Street Fighter – Die Legende von Chun-Li

Heute mal wieder ein neuer Artikel.
Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, kam mir die Idee zur Kategorie „Von der Müllhalde“: Ich hatte wirklich Probleme, die unglaublichen Abgründe, die dieser Film auftat, in das normale Format zu pressen. Alles, aber auch wirklich jeder Bereich des Films, ist mies. Nein, nicht nur einfach mies, sondern grottig.
Dabei hatte ich keine großen Erwartungen, als ich die DVD aus der Videothek mit nach Hause nahm. Ich wusste ja, dass Verfilmungen von Videospielen schon per Definition unterirdisch sind. Diesen Ruf haben Perlen des Genres wie die „Meisterwerke“ von Uwe Boll, beide Mortal Kombat-Teile und natürlich auch der erste Versuch, Street Fighter auf die Leinwand zu bringen (mit Jean-Claude van Damme und Kylie Minogue) zementiert. Als Ausnahmen von dieser Regel kann man da nur Silent Hill nennen oder, aus ästhetischen Gründen, Tomb Raider und D.O.A. (ja, ich bin Chauvinist).
Schon beim Blick auf die Besetzung wird einem schlecht. Die Macher dieses Unfalls von Film scheinen entweder blind zu sein oder das Spiel nie gespielt zu haben. Denn wenn man die Schauspieler mit ihren Videospiel-Vorbildern vergleicht, ist nicht wirklich eine Ähnlichkeit zu erkennen.

Moon Bloodgood (Terminator – Die Erlösung) als chinesische Polizistin (ok, sie hat eine koreanische Mutter) wird von Chris Klein (ja, der Kerl aus American Pie) als Interpol-Agent unterstützt.
Der einzige Schauspieler, der keine optische Fehlbesetzung ist, ist Michael Clarke Duncan. Er gibt hier den Balrog.

