Big Trouble in Little China

20th. Century Fox, 1986


Regie: John Carpenter
Drehbuch: Gary Goldman, David Z. Weinstein & W.D. Richter

Darsteller:
Kurt Russell – Jack Burton
Kim Cattrall – Gracie Law
Dennis Dun  – Wang Chi
James Hong  – David Lo Pan
Victor Wong – Egg Chen
Kate Burton – Margo

Die älteren Leser werden sich sicher noch an die Werbung für die Überraschungseier erinnern. Da hieß es immer, man wolle etwas spannendes, `was zum Spielen und Schokolade. Drei Wünsche auf einmal konnte nur die Süßigkeit aus dem Hause Kinder erfüllen.
Was wäre, wenn ich euch sage, dass es einen Film gibt, der sogar mehr Wünsche erfüllt, als es das Ei je konnte? Ihr hattet doch sicher auch mal den Wunsch, einen Film zu sehen, in dem es Comedy, Kung Fu Action und Monster gibt? In dem ein absoluter Meister seines Fachs Regie führt? In dem tolle Darsteller auflaufen? Der auch noch einen hohen Kultfaktor hat?
Diesen Film gibt es und er heißt „Big Trouble in Little China“. Über den Kultfaktor reden wir später. Fangen wir zunächst mit den Darstellern an. Da haben wir in der männlichen Hauptrolle Kurt Russell, der von Kim Cattrall begleitet wird. Viele kennen sie nur aus dieser unaussprechlich nervenden Serie „Sex and the City“, aber davor war sie schon in Filmen wie „Police Academy“ oder „Star Trek VI“ oder auch in Serien wie „Der unglaubliche Hulk“ zu sehen. Regie führte John Carpenter, der bereits zum dritten Mal mit Russell nach „Die Klapperschlange“ und „Das Ding“ zusammenarbeitete. Habe ich euer Interesse geweckt?
Kommen wir nun zu der Comedy, der Kung Fu Action und den Monstern. Also, Burton ist ein einfacher Trucker. Er will eigentlich nur mit seinem Kumpel Wang Chi dessen Verlobte vom Flughafen abholen, als diese von einer Gang entführt wird. Gemeinsam machen sich die beiden Helden auf den Weg, die holde Maid zu retten. Dabei geraten sie in einen Kampf zwischen den Entführern und einer weiteren Gang, der beendet wird, als drei Typen angeflogen kommen und eine Runde Arschtritte an alle verteilen.
Jetzt wird die Geschichte erst richtig verrückt (falls Gangkriege mit fliegenden Kämpfern noch nicht genug sind). Wie sich herausstellt, steckt der uralte chinesische Magier Lo Pan hinter allem. Der braucht eine grünäugige Frau, um den Fluch der Körperlosigkeit aufzuheben, der auf ihm lastet. Er meint nun, in der Verlobten diese Frau gefunden zu haben. Gemeinsam mit der Anwältin Gracie Law und der Reporterin Margo brechen unsere Helden unterstützt durch den Zauberer Egg Chen in das Hauptquartier der Bösen ein, um das Mädchen zu retten. Dabei laufen ihnen einige Monster aus der Mythologie über den Weg, bevor es zum großen Showdown kommt.
An den Kinokassen floppte der Streifen (wie es sich für Filme in dieser Kategorie auch gehört. Böse „Blues Brothers“.), wurde aber durch die Videokassette (Das sind diese großen schwarzen Dinger, die wie Ziegelsteine aussehen, meine lieben Kinder.) zum absoluten Kult. Wie kultig genau? Da hole ich mal zwei Beispiele hervor.
Das „Lustige Taschenbuch“ Nr. 144 „Der Geist des Mandarin“ ist die Titelgeschichte stark an dem Film angelehnt. Leider entfällt der Bildbeweis, ich weiß nicht mehr, wo ich meine Ausgaben gelagert habe.
Beispiel Nummer zwei. In den USA wird ja bekanntermaßen im Oktober Halloween gefeiert. Zur Sonderausgabe der Sendung „RAW“ kam mein persönlicher Lieblingswrestler und anerkannter Nerd C.M. Punk im gleichen Shirt, das Russell trug, zum Ring.

WWE 2011


„Big Trouble in Little China“ ist einer der witzigsten und besten Filme, die es gibt. Es ist die Mischung aus schrägem Humor und Slapstick, die einen zum Lachen bringt. Gerade Russell ist genial, wenn er auf harten Actionhelden macht, nur um dann einen drüber zu kriegen.
Schaut euch den Film wirklich an. Ich sah ihn jetzt auf Blu Ray und war begeistert. Gerade das herrlich 80er Jahre Musikvideo von John Carpenter lohnt sich bei den Extras.

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Batman Begins (2005) & The Dark Knight (2008)

Nachdem Joel Schumacher mit seinem letzten Machwerk die Filmkarriere von Batman eigentlich beendet hatte, war die Überraschung groß, als es erneut versucht wurde. Christopher Nolan gelang es, nicht nur die Franchise wiederzubeleben, er machte den dunklen Ritter wieder zu der Ikone, die er einst war.

Batman Begins

Warner Bros. 2005

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan & David S. Goyer

Darsteller:
Christian Bale – Bruce Wayne / Batman
Michael Caine – Alfred Pennyworth
Liam Neeson – Henri Ducard
Katie Holmes – Rachel Dawes
Morgan Freeman – Lucius Fox
Gary Oldman – Jim Gordon
Cillian Murphy – Dr. Jonathan Crane / Scarecrow
Ken Watanabe – Ra’s Al Ghul

Ich war schwer begeistert, als ich hörte, dass es einen neuen Film über einen meiner liebsten Comichelden geben sollte. Mit Christopher Nolan („Memento“ und „Prestige“) saß ein sehr guter Regisseur auf dem Stuhl, als Hauptdarsteller war Christian Bale auserkoren, den ich seit „American Psycho“ mehr als nur verehrte. Schauen wir mal, wie sehr der Film meine Erwartungen übertraf.

Fun Facts
Wie bei recht neuen Filmen üblich, fand ich nicht besonders viel raus. Also: Das Budget betrug 150 Millionen Dollar, die Einnahmen lagen bei 372 Millionen Dollar.

Inhalt
Nachdem er den Tod seiner Eltern mitansehen musste, ist der junge Bruce Wayne schwer verstört. Er verlässt seine Heimat Gotham City, um unter Verbrechern zu leben und die zu studieren. Nach Jahren kehrt er zurück, um sein Erbe anzutreten und als maskierter Rächer das organisierte Verbrechen zu bekämpfen. Doch bald stellt sich heraus, dass es noch eine größere Bedrohung für Gotham City gibt als ein paar Mafiosi.

Die Pros:
+Die Besetzung: Die erneute Aufzählung erspar ich uns, aber ein Blick auf die Namen weckt große Erwartungen, die auch erfüllt werden. Die Schauspieler liefern tolle Leistungen ab, auch wenn Einer (siehe unten) etwas kurz kommt.
+Die Story: Zum ersten Mal wurde die Entstehung Batmans auf die große Leinwand gebracht. Nolan zeigt die Entwicklung des verängstigten Jungen zum von Rache besessenen und vom System enttäuschten Mannes sehr eindringlich und glaubhaft. Sein Training, um der furchteinflößende Kämpfer für das Gute zu werden, wird ebenfalls sehr schön gezeigt.

Die Kontras:
-Scarecrow: Einen kleinen Grund zum Meckern habe ich dann doch. Die Figur des Scarecrow wird sehr wenig eingesetzt. Außerdem wird er als bloßer Handlanger von Ra’s Al Ghul stark herabgesetzt. Murphy hätte einen größeren Part verdient gehabt.

Fazit
Batmans Rückkehr auf die Leinwand war triumphal. Der Zuschauer bekam zum ersten Mal einen wirklich tiefen Einblick in die Psyche des Charakters, lernte sein Handeln (von der Rache abgesehen) verstehen und wurde auch mit seiner menschlichen Seite (Beziehung zu Alfred, Rachel und Lucius) vertraut gemacht.
Das realistischere Setting kam dem Ganzen sehr zu gute. Kaum ein anderer Superheld eignet sich so gut dafür wie der dunkle Ritter, der keine übernatürlichen Fähigkeiten besitzt, sondern nur ein normaler Mann ist. Auch sind seine Gegner (von ein paar Ausnahmen abgesehen) normale Menschen ohne Superkräfte.
Ich kann „Batman Begins“ uneingeschränkt empfehlen. Kauft ihn, leiht ihn aus, schaut ihn online. Jeder wird seinen Spaß an diesem Film haben.

The Dark Knight

Warner Bros. 2008

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan, David S. Goyer

Darsteller:
Christian Bale – Bruce Wayne / Batman
Heath Ledger – Joker
Aaron Eckhart – Harvey Dent / Two-Face
Michael Caine – Alfred Pennyworth
Maggie Gyllenhaal – Rachel Dawes
Gary Oldman – James Gordon
Morgan Freeman – Lucius Fox
Eric Roberts – Maroni

Ehrenwerte Erwähnung:
Cillian Murphy – Scarecrow
Michael Jai White – Gambol

Nachdem Nolan mit seinem ersten Film gewaltig vorgelegt hatte, waren alle gespannt, wie er eine Fortsetzung drehen könnte, ohne alle Zuschauer abzuschrecken. Im Vorfeld wurde die Besetzung von Heath Ledger, der bis dahin als Darsteller in romantischen Komödien aufgefallen war, als Joker kritisiert. Doch selbst diese Kritiker verstummten schnell nach seinem Auftritt.

Fun Facts
Das Budget betrug 185 Millionen Dollar und das Einspielergebnis betrug 1,001 Milliarden (!!!) Dollar.

