Chasing Amy

Jahr: 1997

Regie&Drehbuch: Kevin Smith

Darsteller:
Ben Affleck (Holden McNeil)
Joey Lauren Adams (Alyssa Jones)
Jason Lee (Banky Edwards)
Dwight Ewell (Hooper X)
Jason Mewes (Jay)
Kevin Smith (Silent Bob)

Ehrenhafte Erwähnung:
Matt Damon (Shawn Oran)
Brian O’Halloran (Jim Hicks)
Casey Affleck (Junge auf Convention)

Chasing Amy gilt bei Kritikern als Smiths bester Film. Es ist nicht so sehr eine Komödie, wie es die ersten beiden waren, sondern mehr ein leises Liebesdrama. Wie sehe ich den Film? Finden wir es heraus.

Die Fun Facts:
Die Produktion kostete 250.000$. Smith hatte das Drehbuch vor Mallrats geschrieben, es war jedoch eine Komödie im Stil von Clueless. Falls der geneigte Leser sich nicht an diesen Film erinnert, ist es nicht schlimm. Man kann ihn ruhig vergessen und weil ich mich noch daran erinnere, bin ich ein Freak oder alt. Wahrscheinlich ist eher beides. Doch zurück zu Chasing Amy. Da Mallrats jedoch an den Kinokassen floppte, schrieb Smith das Skript in die jetzige bekannte Form um. Zum Glück. Laut Smith war sein Film nur zwei Stimmen von einer Oscarnominierung entfernt (wir glauben ihm das einfach mal). Quentin Tarantino bezeichnet Chasing Amy als einen seiner Lieblingsfilme.

Inhalt
Den Plot des Films kann man eigentlich in nur einem Satz zusammenfassen. Mann liebt Frau, kriegt sie aber nicht. Was sich jetzt so simpel anhört, entfaltet eine dramatische Breite, in deren Mittelpunkt die Frage steht, was wichtiger ist: Die Persönlichkeit der Person, die man liebt, oder deren Vergangenheit.
Holden und Banky sind zwei Comiczeichner, die ihren Durchbruch mit der Reihe Bluntman and Chronic schafften. Auf einer Convention lernen sie durch Hooper X, einen schwarzen Homosexuellen, der auf radikalen Schwarzen macht, Alyssa Jones kennen. Nach einem Abend in einer Kneipe ist Holden komplett verschossen in sie. Ihre lockere Art und das sie praktisch in der Nachbarschaft groß wurde sprechen ihn an.
Als er dann am nächsten Tag von ihr zu einer Party eingeladen wird, sieht Holden seine Chance gekommen. Bei ihr zu landen. Doch als Alyssa lieber mit einer kleinen Blondine rumknutscht statt mit ihm, fällt er aus allen Wolken. Die gute Frau ist lesbisch. Während Banky das noch recht witzig findet, zieht Holden beleidigt ab.
Alyssa lässt jedoch nicht locker und so entwickelt sich eine sehr enge Freundschaft zwischen den beiden. Sie entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten, so dass Holden fast nur noch Zeit mit ihr verbringt und Banky vernachlässigt. Der reagiert sehr eifersüchtig darauf und versucht alles, die Freundschaft zu zerstören.
Nach einem gemeinsamen Essen gesteht Holden Alyssa, dass er sie liebt. Zunächst reagiert sie sehr ablehnend, doch schlussendlich landen sie im Bett. Sie machen ihre Beziehung öffentlich, was zu Anfeindungen aus ihrem Umfeld führt. Banky sät Zweifel, ob Holden ihr je genügen könne, und Alyssas lesbische Freundinnen schneiden sie.
Die Beziehung bleibt trotzdem stabil, bis Banky das Jahrbuch aus Alyssas ehemaliger Highschool anschleppt, um seinem Freund ihren Spitznamen zu zeigen, „Fingercuffs“ (Die chinesischen Fingerfallen, in die man seine Zeigefinger steckt und sich nur mit einem Trick daraus befreien kann). Den Namen kriegte sie verpasst, nachdem sie es mit zwei Typen gleichzeitig getrieben hatte (Ich hoffe, ich muss das nicht erklären).
Holden ist niedergeschlagen und enttäuscht, da er annahm, er sei der erste und einzige Mann in ihrem Leben. Bei einem Eishockeyspiel stellt er sie zur Rede. Es kommt zu einem heftigen Streit, in dem Alyssa zugibt, keine Lesbe im eigentlichen Sinne zu sein (lesbisch orientierte Bisexuelle trifft es eher). Es täte ihr leid, ihn in dem Glauben gelassen zu haben, doch sie stehe zu ihrer Vergangenheit, die sie hinter sich gelassen habe. Was jetzt zähle, sei das Hier und Jetzt. Wütend verlässt Holden sie.
Bei einem Treffen mit der Inspiration zu Bluntman and Chronic, Jay und Silent Bob, liefert der sonst so stille Bob einen eindrucksvollen Monolog. Er erzählt von seiner großen Liebe, Amy, mit der er zusammen war. Doch als er erfuhr, dass sie eine bewegte Vergangenheit in Sachen Sex hat, ließen seine Unsicherheiten ihn dazu verleiten, sie zu verlassen. Er verstand damals nicht, dass sie jetzt ihn wolle und nicht mehr das vergangene. Noch heute bedauere Silent Bob, sie gehen zu lassen.
Noch reiflicher Überlegengung (nicht wörtlich nehmen) ruft Holden Alyssa und Banky zusammen, um ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten, wie man ihre Beziehung noch retten könne. Er schlägt einen Dreier vor. Banky könne so seine heimliche Liebe gegenüber Holden verarbeiten und müsse sich nicht schlecht fühlen, weil noch eine Frau dabei sei. Er selbst könne seinen Erfahrungsmangel im Vergleich zu Alyssa aufholen und das mit ihr teilen.
Banky stimmt zu, ist dann aber erleichtert, als Alyssa ablehnt und Holden sagt, dass sie ihn zwar Liebe, aber nicht seine Nutte sei. Beide lassen Holden alleine in der Wohnung zurück.
Ein Jahr später treffen sie sich auf einer Convention wieder. Banky hat einen eigenen Comic auf dem Markt, Alyssa eine Beziehung zu einer Frau und Holden brachte einen Comic mit dem Titel Chasing Amy raus, in dem er seine Beziehung und seine Fehler verarbeitete.

Die Pro’s:
-Chasing Amy ist deutlich ruhiger als seine Vorgänger. Zwar sind noch immer grenzwertige Szenen drin (ich sage nur Banky auf dem Bahnhof), doch die Komödie steht nicht im Vordergrund.
-Fans der Serie kriegen eine Menge Anspielungen auf die ersten beiden Filme mit. Es werden Orte und Personen aus Clerks und Mallrats erwähnt und gezeigt, was Chasing Amy stark in das Universum einbindet.
-Die Leistungen der Darsteller sind durchgehend gut. Man sieht Affleck und Adams wirklich ihren Schmerz an, ihre Verwirrung.

Die Kontra’s:
-Am Film selbst gibt es nichts zu meckern, nur die DVD ist nicht sonderlich gut. Da es sich um die Fassung handelt, die auf Laserdisc veröffentlich wurde, schwankt die Bildqualität. Außerdem ist die Übersetzung nicht wirklich passend (kommt schon, niemand übersetzt „cocks“ mit „Hühnchen).

Das Fazit:
Der leisestete und am wenigsten abgedrehte Film von Kevin Smith, der durch die Tiefe seiner Figuren besticht. Nicht nur der beste Film von Kevin Smith, sondern auch einer der besten Filme überhaupt.

5/5

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