Punisher – der Comic

Cover zu Punisher #44 von Tim Bradstreet

Im Zuge meiner Kritiken zu Punisher (2004) und Punisher War Zone (2008) möchte ich zunächst etwas über die Vorlage, also den Comic, schreiben. Ich gehe hier auf die Figur, ihre Biographie, ein und anschließend kommt die Geschichte über die Entwicklung der Figur, die Veröffentlichungen, etc. Ich hoffe, es gefällt euch und ihr schreibt einen Kommentar. Auch wenn es euch nicht gefällt freue ich mich auf konstruktive Kritik.

Biographie
Name: Frank Castle (geb. Francis Castiglione)
Geburtsdatum: 16.02.1950 [siehe Der Comic]
Geburtsort: Queens, New York, New York, USA
Größe: ca. 184cm
Gewicht: ca. 91kg
Augenfarbe: blau
Haarfarbe: schwarz
Eltern:
Mario Lorenzo Castiglione, Vater (verstorben)
Lloisa Castiglione, Mutter (verstorben)
Familie:
Maria Elizabeth Castle, Ehefrau (verstorben)
Lisa Barbara Castle, Tochter (verstorben)
Frank David Castle, Sohn (verstorben)

Superkräfte: keine
Fähigkeiten:
Castle erhielt eine Ausführliche Ausbildung durch das U.S. Marine Corps. Außerdem trainierte er mit der U.S. Army und der Navy. Abgesehen vom Basistraining der Infanterie wurde er für verdeckte Missionen geschult.
Seine Ausbildung umfasste:
-spezielles Waffentraining
-Infiltration von schwer bewachten Feindgebieten
-Tarnung
-Absprung mit Fallschirm bei Tag und Nacht, Wartung und Packen des Fallschirms
-Unterwasseroperationen und -sprengungen
-Umgang mit Sprengstoffen von einfachem Dynamite über Plastiksprengstoff zu improvisierten Sprengsätzen
-Nahkampfspezialist, unbewaffnet oder mit Messer
-Scharfschütze
-unkonventionelle Kriegsführung (Guerilla)

Ausrüstung:
Der Punisher trägt eine Kevlarrüstung, die ihn vor Schußverletzungen schützt. Sein Waffenarsenal ändert sich ständig, auch wenn er gewisse Vorlieben hat. Seine Favouriten sind das M16, das Sterling Mark6, die Browning Llama, .223 Deringer, Gerber Mark II Kampfmesser und das Ka-Bar, das Messer der Marines.

Francis Castiglione wurde in New York als Sohn eines italienisch stämmigen Paares geboren. Bevor er sich bei den Marines verpflichtete, nahm er am Priesterseminar der katholischen Kirche teil. Er brach die Ausbildung jedoch ab, weil er sich außer Stande sah, Sündern zu vergeben. Er heiratete vor dem Eintritt ins Corps seine Frau Maria, die mir ihrem ersten gemeinsamen Kind schwanger war.
Siene Ausbildung als Soldat war sehr umfangreich (siehe oben). Er absolvierte insgesamt drei Dienstzeiten in Vietnam (er änderte seinen Namen, da nur zwei erlaubt waren), während denen er mehrmals ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Purple Heart. Danach blieb er dem Corps als Ausbilder treu.
Nach seiner Rückkehr aus Vietnam gingen Castle und seine Familie zu einem Picknick in den Central Park. Dort wurden sie Zeugen einer Mafiahinrichtung. Die Mitglieder der Costa-Familie erschossen sofort alle, nur Frank überlebte. Obwohl er alle Schützen identifizieren konnte, unternahm die Polizei nichts, da sie zu sehr in die Geschäfte des Mafia-Clans verstrickt war.
Also nahm Castle das Recht in die eigenen Hände. Er versah seinen Kampfanzug mit einem Totenschädel und nahm Rache, entsprechend seinem Motto, dass Kriminelle als Strafe nur den Tod verdienen. Seit dem führt er einen Krieg gegen das Verbrechen unter dem Namen The Punisher.

