G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra


Jahr: 2009
Regisseur: Stephen Summers
Darsteller: Channing Tatum (Duke)
Marlon Wayans (Ripcord)
Sienna Miller (Baroness)
Christopher Eccleston (McCullen)
Dennis Quaid (General Hawk)
Rachel Nichols (Scarlett)
Ray Park (Snake Eyes)
Byung-hun Lee (Storm Shadow)

Bevor ich loslege, kommt erstmal eine kleine Geschichtsstunde. Aber keine Angst, ich werde nicht zu weit ausholen, über die Anfänge der Serie als Spielzeug in den 60ern, wie es sich zu einer der größten und beliebtesten Actionfigurserien aller Zeiten in Amerika entwickelte oder der Höhepunkt von 1982 bis 1994 als „Real American Hero“ mit der zugehörigen Zeichentrickserie und Comics.
Nein, Fakten zähle ich hier nicht auf, ich erzähle einfach etwas von meinen Erfahrungen mit der Serie. Eigentlich war ich ja im richtigen Alter, als die Serie auf dem Beliebtheitshöhepunkt war. Doch irgendwie lief „G.I. Joe“ komplett an mir vorbei. Ich hatte halt „MASK“ und „TRANSFORMERS“. Von den Elitesoldaten kriegte ich nichts mit (ok, das ist nicht ganz richtig, in einer Ausgabe der Comics traten waren sie einmal im Kampf gegen Megatron dabei).
Ich wusste also nichts zu dem Thema, doch das habe ich im Dienste der besseren Meinungsbildung geändert. Um ein wenig Hintergrundwissen zu kriegen, las ich im Internet einige Artikel über „G.I. Joe“ (ok, ich habe einfach den Begriff bei Wikipedia eingegeben). Da der Film hautsächlich auf der Zeichentrickserie basiert, wollte ich natürlich auch etwas dazu sehen. Ich fand einige Ausschnitte, die zum größten Teil aus den P.S.A.’s (kleine Clips, die einem die Lektion der Folge erklärten) bestanden und mit den in den USA berühmten Worten „Thanks Joe, now I know. And knowing is half the battle.“ endeten.
Ich hatte Blut geleckt und suchte nach einer DVD der Serie. Aber die waren alle zu teuer, weshalb ich auf etwas anderes ausweichen musste. Ich erstand für gute 4€ „G.I. Joe – Der Film“, ein über 90minütiger Film zur Serie.
Mein Gott, war das ein Mist. Ich meine das nicht nach den Maßstäben, die ich heute anlege, sondern selbst mein 7jähriges Ich hätte bei der Kacke gekotzt. Die Animationen waren unterdurchschnittlich, die Sprecher noch einen Tick schlechter und die Geschichte könnte nicht einmal ein sehr, sehr naives Kind glauben.
Zunächst einmal wird dem Zuschauer keinerlei Hintergrundgeschichte zu den unzähligen Figuren gegeben. Aber, da es sich ja um ein Special zu einer etablierten TV-Serie handelt, kann man darüber hinwegsehen. Ich meine, in den beiden „Akte X“ Filmen wurden ja auch nicht die Abenteuer von Scully und Mulder noch einmal von neuem erzählt oder bei „Star Trek“ die kompletten Beziehungen der einzelnen Figuren zueinander.
Doch der Plot des Films ist so unglaubwürdig, dass es wehtut. Sehr wehtut. Es geht nicht um den Kampf „G.I. Joe“ (die Guten) gegen „Cobra“ (die Bösen), sondern um eine uralte Rasse von Echsenmenschen, die eine organische Technologie besitzen und am Nordpol leben. Sie wollen die Menschen mit Hilfe von Pflanzensamen, die sie in die Atmosphäre schießen, de-evolutionieren. Doch dazu brauchen sie einen Energietransmitter, den die Joe’s haben.
Wow, ich kann nicht glauben, dass ich den Krampf in ein paar logischen Sätzen zusammenfassen konnte.
Man kann sehen, ich mochte den Zeichentrickfilm nicht besonders und würde ich ihn besprechen (Mist, habe ich gerade), bekäme er eine Wertung von 0,5/5 Punkten.

