Die Nacht der lebenden Loser

(Poster entfällt, ich konnte kein vernünftiges online finden)

Ein neues Jahr, ein neues Jahrzehnt und gleich beginne ich mit einer Hasstirade. Nachdem niemand lesen wollte, wie ich gezwungen schlechte Filme niedermache, wird die Müllhalde nun genutzt, um einfach über miese Filme abzulästern.
Fangen wir mit den wichtigsten Fragen an: Lars, wieso schaust du dir so einen unglaublichen Dreck an? Einen Film, den man direkt als Sondermüll identifizieren kannst? Und wie schaffst du es, ihn bis zum Ende durchzuhalten?
Die Antworten darauf sind recht simpel. Es war spät nachts an Silvester, ich hatte Probleme mit der Gesundheit und konnte nicht schlafen. Durchgehalten habe ich, weil Kabel1 so nett war, den Film ohne Werbung auszustrahlen (um das Leiden nicht künstlich von aussen zu verlängern). Ich wollte zwar immer wieder auf Pro7 umschalten, um mir Tomcats, der zwar ähnlich blöd ist, anzuschauen, aber irgendwie landete ich immer bei Werbung für Gina Wild Pornos fürs Handy. Also blieb ich bei diesem Unfall von Film.
Man kann leicht am Titel ablesen, dass hier eine Zombiekomödie versucht wurde. Der Unterschied zu anderen, gelungenen Exemplaren dieser Gattung, wie Shaun of the Dead oder Zombieland, ist, dass man sich bei denen Mühe gemacht hat, eine passende Besetzung zu finden, sich mit der Materie zu beschäftigen und eine Produktion auf die Beine zu stellen, die nicht an das Projekt von besoffenen Halbstarken erinnert.
Am Anfang kriegt man zu sehen, wie ein Zombie mit einem Flammenwerfer erledigt wird und die Asche dann im Internet versteigert wird.
Danach wird uns der Held des Films Philip (das Weichei) präsentiert, wie er davon träumt, vor der versammelten Schule von der Dorfschlampe einen geblasen zu kriegen. Ok, das ist krank, aber nicht so krank wie das, was nun folgt.
Denn seine Mutter, gespielt von Sissi Perlinger (der einzige echt Zombie in diesem Film), kommt ins Zimmer, sieht seine Morgenlatte und empfiehlt ihrem Sprößling, sich ordentlich flachlegen zu lassen. Er könne sich doch die nette Nachbarin vornehmen. Oder es wie sein Vater machen und seinen Freund mit heißem Kamillentee einreiben (der Tee wird tatsächlich zu einem Runnig Gag).
Mal abgesehen davon, dass Erektionen am Morgen andere Gründe haben, wie unbeschreiblich daneben ist die Mutter? Welche Erziehungsberechtigte sagt ihrem Sohn, er solle vögeln gehen? Ich denke, solche Leute haben ihren eigenen Höllenkreis. In dem sie am Vormittg in einer Talkshow auftreten, am Nachmittag in einer Doku-Soap. Anschließend kommt die Super Nanny, bevor bei SternTV Günther Jauch eine über Jahre dauernde Serie daraus macht (Ja, RTL ist diese Hölle. Oder ist es nur der Himmel aller Prolls?).
Zurück zum Film: Die Eltern fahren weg und der Held (ich benutze diesen Begrif mal sehr wohlwollend) wird von seinen Freunden Wurst (ich würde ihn als Drogi bezeichnen, aber sein wahrer Name sagt alles) und Konrad (der Streber) abgeholt. Die bereits angesprochene Nachbarin Rebecca, eine Goth, fährt auch mit, damit sie nicht zu spät zur Schule kommt.
Sorry, aber ich muss hier einfach unterbrechen. Falsches Casting kann ja vorkommen. Es kann auch passieren, dass Leute nur besetzt werden, weil sie irgendeinen Berühmtheitsgrad haben. (Paris Hilton kommt so an ihre Rollen) Wenn aber beides zusammenkommt, dann wird es gefährlich, so wie hier.
Collien Fernandes ist keine Schauspielerin. Sie ist nicht mal eine überzeugende Moderatorin. Die Rolle kriegte sie dann wohl echt nur, weil sie bei VIVA ist. Gedanken, wie man sie dann besetzt, hat man sich auch nicht gemacht. Denn ernsthaft, wenn ihr den Begriff „Gothic“ hört, dann denkt ihr doch auch automatisch an eine dunkelhäutige Grinsekatze, oder? Ich zwar nicht wirklich, aber andererseits habe ich sicher nicht so viel Einblick darin wie die Macher des Films.
