Batman – Die Tim Burton Ära

Lange hat es gedauert, aber jetzt bin ich ja wieder da. In den folgenden drei Artikeln werde ich euch einen Einblick in die Hintergründe zu den sechs Batman-Verfilmungen liefern. Ich stelle die Comics vor, die als Inspirationen dienten (zumindest diejenigen, die in Deutschland erschienen sind) und stelle die Hauptattraktionen der Filme, also die Schurken, genauer vor. Denn ernsthaft, Batman kennt jeder, aber wer weiß, wie der Joker zum Joker wurde oder wie Catwoman zu ihrem Kostüm kam?

Den Anfang macht heute rein chronologisch Tim Burton. Viel Spaß beim Lesen.

Die Comics

Batman – Die Rückkehr des dunklen Ritters
Veröffentlichung: Februar – Juni 1986
Autor & Zeichner: Frank Miller
Farbe: Lynn Varley
Die Geschichte spielt in der nicht ganz so entfernten Zukunft. Bruce Wayne ist ein alter Mann und hat sein Kostüm schon vor Jahren an den Nagel gehängt. Als jedoch Gotham City von einer gewalttätigen Gang bedroht wird, staubt er das Batmobil ein letztes Mal ab. Sein Rücktritt vom Rücktritt ruft seinen alten Feind den Joker wieder ins Leben zurück, der die letzten Jahre in Arkham in einer Art Koma verbrachte.
Wer Frank Miller kennt oder auch nur ansatzweise mit seinen Werken vertraut ist, der weiß, was kommt. Die Geschichte ist betont düster gehalten, Batman zynischer und vor allem skrupelloser als sonst. In den Straßen herrscht das Gesetz des Stärkeren und Gewalt dominiert. Nebenbei baut Miller Kommentare zur amerikanischen Gesellschaft der 1980er ein, die ein wenig an die Welt von RoboCop erinnern.

The Killing Joke
Veröffentlichung: März 1988
Autor: Alan Moore
Zeichner: Brian Bolland
Farben: John Higgins
Der Fokus liegt hier auf dem Joker. Er hat sich in den Kopf gesetzt, Commissioner Gordon in den Wahnsinn zu treiben. Er entführt den Polizisten und foltert diesen in einem Vergnügungspark, den er zu diesem Zweck umgebaut hat. Nebenbei wird in Rückblicken eine mögliche Entstehungsgeschichte des Jokers erzählt, in der er ein erfolgloser Komiker ist, der aus Geldnot an einem Überfall teilnimmt. Dieser geht jedoch schief und er wird entstellt.
Durch diese Geschichte gewann die Figur des Jokers nach Jahren als lächerlicher Clown seine Gefährlichkeit zurück und etablierte ihn wieder als gefährlichen und extrem brutalen Psychopathen. Er schießt bei der Entführung Gordons Tochter Barbara nieder, wodurch sie querschnittsgelähmt wird, und quält anschließend ihren Vater mit den Nacktaufnahmen seiner verletzten Tochter.

Die Schurken

Gemalt von Doug Mahnke

Der Joker
Erfunden von: Jerry Robinson (Konzept), Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Batman Nr. 1 (Frühling 1940)
Entstehung: Wie die Figur genau entstand ist nicht genau bekannt, da es zwei unterschiedliche Versionen dazu gibt. Kane behauptete, dass Robinson lediglich eine Spielkarte mitbrachte. Er und Finger hätten dann die Idee aufgegriffen und das Aussehen anhand eines Fotos des Schauspielers Conrad Veidt aus dem Film „Der Mann, der lachte“ entwickelt. Robinson hingegen sagt, dass er das Konzept erstellt habe, Finger die Geschichte geschrieben habe und er und Kane hätten dann die optische Gestaltung übernommen.

Conradt Veidt in Der Mann, der lacht

Richtiger Name: unbekannt
Ursprung: Über den Hintergrund des Jokers ist nichts bekannt. Er selbst hat dazu mehrere Versionen. Die von den Fans anerkannte ist die Fassung aus „The Killing Joke“.
Charakter: Der Joker ist ein extremer Charakter, also wechselt er auch zwischen den Extremen. Er wird entweder las mehr oder weniger harmloser Witzbold und Dieb oder als sadistischer Psychopath mit zynischen Humor dargestellt. Letztere Version hat sich inzwischen durchgesetzt.
Grob gesagt ist er der Gegenpol zu Batman. Während dieser in seiner furchteinflößendem Kostüm für das Gute kämpft ist der Joker ein Clown (mit denen man eigentlich positive Sachen verknüpft), der Verbrechen begeht. Ihre Beziehung zueinander ist komplex. Einerseits sieht der Joker in Batman seinen ärgsten Feind und wünscht sich, ihn umzubringen, andererseits ist er von dem dunklen Ritter abhängig. Er genießt den Kampf gegen Batman, respektiert dessen Intelligenz und Charakterfestigkeit (die ihn gleichzeitig in die Verzweifelung treibt).
Bei allem freundlichen Getue sollte man aber nicht vergessen, dass der Joker ein sadistischer Mörder ist, der wahllos Männer, Frauen und sogar Kinder tötet.