Inhalt
Gotham City ist eine Stadt im Wandel. Batman und der neue Staatsanwalt Harvey Dent setzen dem organisierten Verbrechen schwer zu. Doch dann erscheint ein neuer, gefährlicherer Gangster auf der Bildfläche: der rätselhafte Joker.

Die Pros:
+Die Story: Die Geschichte des Filme ist sehr komplex und tiefgründig. Hauptthema ist der Kampf zwischen Gut und Böse. Da haben wir den Kampf zwischen Batman und dem Joker, der aber nur exemplarisch für den Konflikt in den Menschen steht, zwischen dem Drang nach Anarchie und dem Verlangen nach Kontrolle. Ein weiteres Thema ist Hoffnung. Sie ist es, die die Menschen antritt und sie zu ihren Handlungen bewegt.
+Die Darsteller: Die Schauspieler sind unglaublich. Ich muss einfach jeden einzelnen Schauspieler loben. Christian Bale ist, wie bereits im ersten Teil, an Intensität kaum zu überbieten. Wichtig ist das Wort „kaum“, denn Heath Ledger stiehlt jedem die Schau. Seine leider letzte vollständige Performance ist vielleicht die Beste seiner Karriere. Er spielt den Psychopathen im Clownskostüm derart überragend, dass es seine Schande ist, dass er nur den Oscar als besten Nebendarsteller erhielt. Ernsthaft, es hätte der Große sein müssen. Aaron Eckhart stellt Harvey Dent als aufrechten und überzeugten Kämpfer für Recht und Ordnung dar, der offensiv agiert. Damit ist er praktisch das Spiegelbild von Batman, wodurch sein Fall noch schlimmer wird. Über die Qualitäten von Caine und Oldman brauche ich hoffentlich nichts zu schreiben, oder?
+Die Aufnahmen: Die Aufnahmen sind wunderbar. Nolan setzte meistens IMAX-Kameras ein, um ein wirklich grandioses Bild zu kriegen. Es hat sich gelohnt. In den action-Szenen kann man kaum glauben, was man da sieht. Denn Nolan setzt statt auf CGI auf praktische Effekte. Also ja, es überschlägt sich wirklich ein Laster und das Krankenhaus wurde echt gesprengt. Ich habe selten einen so gut gemachten Film gesehen.

Die Kontras:
FLAMESHIELD AN! Ist es jetzt sicher? Kann ich loslegen? Also gut.
Ich habe bereits oben geschrieben, dass ich den realistischen Anstrich von Batman sehr gut finde. Es passt einfach zu der Figur, die sich meist mit psychopathischen Gangstern herumschlagen muss.
Aber man kann auch alles übertreiben. Ich hatte während „The Dark Knight“ das leichte Gefühl, nicht mehr eine Comicverfilmung zu sehen, sondern ein beliebigen Thriller. Es fehlte das Element des Fantastischen, das normalerweise dazugehört. Dem Ganzen fehlte der Glamour. Man hätte Batman gegen James Bond und den Joker gegen einen irren Superschurken austauschen können und niemand hätte den Unterschied bemerkt.

Fazit
„The Dark Knight“ ist, trotz der leichten Kritik, die wohl beste Comicverfilmung, die es bis jetzt gegeben hat. Der Film ist der Wahnsinn und ich kann nicht genug Superlative aufbringen, um meine Gefühle zu beschreiben. Man muss ihn im gleichen Atemzug wie die großen Klassiker (z.B. „Der Pate“) nennen, so gut ist er. Also anschauen.

Im nächsten Artikel werde ich die besten Schauspieler aus den sechs Filmen bewerten. Lest, wer der beste Batman ist und der der beste Alfred.

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Batman Forever (1995) & Batman&Robin (1997)

Kommen wir zum tragischen Abschnitt in der Filmographie des dunklen Ritters. Weil das Studio den letzten Film zu düster fand setzte man Tim Burton vor die Tür und Joel Schumacher nahm seinen Platz ein. Er sollte Batman kinderfreundlicher und ganz doll kuschelig machen.
Gott, ich muss kotzen.

Batman Forever

Warner Bros. 1995

Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Lee & Janet Scott Batchler, Akiva Goldsman

Darsteller:

Val Kilmer – Bruce Wayne / Batman
Tommy Lee Jones – Harvey Dent / Two-Face
Jim Carrey – Dr. Edward Nygma / Riddler
Nicole Kidman – Dr. Chase Meridian
Chris O’Donnell – Dick Grayson / Robin
Michael Gough – Alfred Pennyworth
Pat Hingle – Com. James Gordon

Ehrenwerte Erwähnung:
Drew Barrymore – Sugar
Debi Mazar – Spice
Rene Auberjonois – Dr. Burton

Noch immer begeistert von Batman zog mich auch der dritte Film an. Immerhin wurde endlich Robin auf die Leinwand gebracht und mit Jim Carrey spielte einer der damals populärsten Darsteller (bevor er nur noch Mist drehte) mit. Damals verließ ich das Kino mit gemischten Gefühlen, doch nachdem ich den Film wieder gesehen habe, sind sie deutlich eindeutiger.

FunFacts
Das Budget von „Batman Forever“ betrug 100 Millionen Dollar und der Film spielte 337 Millionen Dollar ein.
Die berüchtigten Nippel auf den Kostümen und Robins Ohrring störten Bob Kane, den Schöpfer von Batman, ziemlich, doch Schumacher war da beratungsresistent.
Das Design von Robins Kostüm basierte nicht auf dem Outfit von Dick Grayson, dem ersten Robin, sondern dem von Tim Drake, dem Dritten. Das wurde noch von Tim Burton gemacht, bevor er ausstieg.

Inhalt
Die Welt von Bruce Wayne / Batman wird bedroht. Ein Wahnsinniger verfolgt den Milliardär und hinterlässt Rätsel, während der dunkle Ritter von dem ehemaligen Staatsanwalt Harvey Dent, der jetzt als Two-Face bekannt ist, verfolgt wird. Hilfe kriegt der Meisterdetektiv durch seinen Schützling Robin.

Die Pros:
+Endlich Robin: Seit Batman im Kino zu sehen war, wartete das Publikum auf den ersten Auftritt seines jugendlichen Partners Robin. Für viele Kinder war und ist es noch heute ein Traum, an der Seite ihres Helden zu kämpfen. Mit Robin hatte man eine Personifikation dieses Traums und jemanden zum Nacheifern.
+Soundtrack: der Soundtrack des Films ist wirklich gut. Eine Vielzahl bekannter Künstler wie U2, Seal (der Handtaschenträger von Frau Klum), Massive Attack oder The Offspring liefern eine sehr schöne akustische Begleitung zum Film.

Die Kontras:
-schlechte Darsteller: Für die Leistungen sollten sich die Herren und die Dame schämen. Val Kilmer ist vollkommen blass, Nicole Kidman zeigt, dass sie schon vor Botox kaum Ausstrahlung hatte, Carrey spielt wie damals immer (was sehr unpassend für die Rolle ist) und Jones spielt so überdreht, dass man ihn am liebsten zum Drogentest schicken möchte.
-schlechte Umsetzung der Figuren: Ich will nicht zu sehr darauf rumhacken, aber ich muss es sagen: Robin ist zu alt (O’Donnell war schon 25), der Riddler ist weder sonderlich intelligent noch wirkt er sympathisch (der Kerl hat einen Minderwertigkeitskomplex und ist ein Stalker), Two-Face wirkt mit seiner vollkommen überzeichneten Art wie eine Karikatur (er ist ein brabbelnder Idiot zwischen zwei Extremen) und Dr. Meridian kommt zwar nicht in den Comics vor, aber sie ist nichts mehr als eine notgeile Schwachmatin.
-billige Sets: Ich fasse es nicht, wie sehr hier gespart wurde. Man kann die billigen Pappwände in den Szenen erkennen. Als Wayne durch die Tür bricht, um zu Dr. Meridian zu kommen, kann man sehen, dass sie aus Styropor ist und die Wände wackeln, als er gegen sie prallt.
-sehr, sehr 90er Jahre: Ohne zu wissen, wann der Film gedreht wurde, kann man es dennoch erkennen. Überall sind Neonfarben, extreme!!! Stunts und pseudocooles Geschwafel. Der Film stinkt nach den 90ern. Das einzig Gute aus dem Jahrzehnt waren die Meistermannschaften der Chicago Bulls.

Fazit
Das Beste an dem Film ist, das es noch schlechter ging. Man kann ihn ansehen, um darüber zu lachen. Gerade Carrey und Jones bringen mit ihrer übertriebenen Art den Zuschauer ein wenig zum Schmunzeln.
Hardcorefans von Batman können einen Blick riskieren (oder haben es schon), Trash-Fanatiker werden ihren Spaß haben aber alle anderen sollten einen Bogen um den Film machen.

Batman & Robin

Warner Bros 1997

Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Akiva Goldsman

Darsteller:
Arnold Schwarzenegger – Dr. Victor Fries / Mr. Freeze
George Clooney – Bruce Wayne / Batman
Chris O’Donnell – Dick Grayson / Robin
Uma Thurman – Dr. Pamela Isley / Poison Ivy
Alicia Silverstone – Barbara Wilson / Batgirl
Michael Gough – Alfred Pennyworth
Pat Hingle – Com. James Gordon
Jeep Swenson – Bane

Ehrenwerte Erwähnung:
Elle Macpherson – Julie Madison
Vivica A. Fox – Ms. B. Haven

So, nach der Enttäuschung durch den letzten Teil konnte Joel Schumacher sich mit diesem Meisterwerk rehabilitieren und einen zeitlosen Klassiker schaffen, der von allen Cineasten verehrt wird. </Ironie>
Ernsthaft, ich frage mich noch immer, wie der Film abgenommen werden konnte. Eigentlich gehört er in die Kategorie „Von der Müllhalde“, aber ich wollte die Kritiken nicht auseinanderreißen.