An der Schule versucht dann Weichei, bei seiner Flamme (M)Uschi, der Matratze Bayerns, zu landen, doch ihr Freund vermöbelt die Versager. Der Film lief zwar gerade einmal gute 20min. aber erreichte den nächsten Tiefpunkt, als ich in der Posse des Dorfhengsts Simon Gosejohann, einen weiteren Moderationsfolterknecht, erkannte (Ich will ihn für die miese Moderation bei der Fast and Furious Premiere noch immer verprügeln.).
Jetzt ist es Zeit für den Unterricht. Dort hält Gothic-Barbie (Die Mittelmeerausführung) mit zwei anderen Vollpfosten in schwarz ihr Referat über Voodoo. Die Fakten passen nichtmal ansatzweise, dafür erregen sie mit der Erwähnung eines Liebeszaubers Weicheis Aufmerksamkeit. Nebenbei wedeln sie noch mit der Urne voller Zombieasche rum.
Weichei überredet nun Barbie, diesen Liebeszauber zu wirken. Dazu soll er auf den Freidhof kommen, wo sie mit ihren halbgaren Spastis ein Ritual zur Wiedererweckung der Toten abhalten will.
So trifft man sich in der Nacht. Weichei bringt als Unterstützung Streber und Wurst mit und sie werden Zeuge des am diletantischten ausgeführten Rituals in der Geschichte des Horrorfilms. Selbst Ash in Armee der Finsternis hat sich nicht so blöde angestellt.
Der Hammer ist aber der Plan der Möchtegernmagier. Diese Erweckung ist nur ein Probelauf. Bei Erfolg wollen sie nach Seattle um Kurt Cobain wieder ins Leben zu holen.
Auf wie viele Arten ist das falsch? Cobain war ein anerkannter Musiker, aber ich denke irgendwie nicht, dass er ganz oben auf der Liste möglicher Leute wäre, die von Goths wiedererweckt würden. Außerdem soll er für die drei Vollspacken singen, was irgendwie schwierig erscheint. Zum einen, weil er ja an einer Schrotflinte nuckelte, um sich umzubringen, und zweitens sind Zombies nicht gerade dafür bekannt, ihre alten Verhaltensweisen aufrecht zu erhalten (selbst hier in diesem Film nicht lange).
Doch machen wir weiter mit der „Handlung“. Das Ritual geht daneben und die Loser kriegen die Zombieasche ab und ziehen von dannen, nachdem Wurst noch einen Witz über das falsch gezeichnete Pentagram gemacht hat. Wollte der Film hier Selbstironie beweisen? Falls ja, ging auch das schief.
Auf der Heimfahrt bauen unsere drei Hauptargumente pro Abtreibung einen Unfall, um dann später in der Pathologie zu erwachen. Anscheinend hat sie die Asche zu Untoten gemacht, wie sie später bemerken. Aber sonderlich stören tut sie das nicht.
Am nächsten Morgen fahren sie dann ungerührt in die Schule, als wenn nichts gewesen wäre. Nicht mal das rohe Steak zum Frühstück scheint sie zu schocken. Wieder werden sie von (M)Uschis Freund angegangen, können ihm diesmal aber die Stirn bieten dank ihrer Zombiesuperkräfte (auch für mich war das neu).(M)Uschi scheint auf einmal auch ein Flecken in ihrem Höschen für Weichei zu finden.
Ich gebe zu, dass es ab jetzt etwas kürzer wird. Mittlerweile nervte mich der Film immer mehr und ich begann zu zappen. Wobei ich irgendwie egal auf welchem Kanal immer bei Gina Wilds wippenden Titten fürs Handy landete. Deshalb jetzt der Schnellvorlauf.
-Im Sport wird Rugby gespielt (als wenn irgendeine Schule das macht) und die Loser rammen die angesagten Typen in den Boden. (M)Uschi wird bei dem Gedanken an Weichei plötzlich feucht.
-Weichei verabredet sich mit Gothic-Barbie für ihren Geburtstag, vergisst das aber, weil (M)Uschi Turnübungen machen will.