Meine Erwartungen für die Realverfilmung waren nun danach nicht besonders hoch. Andererseits dachte ich mir, dass es kaum schlimmer gehen könnte. Glücklicherweise hat sich Stephen Summers nur grob an die Vorlage gehalten.
Wie bei allen Actionfilmen kann man die Geschichte auch hier nehmen und in die Tonne werfen, aber wenigstens haben sich die Macher ein wenig Mühe gegeben. Das sollte man etwas honorieren.
Die Nato hat beim Waffenentwickler MARS Raketen mit Nanobots bestellt, die alles unaufhaltsam zerstören können. Der Waffentransport wird von technisch überlegenden Soldaten angegriffen, die kurzen Prozess mit den Wachen machen. In letzter Sekunde greifen die „G.I. Joe“-Leute ein, eine Spezialeinheit der NATO (und nicht mehr rein amerikanische Supersoldaten).
Die einzigen Überlebenden der Wachen, Duke und Ripcord, werden in die Einheit auf Probe aufgenommen und trainiert. In der Zwischenzeit stellt sich heraus, dass hinter dem ganzen McCullen, der Chef von MARS, steckt. Er will mit der Welt abrechnen, weil sein Vorfahre von den Franzosen 1677 eine eiserne Maske verpasst bekam. Doch das ist nur ein kleiner Teil seines Plans.
Durch einen Angriff auf das Hauptquartier der Joe’s kriegen die Bösen die Raketen wieder. In Paris aktivieren sie diese und nutzen, nach einer langen Verfolgungsjagd durch die Stadt, einen Sprengkopf, um den Eiffelturm zu zerstören.
Die Guten kriegen raus, wer dahintersteckt und rücken aus zur finalen Schlacht um die Basis der Bösen, die unter dem Eis des Nordpols liegt (irgendwie haben wir hier ein Thema, oder?). Es folgt eine U-Boot-Schlacht, eine Jagd nach den Raketen in einem futuristischen Jet, der wahre Mastermind hinter der Verschwörung und das eigentliche Ziel werden enthüllt.

Die Pro’s:
-Die Action in dem Film ist beeindruckend. Ich war in diesem Jahr in jeder großen Produktion, aber keine davon hat mich so überzeugt wie „G.I. Joe“. Wie schon einige Kritiker sagten, es ist, als wenn man selbst mit den Spielzeugen spielt.
-Für alle, die sich nicht mit den Figuren auskennen (was sicher alle außerhalb der USA und Amerikaner unter 23 Jahren einschließt), werden die Hintergrundgeschichten zu den wichtigsten Figuren erzählt. Die werden dann mal mehr, mal weniger gut in Handlung integriert.
-Die Cameos von Arnold Vosloo und Brandon Fraser, die ja durch Summers’ Film „Die Mumie“ richtig bekannt wurden.

Die Kon’s:
-Die Leistungen der Darsteller schwanken zwischen angebracht und Schulaufführung, dritte Klasse.
-Das gilt auch für die Dialoge.
-Ab und zu wirkt die CGI nicht wirklich auf der Höhe. Doch da habe ich schon schlechtere Beispiele gesehen („I am Legend“ irgendwer?)

Das Fazit:
Mir machte „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ eine Menge Spaß. Wer anspruchsvolles, dialoglastiges Kino erwartet und schätzt, ist hier fehl am Platze. Man kriegt über 2 Stunden Actionkino vom feinsten geboten, bei dem man super abschalten kann. Also gibt es
4,5/5 Punkten.

Wieder ein etwas älterer Artikel. Hier wurde das erste Mal das bereits bekannte Format eingeführt.

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