FunFacts
Das Budget von „Batman & Robin“ betrug 125 Millionen Dollar und spielte 237 Millionen Dollar ein.
Die Kostüme wogen eine Menge. Batmans brachte es auf 90lbs. (41kg), Mr. Freezes 75lbs. (34kg) und Batgirl und Robin durften jeweils 50lbs. (23kg) mit sich herumschleppen.
Das Kostüm von Robin basierte dieses Mal auf dem von „Nightwing“ (Dick Graysons Alter Ego als Erwachsener).

Inhalt
Nach einem Unfall will Poison Ivy die Welt in einen Garten verwandeln und gleichzeitig will Mr. Freeze aus der Welt eine Tiefkühltruhe machen. Irgendwie kommen sie zusammen und kämpfen beide gegen Batman, Robin und das neueste Mitglied der Familie, Batgirl.

Die Pros
Fehlanzeige

Die Kontras
-schlecht umgesetzte Figuren: Wieder entspricht keine der Figuren der Vorlage. Mr. Freeze ist keine tragische Figur, sondern reißt nur miese Witze, Poison Ivy ist … ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr die Figur daneben liegt, Batgirl dient nicht einmal zu einem dreckigen Witz, Robin ist trotz seiner fast 30 Jahre ein weinerliches Kleinkind und was sie mit Bane gemacht haben ist ein wahres Verbrechen.
-Leistung der Darsteller: Waren die Schauspieler im Vorgänger schlecht, so erreicht man hier eine ganz neue Dimension. Clooney nehmen wir mal aus, er strahlt eine Selbstironie aus, die man nur zeigen kann, wenn man im Bewusstsein auftritt, dass der Streifen Mist ist. Aber der Rest? Schwarzenegger war nie ein besonderer Darsteller, aber hier ist er unglaublich mies. Uma Thurman wirkt dermaßen lächerlich, dass man sich wirklich die Augen reibt. O’Donnell ist als Robin einfach nur unerträglich und Silverstone arbeitet auf ihrem normalen Niveau, also unter aller Sau.
-dämliche Witze: Gott sind in diesem Film viele miese Gags. Gerade Arnold sticht hier negativ hervor. Fast jeder verdammter Satz enthält eine Anspielung oder Pointe auf Eis. Ich halt es nicht aus.
-billige Sets: Wie beim Vorgänger. Man sieht die Pappe und das Plastik.
Zum Abschluss, eine Hommage an den Nostalgia Critic: BAT-CREDITCARD!!!!

Das Fazit:
Der Film stinkt. Machen wir es kurz. Niemand sollte den Streifen sehen oder von dessen Existenz wissen.
Wer dachte, dass man Dr. Henry Jones, jr. in seinem letzten Film vergewaltigte, wird nach dem nicht empfohlenen Genuss von „Batman & Robin“ glauben, dass der dunkle Ritter gefistet wurde. Ohne Flutschcreme.

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Batman (1989) & Batmans Rückkehr (1992)

Was lange währt … Lange hat es gedauert, doch jetzt kommt endlich die groß angekündigte Batman-Retrospektive. Den Anfang machen wir mit den Filmen von Tim Burton, die damals für großes Aufsehen sorgten.

Batman

Warner Bros. 1989

Regie: Tim Burton
Drehbuch: Sam Hamm & Warren Skaaren

Darsteller:

Michael Keaton – Bruce Wayne / Batman
Jack Nicholson – Jack Napier / Joker
Kim Basinger – Vicky Vale
Pat Hingle – Com. James Gordon
Billy Dee Williams – Harvey Dent
Michael Gough – Alfred Pennyworth
Jack Palance – Carl Grissom
Jerry Hall – Alicia Hunt

Als ich damals als kleiner Junge davon hörte, dass es einen Batman Film mit echten Darstellern geben würde, war ich vor Begeisterung kaum zu halten. Ich hatte jede Folge der Serie mit Adam West geschaut, der dunkle Ritter rangierte bei meinen Lieblingssuperhelden ganz oben (und tut dies noch heute), also wurde ein Traum wahr, meinen Helden im Kino zu sehen. Wurde ich enttäuscht? Ganz sicher nicht.

Fun Facts:
Ich beschränke mich hier einfach auf ein paar Punkte. Alleine aufzuzählen, welche Schauspieler für welche Rollen damals im Gespräch waren, würde den Rahmen der Rubrik sprengen.
Das Budget von „Batman“ betrug 35 Millionen Dollar, das weltweite Einspielergebnis lag bei 411 Millionen Dollar.
Jack Nicholson ist schon ein Cleverle. Er einigte sich mit den Produzenten nicht auf eine feste Gage, sondern auf eine Umsatzbeteiligung. Das brachte ihm nicht nur 60 Millionen Dollar ein, sondern auch einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde für die höchste gezahlte Gage.
Der Name des Jokers „Jack Napier“ ist eine Anspielung auf den Schauspieler Alan Napier, der in der berühmten (oder sollte ich „berüchtigten“ schreiben?) Serie mit Adam West die Rolle des „Alfred“ spielte.

Inhalt
Die Verbrecherwelt in Gotham City ist in Aufruhr. Angeblich greift aus der Dunkelheit eine riesige Fledermaus die Gauner an. Als der verrückte Joker droht, die Stadt zu vernichten, tritt der Batman ins Rampenlicht.

Die Pros:
+Die Schauspieler: Es gab ja Zweifel, ob Keaton die Rolle des Batman ausfüllen könne, da er bis dahin hauptsächlich in Komödien aufgetreten war. Mit seiner Leistung brachte er aber die Zweifler zum Verstummen. Er legte Bruce Wayne etwas scheuer und zurückhaltender an, dafür war er als Batman hart und furchteinflößend (ohne die Stimme zu verstellen). Jack Nicholson ist als Joker überragend. Man weiß nie, was er als nächstes macht, sein grausamer Sinn für Humor ist umwerfend.
+Die Stimmung: Tim Burton ist selten im Zuckerfeenland zu Hause und auch „Batman“ kommt sehr düster und dunkel daher. Aber es passt zu der Geschichte und der Figur. Die Entscheidung, Gotham City im Art-Deco Stil zu erschaffen, mit einer Ausstattung, die an die zwanziger oder dreißiger Jahre erinnert, kommt dem Film und dem Look sehr zu gute. Außerdem diente es als Vorlage für die brillante Zeichentrickserie. Wann kommt die endlich auf DVD?

Die Kontras:
-Die Nebenfiguren: Burton konzentriert sich so auf das Duell Batman gegen Joker, dass die anderen Figuren recht stiefmütterlich behandelt werden. Gordon, Alfred, Harvey Dent, etc. sind nur Randerscheinungen, die kaum wahrgenommen werden. Schade eigentlich.

Fazit:
„Batman“ startete einen neuen Kinotrend. Lange Zeit galten Realverfilmungen von Comic Büchern als großes Risiko. Seit den „Superman“ Filmen war das Genre tot und Versuche in die Richtung waren grausam (Alleine Marvels Anstrengungen in den 70ern und 80ern waren mehr als nur brutal. Oder wer kann „Howard the Duck“ vergessen?).
Tim Burton gelang es, nachdem in den drei Jahren zuvor die Comics erwachsen geworden waren, auch die Filme für ein älteres Publikum interessant zu machen.
Der Film ist ein Must See für jeden. Also wieso schaut ihr ihn nicht bereits?

Batmans Rückkehr

Warner Bros. 1992

Regie: Tim Burton
Drehbuch: Daniel Waters & Sam Hamm

Darsteller:
Michael Keaton – Bruce Wayne / Batman
Danny DeVito – Oswald Cobblepot / Pinguin
Michelle Pfeiffer – Selina Kyle / Catwoman
Christopher Walken – Max Shreck
Michael Gough – Alfred Pennyworth
Pat Hingle – Com. James Gordon

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Films war es nur eine Frage der Zeit, bis das Studio mit einem Nachfolger kommen würde. Der Sequel-Logik folgend wurde Alles größer (zwei Schurken, aufwendigere Sets, etc.). Aber hieß das auch gleich besser?

Fun Facts
Das Budget von „Batmans Rückkehr“ betrug 80 Millionen Dollar und der Film spielte an den Kinokassen 283 Millionen Dollar ein.
Er war der erste Film, der in Dolby Digital gedreht wurde.
Michelle Pfeiffer verbrauchte während der Dreharbeiten 60 Anzüge, die jeweils 1000 Dollar kosteten. Außerdem wurde sie in die Outfits eingeschweißt (wie Tiefkühlware), weshalb sie immer nur kurz drehen konnte. Ein weiteres Problem war, dass sie im Kostüm kaum etwas hören konnte. Man musste ihr öfters klarmachen, dass sie ihren Dialog nicht zu schreien brauchte.
McDonald’s musste in den USA die Werbung für den Film mit ihren Happy Meals einstellen, nachdem sich Eltern beschwert hatten, dass der Streifen nichts für Kinder sei. Ach, die 90er, als Eltern nicht auf ihre Kinder aufpassen brauchten, sondern sich einfach wegen jedem Scheiß beschwerten und damit Erfolg hatten. Herrlich.

Inhalt
Es ist Weihnachten und alles ist friedlich. Wenn man von der Bande krimineller Freaks unter Führung des Pinguins, den schmutzigen Machenschaften des Geschäftsmanns Max Shreck und der maskierten Catwoman, die auf beiden Seiten spielt, absieht. Also muss Batman die Rute auspacken.

Die Pros:
+Die Stimmung: Tim Burton gelingt es erneut, einen sehr stimmungsvollen und atmosphärischen dichten Film zu erschaffen. Gotham City wirkt wie eine Stadt vor dem Zusammenbruch, alles wirkt bedrückend. Die Sets strahlen eine wirklich niederdrückende Stimmung aus.
+Die Darsteller: Man muss nur einen Blick auf die Besetzungsliste werfen. Dort sind nur große Namen zu finden und es werden große Leistungen geboten. Gerade DeVito muss man loben. Der kleine Komiker liefert eine wahnsinnige Vorstellung als Pinguin und zeigt ihn als facettenreichen Charakter.
+Catwoman:

MIAU!!!!!