-Streber läuft Amok und vermöbelt jeden, der mal böse zu ihm war (er hat Buch geführt). Zum Schluß frisst er noch den Sportlehrer.
Am Abend findet dann die Party statt. Warum? Weil es im Drehbuch steht, dass die drei Querschläger nun angesagt sind. Natürlich geht auch da alles schief.
-Weichei will (M)Uschi an die Wäsche, wobei ihm sein Gehänge abfällt. Wurst tackert das wieder an, aber das sieht als würde er seinem Freund einen blasen, weswegen (M)Uschi das Weite sucht.
-Ihr Freund versucht, die Party zu sabotieren, in dem er Drogen versteckt, die jedoch von dem im Keller angeketteten Streber gefressen werden. Der reißt sich los und tanzt wie Michael Jackson in Thriller.
-Gothic-Barbie ist beleidigt, weil Weichei ihren Geburtstag vergessen hat (Wie kann man nur Saufen zu Zweit gegen Saufen in der Gruppe eintauschen?), nimmt aber seine Entschuldigung an. Als sie ihm erzählen will, wie man Zombies zurückverwandelt (ja, „tot sein“ ist hier kein permanenter Zustand), bricht seine Zombieseite durch und er greift sie an, wobei er das Zauberbuch zerstört.
-Achja, Streber tötet noch (M)Uschis Stecher.
Wie kann man jetzt dieses ultimative Dilemma noch steigern? Man muss das Haus aufräumen, bevor die Eltern nach Hause kommen, das Gegenmittel bis 12 Uhr trinken und vorher noch die Zutaten besorgen!
Wie sich herausstellt, war das Zauberbuch, das Necronomicron, nur eines von vielen (ja, es gibt mehrere. Wieso macht Ash dann so ein Aufheben wegen einem?) und man kann ein weiteres Exemplar aus dem Museum stehlen (denn jedes hat eine Ausgabe). Weichei und Wurst versuchen dann, die Zutaten zu besorgen, doch leider haben sie beim Jungfrauenblut kein Glück. Das sagen sie aber nicht.
Also räumen die zwei dann das Haus auf, während Gothic-Barbie den Trank anrührt.
Meine Geduld war zu diesem Zeitpunkt am Ende. Irgendwie sehnte ich mich nach einer Werbeunterbrechung und Gina Wilds wippenden Brüsten, da die Spots wenigstens eine durchgehende Handlung haben, die einen Sinn ergibt. Also mache ich es kurz:
Alles wird gut. Weichei und Wurst kriegen das Gegenmittel, weil anscheined noch niemand sein Würstchen in Gothic-Barbies Lustgrotte getunkt hat. Danach jagen sie Streber. Der will nicht wieder menschlich werden und tötet nach einer Verfolgungsjagd, für die sich Benny Hill geschämt hätte, Weichei.
Er erkennt nun, wie falsch er lag, gibt etwas Blut, um Weichei wieder in einem Zombie zu verwandeln und ihn danach nochmal zu verwandeln.
Doch, oh Schreck, die Flasche mit dem Gegenmittel zerbricht. Aber das war nicht der Trank, sondern der Alk, den die Lehrerin anschleppte, die Wurst bumst (das hatte ich ausgelassen). Weichei und Streber kriegen das richtige Mittel und der Film endet mit Weichei und Gothic-Barbie in der Kiste, während Mama zuschaut.
Bis Donnerstagnacht dachte ich immer, dass die Filme von Uwe Boll die absoluten Tiefpunkte des von Deutschen gemachten Kinos darstellten. Ich wurde eines Besseren belehrt. Im Vergleich zu diesem Scheißhaufen sind die Streifen des unsympathischen Videsospiel-Lizenz-Vergewaltigers wahre Meisterwerke.
Die Komödie ist weder lustig noch originell, die Handlung hat schlimmere Löcher als jeder Michael Bay Film, und die Leistungen der Darsteller lassen Megan Fox wie eine Oscar-Anwärterin wirken.
Eine positive Sache nehme ich jedoch mit aus diesem Film. Denn er hätte schlimmer sein köpnnen. Wie fragt ihr euch? Stellt euch vor, dass statt der Fernandes die Rolle von Gülcan gespielt worden wäre. BRRRRRRRRR.
In diesem Sinne:
Ein frohes neues Jahr und lest weiter kräftig meinen Blog

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