Der Comic
Das erste Mal tauchte der Punisher in The Amazing Spider-Man Nummer 129 (Februar 1974) auf. Die Figur wurde vom Autor Gerry Conway erfunden, das endgültige Design stammte von John Romita, Sr.
Conway hatte sich angewöhnt, Skizzen seiner neuen Figuren anzufertigen, damit die Zeichner dann eine Vorstellung hatten, wie der Charakter aussehen sollte. Er hatte den Punisher mit einem kleinen Totenkopf auf einer Brust gezeichnet. Marvel Art Director Romita, Sr. vergrößerte den Schäadel und fügte einen Patronengurt hinzu, der die Zähne bildete. Das erste Mal wurde der Punisher von Ross Andru gezeichnet.
In seinem ersten Auftritt war er der Gegenspieler von Spider-Man. Er wurde als blutrünstig, ohne Skrupel zu morden dargestellt. Der Punisher hatte es auf Spidey abgesehen, nachdem dieser für den angeblichen Mord an Norman Osbourne gesucht wurde.
Diese Version des Punishers zeigte ihn als athletischen Kämpfer, hervorragenden Scharfschützen und fähigen Strategen. Er gab nur preis, ein ehemaliger Marine zu sein. Außerdem war er innerlich zerrissen. Das Töten machte ihm zwar keine Probleme, doch hatte er Zweifel an seiner Rolle als Killer. Außerdem ist er entsetzt, als sein damaliger Partner the Jackal Spider-Man vermeintlich hinterhältig tötete, statt in einem fairen Kampf („fair“ ist für den Punisher mittlerweile alles, was ihm einen Vorteil gibt).
Die Figur kam gut bei den Lesern an und hatte in Folge (70er bis Anfang 80er Jahre) etliche Gastauftritte in anderen Heften. So arbeitete er mit Spider-Man, Captain America und Nightcrawler zusammen.
Anfang der 80er schlugen der Autor Steve Grant und Zeichner Mike Zeck eine eigene Reihe für den Punisher vor. Marvel produzierte zunächst eine vierteilige Miniserie mit dem Titel The Punisher (Januar 1986). Ein wichtiges Element der Geschichte war, dass einige seiner extremen Aktionen auf eine Vergiftung durch Drogen, die den Verstand veränderten, zurückzuführen waren.
Die erste richtige Serie, auch The Punisher benannt, startete im folgenden Jahr unter der Führung von Autor Mike Baron und Zeichner Klaus Janson. Sie brachte es auf insgesamt 104 Ausgaben (Juli 1987 – Juli 1995). Außerdem brachte sie zwei weitere Serien hervor: The Punisher War Journal (Serie 1) mit 80 Ausgaben (November 1988 – Juli 1995) und The Punisher War Zone mit 41 Ausgaben (März 1992 – Juli 1995), ebenso wie das schwarz-weiß Magazin The Punisher Magazine (16 Ausgaben, November 1989 – September 1990) und The Punisher Armory (10 Ausgaben, Beginn 1990 [es gab kein Datum auf dem Cover]), ein fiktives Tagebuch.
Der Punisher war auch in zahlreichen Einzelheften und Miniserien vertreten, hatte Gastauftritte in anderen Marvel-Comics, von den über Superhelden bis zu dem Vietnam-Comic The ‚Nam.
In dieser Zeit hatte der Punisher einen festen Partner mit Microchip, einen Tüftler vergleichbar mit Q bei James Bond, der ihn mit High-Tech Waffen und Fahrzeugen ausstattete.
Als Gegner wurden praktisch alle kriminellen Organisationen aufgefahren, von jeder Form der Mafia, Gangs, Milizen zu Räubern, Mördern und anderen Verbrechern.
Da der Punisher seine Gegner grundsätzlich tötet, waren wiederkehrende Schurken eine Seltenheit. Ausnahme ist der entstellte Killer Jigsaw. Schurken von anderen Helden tauchten auch auf, wie der Kingpin.