Die Kontras:
-Zu wenig Batman: Der Film heißt „Batmans Rückkehr“ und der dunkle Ritter kommt kaum darin vor. Tim Burton fokussiert sich so auf die Schurken, dass er keinen Platz mehr für den Helden lässt. Irgendwie wirkt Batman dann in einigen Szenen fehl am Platz, wenn er denn mal auftaucht.
-Sex Witze: Als Kind fiel mir das nicht so auf, aber jetzt sticht es hervor. Fast jeder Dialog, der zwischen männlichen und weiblichen (besonders wenn es Catwoman ist) Figuren stattfindet, ist gespickt mit Anspielungen auf den horizontalen Tango. Ja, ich weiß, dass die Katzendame das Sexsymbol bei DC ist, aber ein bisschen weniger platt wäre nett gewesen.

Fazit
Die Meinungen gehen bezüglich dieses Films ziemlich auseinander. Die Einen preisen ihn für die düstere Atmosphäre und die bizarren Charaktere, die Anderen verdammen ihn deshalb.
Ich fand „Batmans Rückkehr“ sehr gut, aber nicht ganz so toll wie den Vorgänger. Die wirklich starke Leistung von Danny DeVito, gepaart mit den interessanten Figuren machte den Streifen für mich zu einem tollen Erlebnis. Das besser gewesen wäre, denn der Titelheld mehr mitgespielt hätte.
Ich empfehle den Film wirklich jeden, der sich für Batman interessiert oder Filme von Tim Burton mag.

Lest das nächste Mal, wie sich Joel Schumacher auf dem Regiestuhl schlug.

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Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Universal Studios 2010


Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Edgar Wright & Michael Bacall

Darsteller:
Michael Cera – Scott Pilgrim
Ellen Wong – Knives Chau
Kieran Culkin – Wallace Wells
Mary Elizabeth Winstead – Ramona Flowers
Satya Bhabha – Matthew Patel
Chris Evans – Lucas Lee
Brandon Routh – Todd Ingram
Mae Whitman – Roxanne „Roxy“ Richter
Shota & Keita Saito – Kyle & Ken Katayanagi
Jason Schwartzman – Gideon Gordon Graves

Ehrenhafte Erwähnungen:
Thomas Jane – Veganer Polizei
Clifton Collins, jr. – Veganer Polizei

Der bisher letzte Film von Regisseur Edgar Wright („Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“) wurde von den Kritikern sehr gelobt und floppte gleichzeitig brutal an den Kinokassen. Hier in der Gegend schaffte es der Film, eine Woche in den Sälen zu überleben. Wurde der Film nun vom Publikum nicht verstanden oder interpretierten die Kritiker zu viel in ihn hinein? Als Fan seiner ersten beiden Filme musste ich es selbst herausfinden.

FunFacts:
Der Film hatte ein Budget von 90 Millionen Dollar, doch durch Steuerrückerstattungen wurde die Summe auf 60 Millionen reduziert. In den USA spielte „Scott Pilgrim“ 31 Millionen Dollar ein und im U.K. waren es 5 Millionen Pfund.
Der Film basiert auf den Comics von Brian Lee O’Malley. Die Produktion begann, noch bevor der letzte Band der Reihe erschienen war (ähnlich wie bei „Kick-Ass“).
Im ursprünglichen Ende des Films wurden Knives und Scott ein Paar, doch dies wurde geändert, nachdem im letzten Band Ramona und Scott zusammenkamen.

Inhalt:
Scott Pilgrim ist ein typischer Versager: ohne Job, ohne Ahnung und ohne wirklichen Antrieb. Er datet ein Mädchen von der High-School und träumt davon, mit seiner Band erfolgreich zu werden.
Dann lernt er Ramona Flowers kennen und verliebt sich in sie. Doch um mit ihr zusammen zu sein, muss er erst ihre sieben bösen Exfreunde besiegen. Außerdem nimmt er mit seiner Band an einem Wettbewerb teil, dessen Gewinner ein Plattenvertrag winkt.

Die Pros:
+Kieran Culkin: Macaulys Bruder spielt den Part des schwulen Mitbewohners Wallace genial. Er ist der einzig interessante Charakter in dem Film, hat viele (zumindest Ansatzweise) lustige Zeilen und man wünscht sich mehr von ihm. Leider kriegt man das nicht.

Die Kontras:
-Die andauernden Videospielanspielungen: Ich sehe mich selbst als Gamer, der mit dem NES, dem Game Boy, usw. aufwuchs. Deswegen kriege ich die ganzen Anspielungen mit. Es ist fast schon so, als wolle der Film auf der Nostalgieschiene Sympathien gewinnen. Frei nach dem Motto: „He, guck mal, ich kenne die ganzen alten Spiele, wie Zelda oder Street Fighter. Komm los, du magst das doch. Sei jetzt mein Freund.“
-Die Charaktere: Fast alle Figuren (Ausnahme oben) sind vollkommen flach und unterentwickelt. Wenn ich sie „zweidimensional“ nennen würde, wäre das eine Dimension zu viel. Irgendwie fühlt man sich mit niemand verbunden. Besonders schlimm sind die beiden Hauptfiguren Scott und Ramona. Er ist ein egoistisches, weinerliches Kleinkind und sie hat keinerlei Charakteristika außer der ständig wechselnden Haarfarbe.
-Die Kampfszenen: Ich mag Kampfszenen. Ich finde es sogar sehr gut, dass hier ab und an in die Totale gewechselt wird, statt nur mit Wackelkamera und Special Effects zu arbeiten. Aber warum muss das Ganze so schlecht rüberkommen? Man sieht, wenn die Darsteller in Nahaufnahme kämpfen, dass es in Zeitlupe aufgenommen wurde. Man sieht, wenn in die Totale gewechselt wird, dass dort Doubles am Werk sind. Und dazwischen hat man dann doch wieder diesen nervenden Mist mit wackelnder Kamera und flackerndem Licht, dass einem schlecht wird und sich epileptische Anfälle ankündigen.
-Da es noch viel mehr gibt, über das ich meckern könnte, mache ich eine kurze Aufzählung. Der Film hat eine flache Story, schlechte Darsteller (Michael Cera muss an erster Stelle genannt werden), kaum witzige Dialoge und ist verzweifelt auf „hip“ getrimmt.

Fazit
Ich verstehe die Leute nicht, die „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ toll finden. Es ist einfach nichts da, dass für mich einen guten oder wenigstens unterhaltsamen Film ausmacht.
Die Schauspieler sind schlecht, die Story dünn (Ja, ich verstehe, dass es um die Vergangenheit des Partners geht. Aber wenn jemanden das beschäftigt, dann agiert man auf Pocher Niveau), die Kämpfe ein Special Effect Gewitter, das nicht wirklich zu beeindrucken weiß. Als Videospieler fühle ich mich beleidigt, dass „Scott Pilgrim“ mich oder meine Generation repräsentieren soll.
Am Ende wirkt alles wie eine Ansammlung aus 90er Jahre Klischees. Es passt, da ja dieses verlorene Jahrzehnt gerade wieder ein Revival feiert.
Ein Rat noch Edgar Wright: Ruf Simon Pegg und Nick Frost, die beiden Hauptdarsteller aus deinen guten Filmen, an und überrede sie, wieder etwas mit dir zu machen. Denn ohne den Charme und den Witz der beiden Männer scheint etwas zu fehlen.

P.S.: Die Kritiken zu Schumacher und Nolan sind fertig. Ich werde morgen den letzten fehlenden Film „Batmans Rückkehr“ bekommen und wahrscheinlich um Ostern alles online stellen.

