaat Sparta zur Kapitulation auffordert, bevor sein Heer das Land verwüstet, zieht dessen Herrscher Leonidas in den Krieg. Insgesamt 300 Männer ziehen zum Pass bei den Thermopylen, wo man einen Hinterhalt legen will. Ganze drei Tage kann man dem Ansturm widerstehen, bis ein Verrat den Untergang der tapferen Männer besiegelt.
Während der ganzen Zeit kämpft in Sparta die Königin Gorgo dafür, dass man ihrem Mann weitere Unterstützung gewährt.

Die Pro’s:
-Optisch ist der Film ein Fest. Man erkennt hier deutlich eine Ähnlichkeit mit „SinCity“. Die Bilder sind manchmal surreal, erschrecken und faszinieren den Zuschauer zugleich. Die stilisierten Kämpfe sind in der Choreographie mit kaum etwas zu vergleichen.
-Die Geschichte ist zwar simpel, aber auch unglaublich fesselnd. Heldenmut ist ein starkes Thema hier. Außerdem bin ich in den 80ern aufgewachsen und da waren die Motive der Figuren in den Filmen und TV-Serien meist sehr simpel. Die Bösen waren böse weil es halt so war. Da kommen mir bei diesem Film nostalgische Gefühle auf.
-Gerard Butler spielte sich hier in die erste Liga Hollywoods. Wenn er bei seiner Rollenauswahl etwas besser träfe, könnte er sich einen Ruf wie andere Ikonen des Actionkinos erarbeiten.

Die Kontra’s:
-Die Geschichte um Königin Gorgo ist nicht im Comic. Sie wirkt aufgesetzt und passt nicht wirklich in den Film. Stattdessen hätte man noch ein paar Kampfszenen oder Dialoge zwischen den Spartanern, um ihre etwas flachen Charaktere auszubauen, filmen sollen.

Fazit
„300“ ist ein Testosteron geladenes Spektakel. Entweder man kann mit dieser Art Männerfilm etwas anfangen oder nicht. Ich kann es und habe jedes Mal, wenn ich den Film anschaue das Verlangen, mir die Brust zu wachsen und eingeölt jemanden zu verprügeln.😉
Allen, die diesen Film nicht mögen, sein hier die Worte von John Gabriel von Penny Arcade ans Herz gelegt: GEBT EURE PENISE ZURÜCK!

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