In seinen Szenen sieht man teilweise, dass er sich fragt, wie er nach The Green Mile in einem solchen Haufen Scheiße landen konnte. Manchmal hat er sogar Probleme, vollkommen ernst zu bleiben.
So, kommen wir jetzt mal zur dünnen und selten dämlichen Story. Als Kind sieht Chun-Li, wie ihr Vater von Bison und Balrog entführt wird. Nachdem ihre Mutter Jahre später stirbt (woran weiß keiner), zieht unsere Heldin aus, um Rache zu üben. Wieso? Weile eine Schriftrolle und eine alte Frau ihr genau das sagten.
Also verlässt sie das große Haus, die Diener und das angenehme Leben als Pianistin, um auf den Straßen von Bangkok das Wesen des Verbrechens zu verstehen zu lernen. Wer jetzt behauptet, das sei bei Batman Begins geklaut (einen Film, den ich wieder schauen sollte, um das Fiasko hier zu vergessen), der lügt.
Dort trifft sie dann auf ihren Lehrer Gen, der von Robin Shou gespielt wird. Der gute Mann quälte uns schon in beiden „Mortal Kombat“-Filmen. Offensichtlich hat er einen lausigen Agenten. Er bringt unserer Heldin das Kämpfen bei, während er Sätze raushaut, für die sich jeder Schreiber von Glückskeksen schämen würde.
In der Zwischenzeit hat Bison das Gangster-Imperium übernommen und die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gelenkt. Die beiden unglaublich inkompetenten Polizisten Bloodgood und Klein übernehmen den Fall. Sie scheinen sich mehr dafür zu interessieren, miteinander zu flirten, als wirklich zu arbeiten.
Der große Plan von Bison ist es, die Slums von Bangkok in ein Paradies von Eigentumswohnungen zu verwandeln. Dafür erpresst er Politiker, damit sie ihm alles überschreiben. Um das zu verhindern, müssen die guten seine Schwäche ausnutzen, seine Tochter.
Nein, er ist nicht sentimental oder so. Er hat sein Gewissen auf seine Tochter übertragen, als er sie mit bloßen Händen aus dem Leib ihrer Mutter gerissen hat. Also die ganz primitive Version des Kaiserschnitts. Warum er das Mädchen danach noch am Leben lässt, wird nicht erklärt. Als wirklich 100%iger gewissenloser Verbrecher hätte er sie doch einfach getötet, weil sie ihm nichts bedeutet, oder? Und wieso sie seine Schwäche ist, sagt auch niemand. Kann sie ihm das Gewissen wiedergeben? Keine Ahnung, auch egal.
Chun-Li wird dann von den bösen gefangen. Bison bringt ihren Vater, der die ganze Zeit sein Gefangener war, um die Buchhaltung zu machen, vor ihren Augen um. Aber das Mädchen kann fliehen, weil seine Handlanger dümmer als die Angestellten von Dr. Evil aus „Austin Powers“ sind. Bei ihrer Flucht hängt sie ihre Verfolger auf einem Markt ab, da die Angst vor einer aufgebrachten Menge haben, die mit Salatköpfen wirft.
Der große Showdown findet bei der Ankunft von Bisons Tochter statt, die man wieso-auch-immer auf einem Schiff aus Russland einschmuggeln musste. Wieder kommt die Frage auf, wie doof die Leute da sind. Fangen wir mit den Polizisten an. Die haben es sich in der Sicherheitszentrale des Hafens eingerichtet und merken nicht, dass dort eine Bombe ist, bis es fast zu spät ist. Durchsucht man die Räume nicht mehr? Vor allem, weil das Ding einfach nur unter einem Schreibtisch lag.
Aber zum Glück sind die Gangster auch nicht besser. Sie schaffen es nicht, die vollkommen desorientierten Cops, die gerade knapp aus einem explodierenden Gebäude gesprungen sind, zu erledigen. Die Polizisten erledigen sie.
An Bord des Schiffs wir Balrog von Gen getötet, aber Bison entkommt mit seiner Tochter per Helikopter. Und wieder frage ich mich, wie inkompetent das Duo Klein/Bloodgood ist. Bei einem so großen Einsatz im Hafen haben sie keine Luft- und Seeunterstützung?
Die Hatz geht nun zu Bisons Haus weiter. Klein schleicht sich mit den Cops rein und schnappt sich die Tochter. Gen trifft im Büro aus Den Oberbösewicht, wird aber so verprügelt, dass er bewusstlos wird. M. Bison will nach seiner Tochter sehen und wird dort von … Gen angegriffen. Der wohl wieder zu sich kam, instinktiv die richtige Richtung einschlug und seinen Gegner noch überholte. Auf dem einzigen Weg, der zu dem Zimmer der Tochter führte.
Der Ausgang dieses Kampfes ist aber auch nicht viel anders als der erste. Gerade, als Gen davorsteht, für immer ausgeknipst zu werden, kommt Chun-Li dazu. Sie liefert sich auch einen Schlagabtausch mit Bison, der sie auch ziemlich fertig macht, bis sie ihm mehrere Zementsäcke auf den Kopf fallen lässt. Mit einem Energieball, den sie heraufbeschwört, indem sie ganz schnell ihre Arme kreisen lässt, schießt sie ihn vom Dach.
Der schwerverletzte Bison liegt auf einem Teil des Baugerüsts, als gerade seine Tochter mit Klein aus dem Haus kommt. Und jetzt passierte das unglaubliche. Chun-Li springt vom Dach, umschließt mit ihren Füssen seinen Hals und bricht ihm das Genick. Wow, irgendwie halten die Guten auch nicht mehr soviel von Fair Play wie früher.
Am Ende ist unsere Heldin wieder zu Hause, wo Gen sie auf das „Street Fighter“ Turnier anspricht, bei dem Ryu teilnimmt. Man wollte wohl ein Sequel anschubsen, das hoffentlich nicht kommt.
So, die Story ist scheiße, die Schauspieler schlecht besetzt und auch teilweise echt lustlos. Was bleibt da noch? Oh, die Action, denn immerhin ist das hier die Verfilmung eines Kampfspiels. Ich mache es kurz. Auf jedem Spielplatz kriegt man bessere Action zu sehen.
Mein Fazit: Wer sich über diesen unfreiwilligen Schund amüsieren will (und das am besten mit ein paar Freunden), sollte es machen. Denn für sich alleine schafft der Streifen es nicht.

Ich habe mal mit Word gespielt und will einfach schauen, wie das hier wirkt. Wenn euch der Artikel gefällt, bitte hinterlasst einen Kommentar. Außerdem sollte ich erwähnen, dass ich das Original überarbeitet habe.

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