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Sucker Punch

Warner Bros. 2011

Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder & Steve Shibuya

Darsteller:
Emily Browning – Baby Doll
Abbie Cornish – Sweet Pea
Jena Malone – Rocket
Vanessa Hudgens – Blondie
Jamie Chung – Amber
Carla Gugino – Dr. Vera Gorski
Oscar Isaac – Blue Jones
Das neueste Werk von Zack Snyder scheint das Publikum zu polarisieren wie kaum ein anderer Film derzeit. Die Einen jubeln ihn hoch, als wäre es eine Neuauflage der Bibel, die Anderen verdammen ihn wie die Biographie eines gewissen österreichischen Politikers. Wer hat nun aber Recht? Wie schon der Kaiser sagte: Schaun mer mal.
Inhalt
Das Leben von Baby Doll ist nicht wirklich ein Traum. Ihre Mutter wurde von ihrem Stiefvater umgebracht und der Kerl hat nichts Besseres zu tun, als seine beiden Töchter vergewaltigen zu wollen. Baby Doll wehrt sich und erschießt dabei ihre kleine Schwester. Der Alte schiebt sie darauf in eine korrupte Irrenanstalt ab, wo man ihr in fünf Tagen eine Lobotomie verpassen will.
Um der harschen Realität zu entfliehen, flüchtet das Mädchen in eine Fantasiewelt. In dieser ist sie eine Heldin, die einen Plan zur Flucht hat.
Die Pros:
+Die Optik: Wie eigentlich nicht anders zu erwarten sieht „Sucker Punch“ unglaublich aus. Zack Snyder hat eine hervorragende visuelle Vorstellungskraft und kann diese auch auf Film bannen. Gerade die „Traum-in-Traum“ Sequenzen sind atemberaubend. Er bedient sich dabei einer Ästhetik, die man als wilden Mix aus Manga, Anime und Videospielen beschreiben kann.
+Der Soundtrack: Wer sich den Film anschaut kriegt ordentlich was auf die Ohren. Schon bei „Watchmen“ war die Zusammenstellung sehr bemerkenswert. Ich hätte nie gedacht, dass eine Actionsequenz vertont mit Björk funktionieren könnte, aber es klappt.
Die Kontras:
Nehmt euch Zeit, der einzige Minuspunkt ist ein langer. Außerdem gebe ich direkt ein Spoiler-Warning.
-Die Umsetzung der Story: Die Geschichte des Films ist wirklich gut und wegen der Message als besser zu bewerten als die von „Inception“, der gerne zum Vergleich herangezogen wird.
Baby Doll sieht sich einer Realität ausgesetzt, die so grausam ist, dass sie es nicht ertragen kann. Deshalb flieht sie in eine Scheinwelt, in der aus der Anstalt ein Bordell wird und sie, wie die anderen Insassen, eine Hure ist, die auf den Highroller wartet. Diese Welt ist noch immer schlecht, aber so kann sie wenigstens den sexuellen Missbrauch durch die Pfleger in einen Kontext setzen. Wenn diese sich an ihr vergehen, dann tanzt sie in der Traumwelt.
Während dieses Tanzes dringt sie in eine weitere Scheinwelt ein. Hier sind sie und ihre Mitstreiterinnen harte Elitesoldatinnen, die wichtige Missionen erfüllen. So kämpfen sie gegen deutsche Heereszombies, töten einen Drachen oder entschärfen eine Bombe. Dies steht in Verbindung zur Realität, in der die Karte der Anstalt, ein Feuerzeug und ein Messer geklaut werden.
Die Message des Films kann man unter dem Titel „Die Gedanken sind frei“ zusammenfassen. In der Fantasie ist jeder Mensch frei. Mit Hilfe des Geistes gelingt es uns, selbst die schlimmsten Situationen zu ertragen. Unsere Vorstellungskraft macht uns stark.
So weit, so gut. Leider wird die Umsetzung den hohen Ambitionen der Geschichte nicht gerecht. Hier gibt es erhebliche Mängel, die angesprochen werden müssen.
Ich persönlich fand es sehr schade, dass die Realität zu kurz kommt. Man wechselt praktisch nur zwischen der zweiten und dritten Handlungsebene, die erste, in der sich die Figuren eigentlich bewegen, ist nur am Anfang und am Ende des Films präsent. Man sieht die Welt ausschließlich durch den Filter, dabei wäre es doch interessant zu sehen, was echt ist.
Leider werden die Figuren auch sehr stiefmütterlich behandelt. Die Charaktere bleiben flach, eindimensional und sind eigentlich nur da, um die Actionszenen auszustatten. Man kann kaum eine Beziehung zu ihnen aufbauen und am Ende ist jede Figur austauschbar, die eigentlich keinen Namen gebraucht hätten.
Den Wechsel zwischen den Handlungsebenen hätte ich mir auch etwas fließender und weniger abrupt gewünscht. Es gibt keinen Übergang, man ist entweder im Bordell oder im (ich nenne es mal) Mangaversum. Da wurde die Möglichkeit verschenkt, ein wenig mit dem Zuschauer zu spielen.
Der Film wirkt am Ende einfach gehetzt. Die Handlung kommt sehr plötzlich zum Schluss, mit einer Wendung, die ich jetzt nicht erzähle. Ich sage es selten, aber 30 Minuten bis 45 Minuten mehr hätten hier gut getan. Dadurch wäre die Möglichkeit gegeben, die Charaktere besser zu entwickeln und die Handlung zu vertiefen, ohne bei den Ausflügen in die Fantasie sparen zu müssen.
Fazit
Wie jeder Film hat auch „Sucker Punch“ seine Fehler. Die Beurteilung hängt davon ab, wie stark man diese bewertet. Auf der Habenseite steht eine innovative Geschichte mit beeindruckender Optik und guten Soundtrack. Auf der anderen Seite haben wir die in Teilen schwache Umsetzung.
Der Film verdient weder die Lobeshymnen oder das gnadenlose Bashing. „Sucker Punch“ ist ein ordentlicher Film, der knapp über dem Durchschnitt liegt. Aber anscheinend gibt es heute nur noch Himmel oder Hölle.
Wem Snyders andere Filme gefielen, kann sich den Film ruhig im Kino ansehen. Alle anderen warten auf die DVD.
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Ich lebe noch

Um den Gerüchten bezüglich meines Ablebens oder der Einstellung des Blogs zu widersprechen melde ich mich mal wieder.
Die letzten Monate waren ziemlich hart. Ich habe meinen PC endgültig beerdigt und musste Geld für einen neuen sparen. Da konnte ich dann auch nicht mehr so oft ins Kino oder die Videothek gehen. Jetzt, wo ich wieder finanzielle Reserven habe, hat meine Videothek dichtgemacht, um Platz für ein neues Autohaus zu machen. Brauchen die Menschen in dieser Stadt wirklich einen größeren BMW-Händler?
Ich habe mir deshalb diesen Monat einen Account bei Lovefilm zugelegt und werde meine Filme jetzt dort beziehen. Leider habe ich keinen Einfluss auf die Reihenfolge, in der ich die DVDs beziehe, deswegen kann ich einen Zeitplan nur für Filme erstellen, die ich auch habe. Deshalb verschiebt sich auch die Batman-Retrospektive, weil ich noch auf die Schumacher-Filme warte.
Um das Ganze hier wieder etwas kompakter zu gestalten werde ich am Wochenende die Kategorien umstellen und zusammengehörende Artikel zusammenfassen.
Um aber nicht vollständig auf Kritiken zu verzichten, lest doch meine Besprechung zu „Sucker Punch“, die ich heute noch online stelle.

Bis dann und viel Spaß.

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Batman – die Christopher Nolan Ära

Kommen wir zum vorläufigen Höhepunkt der Batman-Reihe. Dieser Artikel ist etwas kürzer als die anderen, denn ich wiederhole mich nicht gerne und Nolan hat den Joker und Two-Face erneut benutzt, außerdem ließ er sich ebenfalls von „The Killing Joke“ inspirieren. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass die Comics „The Man Who Falls“ und „Batman: Dark Victory“ derzeit nicht in deutscher Sprache erschienen sind.

Die Comics

Batman: Das erste Jahr
Veröffentlichung: März – Juni 1987 (in Batman Nr. 404 – 407)
Autor: Frank Miller
Zeichner: David Mazzuccheli
Farben: Richmond Lewis
Der große Reboot des dunklen Ritters. In dieser Geschichte erzählt Miller die Anfänge von Bruce Wayne und James Gordon neu. Beide kommen am selben Tag in Gotham City an. Der eine als lange verlorener Sohn und der andere wurde in die Stadt versetzt. Beide beginnen gleich mit ihrer Arbeit. Während Gordon sich mit der Korruption in der Polizei herumschlagen muss, beginnt Wayne mit seinem Training und zieht bald das berühmte Cape an.
Miller gelingt es in seinem Werk nicht nur, die alten Figuren zu entstauben und ihnen einen realen Anstrich zu geben, er zeichnet auch gleichzeitig ein komplett neues Bild von Gotham City und seinen Bewohnern. Er lässt seine Figuren durch ihre persönliche Probleme menschlicher Erscheinen und macht sie dadurch zugänglicher.

Batman: Das lange Halloween
Veröffentlichung: Dezember 1996 – Dezember 1997
Autor: Jeph Loeb
Zeichner: Tim Sale
Farben: Gregory Wright
Gotham City ist seit dem Eintreffen von Batman in Aufruhr. Die alte Ordnung der Unterwelt bricht langsam zusammen. Die Mafia, die bis dahin die Stadt regierte, verliert an Boden und die kostümierten Freaks übernehmen langsam aber sicher das Zepter. Zudem läuft ein Serienmörder herum, der die Mafiosi aufs Korn nimmt. Mittendrin steht der getriebene Staatsanwalt Harvey Dent, der durch seinen Beruf langsam den Bezug zu seiner Familie verliert.
Jeph Loeb zeichnet in der Serie sehr schön nach, wie Batman seine Umwelt veränderte. Niemand weiß, wie man mit dem dunklen Ritter umgehen soll. Seine Anwesenheit scheint die Verrückten anzuziehen. Die Mafiosi stehen den neuen Schurken wie dem Joker, dem Riddler oder Scarecrow zweifelnd gegenüber, haben aber keine Probleme damit, diese in den Kampf gegen Batman zu schicken. Außerdem wird die Entstehung von Two-Face nacherzählt. Als Harvey Dent versuchte er verzweifelt, das Verbrechen zu bekämpfen, als Two-Face übernimmt er eine Führungsrolle in der Unterwelt, indem er die Schurken vereint.

Die Schurken

Ra’s al Ghul

Gemalt von Chiff Chiang

Erfunden von: Dennis O’Neil  & Neal Adams
Erster Auftritt: Batman Nr. 232 (Juni 1971)
Richtiger Name: unbekannt
Ursprung: Ra’s al Ghul ist irgendwas zwischen 450 und 700 Jahre alt. Er wurde im Orient geboren und war dort ein Heiler. Er entdeckte die Lazarus Grube, die ewiges Leben geben kann. Mit Hilfe dieser Grube rettete er einen sterbenden Prinzen. Dieser wurde durch die Behandlung verrückt und ermordete die Frau seines Retters. Der König wollte dies aber nicht zugeben, er verurteilte deshalb Ra’s al Ghul zum Tode. Er wurde zusammen mit der Leiche seiner Frau in der Wüste vergraben, doch der Sohn einer ehemaligen Patientin rettete ihn. Aus Rache infizierte er den König und den Prinzen mit einer Krankheit. Als sie ihn zu Hilfe riefen, tötete er beide und vernichtete die Stadt.
Charakter: Ra’s al Ghul ist ein Terrorist und Attentäter, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt in die perfekte Balance zu versetzen. Dazu muss er nur einen Großteil der Menschheit töten. Dazu setzt er bevorzugt biologische Waffen ein. Die Nutzung der Lazarus Grube macht ihn praktisch unsterblich. Sein unnatürlich langes Leben nutzte er zur Anhäufung eines riesigen Vermögens, der Schaffung eines riesigen Kontaktnetzwerks (Hieß der Mann nicht Zuckerberg?) und war in der Lage, sich ein enormes Wissen anzueignen. Er ist Experte im Nahkampf und hat weitreichende Kenntnisse in den Feldern der Chemie und Physik. Im Kampf Mann gegen Mann bevorzugt er antike Waffen. Ra’s al Ghul sah in Batman lange Zeit seinen Nachfolger, doch der lehnte ab.