Bei den Helden machte sich Castle wegen seiner kompromisslosen Art keine Freunde, wie Spider-Man oder Daredevil (Punisher – Die Verschwörung der Idioten aus der Marvel 100%-Reihe ist wärmstens zu empfehlen [ok, ist der Ennis-Punisher, passt aber thematisch]). Meistens wurde er diesen schillernden Figuren gegenübergestellt, um die Unterschiede zwischen den Figuren zu verdeutlichen.
1995 wurden alle Serien von Marvel wegen schlechter Verkaufszahlen eingestellt. Man versuchte dann doch direkt einen Neustart mit der Reihe The Punisher unter dem Marvel Edge-Label. Autor John Ostrander schrieb in den 18 Ausgaben (November 1995 – April 1997) eine Geschichte, in der der Punisher freiwillig einer Mafia-Familie beitrat und sie später übernahm, um dann gegen die X-Men und Nick Fury anzutreten. Anschließend schrieb Autor Christopher Golden mit The Punisher: Purgatory eine Miniserie mit vier Ausgaben (November 1998 – Februar 1999), in der Frank Castle nach seinem Selbstmord von den Toten aufersteht, um als Agent von Engeln gegen Dämonen zu kämpfen.
Dank Autor Garth Ennis und Zeichner Steve Dillon erlebte die Figur eine Rückkehr zu alter Popularität, die auch half, beide von mir noch zu besprechende Filme hervorzubringen. Start war eine 12teilige Miniserie namens The Punisher (April 2000 – März 2001) unter dem Marvel Knights Label, gefolgt von einer ganzen Serie (37 Ausgaben, August 2001 – Februar 2004). Danach ging es unter dem neuen MAX Label, das sich mehr an Erwachsene richtet, weiter. Für die Reihe wurde das Aussehen der Figur verändert. Die weißen Handschuhe wurden weggelassen und das Totenschädelhemd wurde mit einer Kampfhose und-stiefel kombiniert. Ennis nutzte die kreative Freiheit, um die Figur zu ihren Ursprüngen zurückzuführen und realistischere, härtere Geschichten mit schwarzen Humor zu schreiben.
Das Besondere an The Punisher Frank Castle (wie die Serie nach dem Abgang von Ennis jetzt heißt) ist die feste Zeitlinie. Frank Castle hat noch immer die gleiche Hintergrundgeschichte, sie wurde nicht zeitlich angeglichen oder neu interpretiert. Auf einem Werbecover zu Nummer 44 (März 2007) wurde sein Geburtsdatum mit 16.02.1950 angegeben, später aber zurückgezogen. Es wurde angedeutet (Nummer 19, Juni 2005), dass er seit 30 Jahren aktiv ist und über 2000 Menschen tötete.
Die Tradition, dass sich der Punisher nur um Kriminelle in den USA kümmert, wurde auch gebrochen. Es wird mehr Wert auf aktuelle Themen, wie Menschenschmuggel oder dem Krieg gegen den Terror, gelegt. Die Figuren sind oder waren beim Militär oder Geheimdienst.
Außerdem versuchte Ennis, die Wurzeln von Frank Castle weiter zu erkunden. In Born beschäftigte er sic mit der dritten Dienstzeit in Vietnam, während der Castle eine Einheit des Viet Cong alleine tötete und eine Art Vorschau auf den Punisher liefert.

Hier endet auch schon unser kleiner Trip in die Geschichte des Punishers. Es gibt natürlich noch weitere Reihen, die keine Erwähnung fanden (das neue War Journal, The End oder Punisher 2099) oder auch seine Verwicklungen in Cross-Overn wie World War Hulk , Civil War oder Secret Invasion. Doch das war alles nicht wirklich wichtig für den Artikel und hätte mich auch gezwungen, auf diese Serien detaillierter einzugehen.
Ich hoffe jedenfalls, dass ihr einen Einlick in die Figur bekommen hat und der Eintrag euch gefiel.
Der Punisher ist meine Lieblingsfigur (neben Batman und Wolverine) und ich werde jetzt demnächst auf die neuesten Verfilmungen eingehen (den mit Dolph Lundgren habe ich nicht auf DVD).

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