Catwoman

aus dem Spiel DC vs. Mortal Kombat

Erfunden von: Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Batman Nr. 1 (Frühling 1940)
Entstehung: Kane wollte eine Figur schaffen, die weder ein klassischer Bösewicht noch ein klassischer Held war. Er dachte an eine Art weiblichen Batman. Die neue Figur sollte als romantisches Interesse für Batman dienen. Als Vorbild für das Aussehen diente die Schauspielerin Jean Harlow.
Richtiger Name: Selina Kyle
Ursprung: Die Katze (nein, ich meine nicht die blonde Praline) hat einige Veränderungen durchgemacht. Sie hat zwei Ursprungsgeschichten, eine Vor-Crisis und eine Nach-Crisis. Wer jetzt nur Bahnhof versteht muss sich nicht schämen. Die Kontinuität und die Zusammenhänge im Universum von DC sind kompliziert und das zu erklären würde den Rahmen sprengen. Nehmt es einfach hin.
Zunächst war sie eine Diebin mit dem Spitznamen „The Cat“. Angeblich war sie eine Stewardess gewesen, die nach einem Schlag auf den Kopf an Amnesie litt. In den 70ern stellte sich heraus, dass die Geschichte gelogen war. In Wirklichkeit war sie in einer schlechten Ehe gefangen und stahl ihre Juwelen aus dem Safe ihres Mannes. Sie fand gefallen an der Diebestour und machte weiter.
Diese Hintergrundgeschichte wurde 1986 in die Tonne gekloppt, als Frank Miller in „Batman: Das erste Jahr“ das Batman-Universum neu startete. Selina Kyle war eine Prostituierte, die aus Angst vor ihrem Zuhälter Martial Arts lernte. Durch die Auftritte eines gewissen geflügelten Rächers wurde sie dazu inspiriert, ihre eigene kostümierte Identität zu schaffen. Den Teil mit der Prostituierten hat man dann später gekippt, da sich Frauen im horizontalen Gewerbe nicht als Heldinnen eignen (nicht meine Meinung, aber Amis halt). Sie war eine Diebin, die nur so tat, dass sie anschaffen würde.
Charakter: Selina Kyle ist eine Grenzgängerin, die auf beiden Seiten ihren Spaß hat (Ich meine die Seiten des Gesetzes, ihr Perverslinge). Sie genießt diese Ambivalenz. In jeder ihrer Personen ist sie eine Femme Fatal, die eine hohe Anziehungskraft auf Bruce Wayne hat. Der will das gefallene Mädchen retten. Neben ihrer erotischen Ausstrahlung zeichnet Catwoman aus, dass sie eine hervorragende Diebin und Athletin ist, die sich auch im Nahkampf zu wehren weiß.

Der Pinguin

gemalt von Simon Bianchi

Erfunden von: Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Detective Comics Nr. 58 (Dezember 1941)
Entstehung: Man merkt, dass Bob Kane ein Zeichner war. Er wurde zu der Figur durch das Werbemaskottchen der Zigarettenmarke „Kool“ inspiriert, einem Pinguin mit Zylinder und Gehstock. Außerdem spielte die Ähnlichkeit von Menschen im Frack zu Königspinguinen eine Rolle.
Richtiger Name: Oswald Chesterfield Cobblepot
Ursprung: Oswald wurde als Sohn reicher Eltern geboren, gehörte aber wegen seiner körperlichen Behinderung nicht zur feinen Gesellschaft. Seine geringe Größe, das starke Übergewicht und die schnabelähnliche Nase brandmarkten ihn als Außenseiter und machten ihn zum Ziel des Spotts der Anderen. In manchen Fällen (wie im Film z.B.) sind die Finger zu flossen zusammengewachsen. Um sich für die Demütigungen zu rächen wählt er als Erwachsener das Leben als Krimineller.
Charakter: Wenn man von seiner Besessenheit für Vögel absieht ist der Pinguin geistig gesund und hat sich und seine Handlungen vollkommen unter Kontrolle (was ihn zu einer Ausnahme unter Batmans Schurken macht). Er sieht sich selbst als Gentleman des Verbrechens und agiert eher im Hintergrund. Um sich an seine privilegierte Herkunft zu erinnern trägt er das bekannte Outfit bestehend aus Frack, Zylinder und Monokel.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug in die Hintergründe zu „Batman“ und „Batmans Rückkehr“ gefallen. Wenn ihr mehr über dir Figuren erfahren wollt, dann schaut euch die Seite www.dccomics.com an, dort kann man alles in Comicform nachlesen. Die vorgestellten Hefte sind überall im Handel erhältlich. Ich empfehle euch aber, nach Band Nummer 7 der „Klassiker der Comic-Literatur“ der FAZ zu schauen. Für 4,90€ kriegt man nicht nur „The Killing Joke“ sondern auch vollständig „Batman: Das erste Jahr“ und weitere Geschichten.

Im nächsten Beitrag beschäftige ich mit Joel Schumacher, seinen Schurken und einer Kontroverse.

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