Scarecrow

Gemalt von Sean Murphy

Erfunden von: Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: World’s Finest Comics Nr. 3 (Herbst 1941)
Richtiger Name: Dr. Jonathan Crane
Ursprung: Jonathan Crane wurde als Kind wegen seiner Größe und schlaksigen Figur von den anderen Kindern gehänselt. Seine Ähnlichkeit mit der Figur „Ichabod Crane“ aus „Die Legende von Sleepy Hallow“ sorgte für besonderen Spott. Auf der Highschool rächte er sich an seinem Bully Bo Griggs und dem Cheerleader Sherry Squires, die ihm einen Korb gegeben hatte, indem er am Abend des Abschlussballs als Vogelscheuche verkleidet mit einer Waffe drohte. Dadurch verursachte er einen Unfall, durch den Griggs gelähmt und Squires getötet wurde. Als Erwachsener wurde er ein Professor der Psychologie mit dem Fachgebiet Phobien. Er arbeitete in Arkham, wo er die Patienten zu Experimenten missbrauchte, und an der Universität Gotham. Diese Stelle verlor er, nachdem er eine Pistole im Hörsaal abfeuerte und einen Studenten verletzte. Aus Rache tötete er den Dekan mit seinem Angstgas.
Charakter: Crane ist hochintelligent und ein versierter Spezialist in Psychologie. Er ist ein Experte auf dem Gebiet der Angst, wobei ihm seine eigene Phobie vor Fledermäusen (später nur noch Batman) sicher tiefere Einblicke verschafft. Obwohl er aussieht, als könne ihn ein leichter Luftzug umhauen, ist er ein gefährlicher Gegner im Kampf Mann gegen Mann. Er benutzt einen Mix auf dem Kranich-Stil des Kung Fu und Drunken Boxing. Trotzdem verlässt er sich auf seine Gifte, die seine Opfer in Angst versetzen.

So, das war der letzte Bericht zu den Hintergründen der Filme. Lest nächste Woche, was ich von den Streifen selbst halte.

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Batman – die Joel Schumacher Ära

Kommen wir nun zu den Hintergründen zu den Verfilmungen, die uns Joel Schumacher schenkte (und wie wir ihn dafür danken). Da ich keinerlei Hinweise finden konnte, dass sie der gute Mann von vorhandenen Geschichten inspirieren ließ, werde ich die Comics zu den Filmen besprechen. Wieso ich so was besitze? Weil ich ein Nerd war, der eine Zeit lang jedes Comic zu einem Film gesammelt habe. Ich schäme mich.

Die Comics

Batman Forever
Veröffentlichung: 1995
Autor: Dennis O’Neil
Zeichner: Michal Dutkiewicz
Farbe: Adrienne Roy
Wenig überraschend folgt das Heft dem Plot des Films. Batman kriegt es mit Two-Face zu tun, der sich an der Fledermaus rächen will. Gleichzeitig erfindet der Angestellte von Wayne Enterprises Edward Nygma eine Maschine, mit der er Gedanken lesen kann. Als Riddler tut er sich mit Two-Face zusammen. Batman steht den beiden jedoch nicht alleine gegenüber, denn er erhält Hilfe von dem verwaisten Jungen (Wie alt ist er? 20?) Dick Grayson, der nach dem Tod seiner Eltern als Robin gegen das Verbrechen kämpft.
Der Inhalt des Comics ist genau so schlecht wie im Film. Die Schurken sind Karikaturen ihrer selbst, Batman bleibt blass und ich frage mich noch immer, wieso Robin plötzlich die Pubertät übersprungen hat und trotzdem einen Erziehungsberechtigten braucht. Wenigstens kann man auf den Zeichnungen die Schauspieler erkennen, die sie darstellen sollen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Batman & Robin
Veröffentlichung: 1997
Autor: Dennis O’Neil
Zeichner: Rudolfo Damaggio
Farben: Pat Garrahy
Auch hier wird die Handlung des Films mehr oder weniger vollständig wiedergegeben. Der fiese Mr. Freeze will die Stadt einfrieren, die patente Poison Ivy zusammen mit dem brachialen Bane als Helfer die Stadt in einen Garten verwandeln und die beiden Helden streiten sich wie ein altes Ehepaar. Deshalb nehmen sie gerne die Hilfe von Alfreds Enkelin Barbara an, die sich in das Kostüm von Batgirl quetscht.
Wie auch der Film ist der Comic unglaublich mies. Es scheint, als hätte niemand auch nur versucht, etwas Mühe zu investieren. Wieso musste man unbedingt die unglaublich flachen Sprüche von Arnie übernehmen? Warum zeigt das erste Panel den Regisseur, wie er Anweisungen gibt? Was soll der Scheiß? Die Zeichnungen sind auf einem ähnlich schwachen Niveau. Keine der Zeichnungen sieht ihrem realen Vorbild auch nur im Ansatz ähnlich. Es ist beschämend. Kann ich eigentlich noch mein Geld zurückverlangen?

Die Schurken

Two-Face

gemalt von Simon Bianchi

Erfunden von: Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Detective Comics Nr. 66 (August 1942)
Entstehung: Kane wurde durch die Geschichte „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ inspiriert. Er wollte aber einen Charakter, der gleichzeitig gut und böse war. Two-Face war zunächst nur ein Gimmickschurke, bei dem sich alles um die Zahl 2 drehte.
Richtiger Name: Harvey Dent (ursprünglich Harvey Kent)
Ursprung: Als kleines Kind wurde Dent von seinem Vater schwer misshandelt. Je nach Autor und Interpretation entwickelte er eine schizophrene oder bipolare oder multiple Persönlichkeitsstörung, die aber verborgen blieb. Mit 26 Jahren wurde er der jüngste Staatsanwalt in Gotham. Während eines Prozesses gegen die Mafia wurde ihm Säure ins Gesicht geschüttet, wodurch eine Hälfte schwer verätzt und entstellt wurde. Durch diese Verletzung brach seine psychische Störung aus.
Charakter: Dent war vor dem Anschlag ein genialer Staatsanwalt und besessen von seinem Job. Als Two-Face ist er besessen von Dualität und der Zahl 2 (z.B. überfällt er am 2.2. um 2 Uhr die zweite Bank von Gotham) und er benutzt doppelläufige Waffen (natürlich Kaliber .22). Eine weitere Besonderheit ist seine Unfähigkeit, Entscheidungen eigenständig zu treffen. Dafür benutzt er dann seine berühmte Münze. Sein Verhalten ist also vollkommen vom Zufall abhängig und komplett unberechenbar.

Der Riddler
Erfunden von: Bill Finger & Dick Sprang
Erster Auftritt: Detective Comics Nr. 140 (Oktober 1948)
Richtiger Name: Edward Nigma (oder Nygma oder Nashton)
Ursprung: An der Schule rief der Lehrer einen Rätselwettbewerb aus, den der junge Edward unbedingt gewinnen wollte. Deshalb brach er in der Nacht ins Klassenzimmer ein und übte so lange, bis er das Rätsel in Rekordzeit knacken konnte. Durch den Erfolg bestätigt begann seine Faszination für Denkspiele. Als Erwachsener arbeitete er auf einem Jahrmarkt, wo er seine Intelligenz nutzte, um die Kunden zu betrügen. Aus Langeweile wurde er zum Riddler, da er in Batman einen würdigen Gegner gefunden zu haben glaubte.
Charakter: Nigma ist ein kleiner, schmächtiger und quirliger Typ, der unglaublich schnell redet. Als Schurke ist er eine Ausnahme, da er eher gewaltlos vorgeht. Was ihm an körperlicher Größe fehlt, macht er durch sein monströs großes Ego wett. Sein Narzissmus zwingt ihn dazu, seine intellektuelle Überlegenheit zur Schau zu stellen. Er macht dies, indem er Hinweise auf seine Verbrechen in Rätselform hinterlässt oder Batman in Fallen lockt, aus denen er sich befreien muss.

Mr. Freeze

Gemalt von Greg Land

Erfunden von: Bob Kane, David Wood & Sheldon Moldoff
Erster Auftritt: Batman Nr. 121 als „Mr. Zero“ (Februar 1959)
                            Detective Comics Nr. 373 als „Mr. Freeze“ (März 1968)
Richtiger Name: Dr. Victor Fries
Ursprung: Richtig populär wurde Mr. Freeze durch die wirklich geniale Batman Zeichentrickserie (Wieso ist die bis jetzt nicht auf DVD erschienen?), die ihm eine neue Hintergrundgeschichte verpasste. Als Kind war Fries fasziniert davon, Tiere einzufrieren. Geschockt schickten ihn seine Eltern auf ein Internat, wo er ein Außenseiter war. Am College war dies nicht anders, aber er lernte dort seine spätere Frau Nora kennen (Irgendwie erinnert mich das an Monk). Er wurde Molekularbiologe und arbeitete für eine große Firma bis seine Frau unheilbar erkrankt. Er versetzte sie heimlich mit Firmenausrüstung in einen Kälteschlaf. Als sein Chef dies herausfand, wollte er die Frau wieder auftauen. Es kam zu einem Kampf zwischen den beiden Männern, bei dem Fries mit Chemikalien in Kontakt kam, die seine Körpertemperatur gefährlich senkten und ihn dazu zwangen, den Spezialanzug zu tragen.
Charakter: War Mr. Freeze früher ein schlechter Witz als Schurke, so wird er jetzt von den Fans geliebt. Er ist eine tragische Figur, die noch immer versucht, seine Frau zu retten. Gleichzeitig lässt er seinen Schmerz an der Welt aus, damit diese so leidet wie er. Fries ist ein Einzelgänger, der eher selten mit anderen Schurken zusammenarbeitet.

Poison Ivy

Gemalt von Brian Bolland

Erfunden von: Robert Kanigher & Sheldon Moldoff
Erster Auftritt: Batman Nr. 181 (Juni 1966)
Entstehung: Nachdem Catwoman zu zahm geworden war, brauchte man einen Ersatz. Sie war zunächst nur als Verführerin angedacht, also eine eindimensionale Figur. Man empfand sie Bettie Page nach mit dem gleichen Haarschnitt, dem gleichen Südstaatenakzent und derselben sexuellen Ausstrahlung. Erst später, im Zuge der Emanzipation wurde ihre Rolle größer.
Richtiger Name: Dr. Pamela Lillian Isley
Ursprung: wie bei Catwoman gibt es bei Poison Ivy zwei Hintergrundgeschichten. Ursprünglich war sie eine Botanikerin aus Seattle, die von einem Dieb verführt wurde, ihm beim Diebstahl eines ägyptischen Artefakts, in dem antike Pollen gelagert wurden, zu helfen. Er kriegte jedoch Panik und vergiftete Pamela mit den Pollen. Sie starb jedoch nicht, sondern war mit mystischen Kräften ausgestattet.
In der neuen Fassung war sie ein scheues Mauerblümchen (Na, versteht ihr?) aus reicher Familie. Sie studierte botanische Biochemie an der Universität in Gotham und verliebte sich in ihren Professor Dr. Jason Woodrue (Floronic Man, ein Gegenspieler von The Atom). Er injizierte ihr ein Gift, um sie in einen Hybriden aus Mensch und Pflanze zu machen wie ihn selbst. Sie wurde neu geboren, doch die Verwandlung machte sie wahnsinnig.
Charakter: Dr. Isley ist eine starke, unabhängige Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Mit ihren männlichen Kollegen hat sie weniger zu tun, ihre bevorzugte Partnerin ist Harley Quinn, die Freundin des Jokers. Ihr Hauptinteresse gilt dem Umweltschutz, für den sie sich militant einsetzt. Durch ihre Verwandlung ist sie immun gegen jede Art von Gift, Viren, Bakterien usw. Sie sondert Pheromone ab, mit denen sie Menschen kontrollieren kann. Pflanzen kontrolliert sie durch ihre Gedanken. Das einzige Wesen, das ihr widersteht, ist Batman, weshalb sie sehr vom dunklen Ritter fasziniert ist.

Bane

Gemalt von Brian Bolland

Erfunden von: Chuck Dixon, Doug Moench & Graham Nolan
Erster Auftritt: Batman: Vengeance of Bane Nr. 1 (Januar 1993)
Entstehung: Die Figur ist das Zerrbild des Pulphelden „Dr. Savage“, eines gebildeten Abenteurers.
Richtiger Name: unbekannt
Ursprung: Bane wurde in der südamerikanischen Republik Santa Prisca geboren als Sohn des Revolutionärs Sir Edmund Dorrance. Da die Machthaber diesen nicht zu fassen kriegen, muss der Junge dessen Gefängnisstrafe von Geburt an verbüßen. Hinter den Gefängnismauern trainierte er nicht nur seien Körper bis zum Optimum, sondern auch seinen Geist. Außerdem entwickelte er sehr schnell eine gnadenlose Härte. Seinen ersten Mord beging er mit acht Jahren. Mit diesen Attributen stieg er zum Chef im Knast auf. Da die Leiter des Gefängnisses ihn fürchteten, meldeten sie ihn zu Test der Droge Venom. Diese Tests hatte bisher niemand überlebt. Die Droge verstärkte jedoch Banes natürliche Fähigkeiten, aber er muss sie alle 12 Stunden nehmen. Deshalb trägt er die Schläuche am Körper.
Charakter: Bane ist, anders als es sein Äußeres vermuten lässt, hochintelligent und sehr gebildet. Außerdem ist er hervorragend in Kampfkünste ausgebildet. Ist seine körperliche Stärke im normalen Zustand bereits beeindruckend, so verstärkt Venom diese auf ein übermenschliches Mass. Sein Konflikt mit Batman rührt daher, dass Bane in Angst aufwuchs und diese durch Batman verkörpert wird. Bane hält den dunklen Detektiv für die Verkörperung der Fledermaus, die ihn in seinen Alpträumen verfolgte.

Da es Joel Schumacher anscheinend nicht genug war, Batman und einige der populärsten Schurken zu ruinieren, mussten auch zwei der beliebtesten Sidekicks dran glauben. Hier also die Profile von Robin und Batgirl.

Robin

Gemalt von George Perez und Dick Giordano

Erfunden von: Bob Kane, Bill Finger & Jerry Robinson
Erster Auftritt: Detective Comics Nr. 38 (April 1940)
Entstehung: Der junge Helfer sollte die Figur des Batman etwas aufhellen und sympathischer wirken lassen. Nebenbei hoffte man dadurch, jüngere Leser zu gewinnen. Das Kostüm wurde von Robin Hood inspiriert, die Farbgebung vom amerikanischen Rotkelchen (engl. Robin) übernommen.
Richtiger Name: Richard John „Dick“ Grayson (der erste von insgesamt fünf Robins)
Ursprung: Der junge Dick arbeitete bereits als Kind zusammen mit seinen Eltern unter dem Namen „The Flying Graysons“ als Zirkusartist. Eines Abends hörte er, wie zwei Gangster den Zirkusdirekter um Schutzgeld erpressen wollten, was dieser ablehnte. Deswegen manipulierten die Verbrecher das Trapez, wodurch Dicks Eltern starben. Bevor er jedoch zur Polizei gehen konnte, kam Batman. Er erzählte dem Kind, dass die Gangster für einen mächtigen Mafiaboss arbeiteten. Um ihn zu schützen, nahm Bruce Wayne Dick als sein Pflegekind auf und bildete ihn zu seinem Partner aus.
Charakter: Dick Grayson ist ein hervorragender Athlet und hat dieselben Fähigkeiten wie sein Lehrer Batman. Leider beschäftigen sich die meisten Einträge zu Dick Grayson mit dem Erwachsenen. Er ist später unter dem Namen „Nightwing“ aktiv und zieht auch das Kostüm seines Mentors über.

Da ich jetzt schon über Batmans jugendlichen Partner geschrieben habe, muss ich wohl oder übel auf eine Diskussion eingehen, die in den 1950er Jahren gestartet wurde und Dank Joel Schumacher wieder aufflammte. Es geht um Batman und Homosexualität.
1954 veröffentlichte der Psychiater Frederic Wertham das Buch „Seduction of the Innocent“. Erstellte darin die These auf, dass die Geschichten um Batman „psychologisch homosexuell“ sein und die Kinder „unbewusst zu homosexuellen Fantasien anregten“.
Dieses Buch war Teil einer allgemeinen Hysterie, die damals durch die USA schwappte. Ich meine, wir wissen, dass die Amis alle einen leichten Schatten haben, und damals war es eher noch schlimmer. Während des sogenannten „Lavender Scare“ herrschte eine Panik, dass Homosexuelle die Sicherheit Amerikas gefährdeten, da sie zum Beispiel für Erpressung anfällig sein. Das lief parallel zur Kommunistenjagd des paranoiden Senators John McCarthy ab. Um mehr darüber zu erfahren solltet ihr euch selbst ein wenig umschauen.
Als Reaktion auf diese Anschuldigungen wurden die Figuren Batwoman und Bat-Girl eingeführt, die als weibliche Gegenparts und als Liebesbeziehungen der beiden Helden dienten. Irgendwann verging die Hysterie, man vergas die Anschuldigungen und die beiden Charaktere verschwanden in der Mottenkiste.
Und dann kam Joel Schumacher. Er packte Nippel auf die Kostüme, polsterte deren Schritt aus und erging sich in Nahaufnahmen von Ärschen. Ist es nicht herrlich?

Batgirl
Erfunden von: Gardner Fox & Carmine Infantino
Erster Auftritt: Detective Comics Nr. 359 (Januar 1967)
Entstehung: da Catwoman in der TV-Serie ein großer Erfolg war, wollten die Macher eine weitere weibliche Figur. Die Einführung des Charakters lief parallel zur Serie und es gab eine Menge Werbung.
Richtiger Name: Dr. Barbara Gordon (die zweite von fünf Batgirls und Tochter von Commissioner James Gordon)
Ursprung: Barbara Gordon war eine Bibliothekarin, die als weiblicher Batman verkleidet auf dem Weg zu einem Kostümball war. Dabei wurde sie Zeuge, wie der Schurke Killer Moth versuchte, Bruce Wayne zu entführen. Sie griff ein und zog so die Aufmerksamkeit von Batman auf sich.
Charakter: Barbara Gordon ist eine selbstständige und unabhängige Frau. Ihr Selbstbewusstsein ging so weit, dass sie Batman in seine Schranken verwies. Sie ist hoch gebildet und besitzt einen I.Q., der sie als Genie ausweist. Als Batgirl besaß sie athletische Fähigkeiten und war gut in Selbstverteidigung ausgebildet. Seit ihrer Lähmung arbeitet sie unter dem Pseudonym Oracle als Hackerin.

Das war es mit Joel Schumacher. Lest weiter, was Christopher Nolan zu seinen Filmen anstiftete.

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Batman – Die Tim Burton Ära

Lange hat es gedauert, aber jetzt bin ich ja wieder da. In den folgenden drei Artikeln werde ich euch einen Einblick in die Hintergründe zu den sechs Batman-Verfilmungen liefern. Ich stelle die Comics vor, die als Inspirationen dienten (zumindest diejenigen, die in Deutschland erschienen sind) und stelle die Hauptattraktionen der Filme, also die Schurken, genauer vor. Denn ernsthaft, Batman kennt jeder, aber wer weiß, wie der Joker zum Joker wurde oder wie Catwoman zu ihrem Kostüm kam?

Den Anfang macht heute rein chronologisch Tim Burton. Viel Spaß beim Lesen.

Die Comics

Batman – Die Rückkehr des dunklen Ritters
Veröffentlichung: Februar – Juni 1986
Autor & Zeichner: Frank Miller
Farbe: Lynn Varley
Die Geschichte spielt in der nicht ganz so entfernten Zukunft. Bruce Wayne ist ein alter Mann und hat sein Kostüm schon vor Jahren an den Nagel gehängt. Als jedoch Gotham City von einer gewalttätigen Gang bedroht wird, staubt er das Batmobil ein letztes Mal ab. Sein Rücktritt vom Rücktritt ruft seinen alten Feind den Joker wieder ins Leben zurück, der die letzten Jahre in Arkham in einer Art Koma verbrachte.
Wer Frank Miller kennt oder auch nur ansatzweise mit seinen Werken vertraut ist, der weiß, was kommt. Die Geschichte ist betont düster gehalten, Batman zynischer und vor allem skrupelloser als sonst. In den Straßen herrscht das Gesetz des Stärkeren und Gewalt dominiert. Nebenbei baut Miller Kommentare zur amerikanischen Gesellschaft der 1980er ein, die ein wenig an die Welt von RoboCop erinnern.

The Killing Joke
Veröffentlichung: März 1988
Autor: Alan Moore
Zeichner: Brian Bolland
Farben: John Higgins
Der Fokus liegt hier auf dem Joker. Er hat sich in den Kopf gesetzt, Commissioner Gordon in den Wahnsinn zu treiben. Er entführt den Polizisten und foltert diesen in einem Vergnügungspark, den er zu diesem Zweck umgebaut hat. Nebenbei wird in Rückblicken eine mögliche Entstehungsgeschichte des Jokers erzählt, in der er ein erfolgloser Komiker ist, der aus Geldnot an einem Überfall teilnimmt. Dieser geht jedoch schief und er wird entstellt.
Durch diese Geschichte gewann die Figur des Jokers nach Jahren als lächerlicher Clown seine Gefährlichkeit zurück und etablierte ihn wieder als gefährlichen und extrem brutalen Psychopathen. Er schießt bei der Entführung Gordons Tochter Barbara nieder, wodurch sie querschnittsgelähmt wird, und quält anschließend ihren Vater mit den Nacktaufnahmen seiner verletzten Tochter.

Die Schurken

Gemalt von Doug Mahnke

Der Joker
Erfunden von: Jerry Robinson (Konzept), Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Batman Nr. 1 (Frühling 1940)
Entstehung: Wie die Figur genau entstand ist nicht genau bekannt, da es zwei unterschiedliche Versionen dazu gibt. Kane behauptete, dass Robinson lediglich eine Spielkarte mitbrachte. Er und Finger hätten dann die Idee aufgegriffen und das Aussehen anhand eines Fotos des Schauspielers Conrad Veidt aus dem Film „Der Mann, der lachte“ entwickelt. Robinson hingegen sagt, dass er das Konzept erstellt habe, Finger die Geschichte geschrieben habe und er und Kane hätten dann die optische Gestaltung übernommen.

Conradt Veidt in Der Mann, der lacht

Richtiger Name: unbekannt
Ursprung: Über den Hintergrund des Jokers ist nichts bekannt. Er selbst hat dazu mehrere Versionen. Die von den Fans anerkannte ist die Fassung aus „The Killing Joke“.
Charakter: Der Joker ist ein extremer Charakter, also wechselt er auch zwischen den Extremen. Er wird entweder las mehr oder weniger harmloser Witzbold und Dieb oder als sadistischer Psychopath mit zynischen Humor dargestellt. Letztere Version hat sich inzwischen durchgesetzt.
Grob gesagt ist er der Gegenpol zu Batman. Während dieser in seiner furchteinflößendem Kostüm für das Gute kämpft ist der Joker ein Clown (mit denen man eigentlich positive Sachen verknüpft), der Verbrechen begeht. Ihre Beziehung zueinander ist komplex. Einerseits sieht der Joker in Batman seinen ärgsten Feind und wünscht sich, ihn umzubringen, andererseits ist er von dem dunklen Ritter abhängig. Er genießt den Kampf gegen Batman, respektiert dessen Intelligenz und Charakterfestigkeit (die ihn gleichzeitig in die Verzweifelung treibt).
Bei allem freundlichen Getue sollte man aber nicht vergessen, dass der Joker ein sadistischer Mörder ist, der wahllos Männer, Frauen und sogar Kinder tötet.

Catwoman

aus dem Spiel DC vs. Mortal Kombat

Erfunden von: Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Batman Nr. 1 (Frühling 1940)
Entstehung: Kane wollte eine Figur schaffen, die weder ein klassischer Bösewicht noch ein klassischer Held war. Er dachte an eine Art weiblichen Batman. Die neue Figur sollte als romantisches Interesse für Batman dienen. Als Vorbild für das Aussehen diente die Schauspielerin Jean Harlow.
Richtiger Name: Selina Kyle
Ursprung: Die Katze (nein, ich meine nicht die blonde Praline) hat einige Veränderungen durchgemacht. Sie hat zwei Ursprungsgeschichten, eine Vor-Crisis und eine Nach-Crisis. Wer jetzt nur Bahnhof versteht muss sich nicht schämen. Die Kontinuität und die Zusammenhänge im Universum von DC sind kompliziert und das zu erklären würde den Rahmen sprengen. Nehmt es einfach hin.
Zunächst war sie eine Diebin mit dem Spitznamen „The Cat“. Angeblich war sie eine Stewardess gewesen, die nach einem Schlag auf den Kopf an Amnesie litt. In den 70ern stellte sich heraus, dass die Geschichte gelogen war. In Wirklichkeit war sie in einer schlechten Ehe gefangen und stahl ihre Juwelen aus dem Safe ihres Mannes. Sie fand gefallen an der Diebestour und machte weiter.
Diese Hintergrundgeschichte wurde 1986 in die Tonne gekloppt, als Frank Miller in „Batman: Das erste Jahr“ das Batman-Universum neu startete. Selina Kyle war eine Prostituierte, die aus Angst vor ihrem Zuhälter Martial Arts lernte. Durch die Auftritte eines gewissen geflügelten Rächers wurde sie dazu inspiriert, ihre eigene kostümierte Identität zu schaffen. Den Teil mit der Prostituierten hat man dann später gekippt, da sich Frauen im horizontalen Gewerbe nicht als Heldinnen eignen (nicht meine Meinung, aber Amis halt). Sie war eine Diebin, die nur so tat, dass sie anschaffen würde.
Charakter: Selina Kyle ist eine Grenzgängerin, die auf beiden Seiten ihren Spaß hat (Ich meine die Seiten des Gesetzes, ihr Perverslinge). Sie genießt diese Ambivalenz. In jeder ihrer Personen ist sie eine Femme Fatal, die eine hohe Anziehungskraft auf Bruce Wayne hat. Der will das gefallene Mädchen retten. Neben ihrer erotischen Ausstrahlung zeichnet Catwoman aus, dass sie eine hervorragende Diebin und Athletin ist, die sich auch im Nahkampf zu wehren weiß.

Der Pinguin

gemalt von Simon Bianchi

Erfunden von: Bill Finger & Bob Kane
Erster Auftritt: Detective Comics Nr. 58 (Dezember 1941)
Entstehung: Man merkt, dass Bob Kane ein Zeichner war. Er wurde zu der Figur durch das Werbemaskottchen der Zigarettenmarke „Kool“ inspiriert, einem Pinguin mit Zylinder und Gehstock. Außerdem spielte die Ähnlichkeit von Menschen im Frack zu Königspinguinen eine Rolle.
Richtiger Name: Oswald Chesterfield Cobblepot
Ursprung: Oswald wurde als Sohn reicher Eltern geboren, gehörte aber wegen seiner körperlichen Behinderung nicht zur feinen Gesellschaft. Seine geringe Größe, das starke Übergewicht und die schnabelähnliche Nase brandmarkten ihn als Außenseiter und machten ihn zum Ziel des Spotts der Anderen. In manchen Fällen (wie im Film z.B.) sind die Finger zu flossen zusammengewachsen. Um sich für die Demütigungen zu rächen wählt er als Erwachsener das Leben als Krimineller.
Charakter: Wenn man von seiner Besessenheit für Vögel absieht ist der Pinguin geistig gesund und hat sich und seine Handlungen vollkommen unter Kontrolle (was ihn zu einer Ausnahme unter Batmans Schurken macht). Er sieht sich selbst als Gentleman des Verbrechens und agiert eher im Hintergrund. Um sich an seine privilegierte Herkunft zu erinnern trägt er das bekannte Outfit bestehend aus Frack, Zylinder und Monokel.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug in die Hintergründe zu „Batman“ und „Batmans Rückkehr“ gefallen. Wenn ihr mehr über dir Figuren erfahren wollt, dann schaut euch die Seite www.dccomics.com an, dort kann man alles in Comicform nachlesen. Die vorgestellten Hefte sind überall im Handel erhältlich. Ich empfehle euch aber, nach Band Nummer 7 der „Klassiker der Comic-Literatur“ der FAZ zu schauen. Für 4,90€ kriegt man nicht nur „The Killing Joke“ sondern auch vollständig „Batman: Das erste Jahr“ und weitere Geschichten.

Im nächsten Beitrag beschäftige ich mit Joel Schumacher, seinen Schurken und einer Kontroverse.

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